- 08.10.2013, 11:17:09
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Wehsely: Berufliche Rehabilitation wichtig für psychisch erkrankte Menschen
Stadt Wien bietet mit PSD-Wien und REiNTEGRA vernetzte Anlaufstellen für Betroffene
Utl.: Stadt Wien bietet mit PSD-Wien und REiNTEGRA vernetzte
Anlaufstellen für Betroffene =
Wien (OTS) - "Die Inklusion von Menschen mit psychischen Erkrankungen
in die Arbeitswelt ist so wichtig wie nie zuvor. Eine seelische
Erkrankung darf kein Grund sein, vom Erwerbsleben ausgeschlossen zu
werden. Gesellschaftliche Stigmatisierung und Vorurteile sind leider
noch immer weit verbreitet. Mit dem PSD-Wien und REiNTEGRA bietet die
Stadt Wien hier Anlaufstellen, die durch ihre Vernetzung Hand in Hand
zum Wohl der Betroffenen arbeiten und ein Vorzeigemodell für ganz
Österreich sind", erklärt Gesundheits- und Sozialstadträtin Mag.a
Sonja Wehsely anlässlich des "Welttages der psychischen Gesundheit"
am 10. Oktober.
Gerda P. ist gelernte Schneiderin. Mit Ende 30 kam sie nach längerer
Arbeitslosigkeit im Rahmen einer schweren Psychose in stationäre
psychiatrische Behandlung. Nach einem überaus schwierigen
Behandlungsbeginn besserte sich der Zustand der Patientin allmählich
soweit, dass sie entlassen und in ambulante Behandlung in den
PSD-Wien wechseln konnte. Auch im ambulanten Behandlungsverlauf
brauchte es einige intensive Bemühungen, bis Gerda P. in das
Therapeutische Tageszentrum aufgenommen werden konnte, das an dieses
Ambulatorium angeschlossen ist.
Der behandelnde Arzt empfahl ihr in Kooperation mit dem Team des
Therapeutischen Tageszentrums bei REiNTEGRA (Gemeinnützige
Gesellschaft für die berufliche Rehabilitation psychisch Erkrankter)
vorstellig zu werden und unterstützte gemeinsam mit der
Sozialarbeiterin des Ambulatoriums den organisatorischen Ablauf.
Gerda P. fand in den Werkstätten der REiNTEGRA wieder eine
Beschäftigung. Ihre Fachkenntnisse als Schneiderin kamen ihr dabei
zugute. Sie erhielt reichlich Bestätigung und Anerkennung und hat im
weiteren Verlauf unter Beibehaltung ihrer regelmäßigen
Behandlungstermine im Ambulatorium des PSD-Wien wieder zu einem
geordneten und selbständigen Leben zurückgefunden.
Der PSD-Wien wurde 1979 im Zuge der Psychiatriereform durch die Stadt
Wien gegründet und bietet ein breites Netzwerk an ambulanten
Einrichtungen für die sozialpsychiatrische Grundversorgung. Allein im
Vorjahr wurden dort über 10.000 Menschen beraten, betreut und
behandelt. Das sind rund um ein Drittel mehr als noch vor fünf
Jahren. "Der Anstieg ist aber weniger auf eine Zunahme der
psychischen Erkrankungen zurückzuführen, als auf eine verstärkte
Sensibilisierung gegenüber diesem Thema. Damit steigt auch die
Bereitschaft der Betroffenen, den PSD-Wien in Anspruch zu nehmen",
berichtet Prim. Dr. Georg Psota, Chefarzt des PSD-Wien.
Für die psychosoziale Genesung von Gerda P. war es von entscheidender
Bedeutung über die Möglichkeiten eines Therapeutischen Tageszentrums
zu verfügen. Auch bei anderen Patientinnen und Patienten gibt es
ähnliche Konstellationen, und daher soll die Anzahl der
Betreuungsplätze weiter ausgebaut werden.
Das zweite Standbein in der Betreuung psychisch erkrankter Menschen
bildet REiNTEGRA. Gegründet vor 30 Jahren finden dort heute jährlich
250 Frauen und Männer Beschäftigung in den Werkstätten. Darüber
hinaus hilft REiNTEGRA beim Wiedereinstieg ins Berufsleben und
betreibt gemeinsam mit Wiener Unternehmen Kooperationsmodelle zur
Beschäftigung psychisch Erkrankter. Mehr als 4.000 Menschen hat
REiNTEGRA seit ihrer Gründung mit arbeitsrehabilitativen Angeboten
betreut.
Wie wichtig diese Wiedereingliederung ist, zeigen aktuelle
Entwicklungen. "Wir stellen fest, dass die Hauptursache für
Arbeitsunfähigkeit bei den 15 bis 49-jährigen psychische Erkrankungen
sind. Diese Gruppe umfasste im Jahr 2010 bereits 54% der Neuzugänge
zur Invaliditätspension. Bei den bis 39-jährigen sind es bereits
61%", erläutert Mag. Stefan Brinskele, Geschäftsführer von REiNTEGRA.
Zugleich hat Arbeit einen hohen Stellenwert für die Betroffenen. Dies
geht aus einer Evaluationsstudie hervor, die REiNTEGRA seit fünf
Jahren durchführt: Waren es 2011 schon hohe 80% der Betreuten, die
sich einen Wiedereinstieg ins Berufsleben wünschten, so ist diese
Zahl 2012 auf 85% weiter angestiegen.
"Die Bereitschaft der erkrankten Menschen zu arbeiten ist groß. Auch
österreichische Unternehmen zeigen soziale Kompetenz und geben
Betroffenen eine Chance. Wir können auf zahlreiche positive Beispiele
verweisen, bei denen die Wiedereingliederung psychisch erkrankter
Menschen ins Berufsleben gelungen ist. Aufgrund des ansteigenden
Bedarfs an Beschäftigungsmöglichkeiten ist es wichtig, dass noch mehr
Firmen mit REiNTEGRA kooperieren und von den Modellen, die angeboten
werden, Gebrauch machen", lautet der Appell von Gesundheits- und
Sozialstadträtin Wehsely.
Interessierte Unternehmen können sich bei REiNTEGRA unter +43 1
4000-53 333 oder unter infoline@reintegra.at informieren.
Anlässlich des "Tages der psychischen Gesundheit" zeigt der Sender
Bayern Alpha am 10. Oktober 2013 um 19.30 Uhr die Reportage "Arbeiten
für die Seele - Integration von psychisch Kranken" mit
Praxisbeispielen von REiNTEGRA.
Über REiNTEGRA
REiNTEGRA ist eine gemeinnützige Gesellschaft zur beruflichen
Reintegration psychisch erkrankter Menschen und eine der größten
Rehabilitationseinrichtungen dieser Art in Mitteleuropa. Sie gehört
zu 90 % dem Kuratorium für psychosoziale Dienste in Wien (PSD) und
damit der Stadt Wien. 10 %-Miteigentümerin ist die Wirtschaftskammer
Wien. Mehr Informationen über REiNTEGRA unter www.reintegra.at
Über PSYCHOSOZIALE DIENSTE IN WIEN (PSD-Wien)
Die PSYCHOSOZIALEN DIENSTE IN WIEN sind der größte Anbieter
psychiatrischer ambulanter Leistungen in Wien und bilden ein Netzwerk
von regionalisierten und auch spezialisierten
Behandlungseinrichtungen, Therapeutischen Tageszentren, einem
psychiatrischen Soforthilfeverbund, einer psychosozialen
Informationseinheit sowie zahlreichen Liaisondiensten im
Wohnungslosenbereich und zu Einrichtungen der Wiener Jugendwohlfahrt
zwecks Sicherung einer möglichst umfassenden sozialpsychiatrischen
Grundversorgung.
Die angebotenen Leistungen orientieren sich am Behandlungs- und
Betreuungsbedarf psychisch kranker Menschen und deren Angehörigen und
umfassen in erster Linie die Diagnostik und Behandlung psychischer
Erkrankungen, Krisenintervention, Einleitung rehabilitativer
Maßnahmen, mobile Dienste sowie Leistungen im Umfeld der Patientinnen
und Patienten. Mehr Informationen unter www.psd-wien.at
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