- 08.10.2013, 11:00:33
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Bildungsministerin Schmied: "PIAAC zeigt: Bildungsreform entschlossen fortsetzen"
Bildungsministerin Dr. Claudia Schmied erklärt anlässlich der Präsentation von PIAAC: "Es muss weiterhin verstärkt in Bildung investiert werden. Wir sind auf einem guten Weg."
Utl.: Bildungsministerin Dr. Claudia Schmied erklärt anlässlich der
Präsentation von PIAAC: "Es muss weiterhin verstärkt in
Bildung investiert werden. Wir sind auf einem guten Weg." =
Wien (OTS) - Anlässlich der Präsentation von PIAAC stellt
Bildungsministerin Dr. Claudia Schmied fest: "Auch diese Studie
zeigt, dass die Bildungsreform fortgesetzt werden muss. Wir sind auf
einem guten Weg. Es muss aber weiterhin verstärkt in Bildung
investiert werden, da diese Studie einmal mehr aufzeigt, wo neben den
Stärken auch die Schwächen des österreichischen Bildungssystems
liegen."
Erwachsene in Österreich (16- bis 65-jährige Bevölkerung) zeigen eine
überdurchschnittliche Leistungsfähigkeit in Mathematik, eine im
Durchschnitt liegende Leistung in Problemlösen im Kontext neuer
Technologien und eine geringfügig niedrigere Lesekompetenz als der
Durchschnitt der Länder, die an der Studie teilgenommen haben. Die
Lesekompetenz der Altersgruppe der 16- bis 24-Jährigen ist besser als
jene der Älteren und liegt im Durchschnitt.
Das Niveau der bei PIAAC gemessenen Schlüsselkompetenzen sinkt
generell mit zunehmendem Alter. Dieser Effekt ist im Durchschnitt
aller Länder zu beobachten, in Österreich jedoch stärker ausgeprägt
und erfordert vor dem Hintergrund alternder Gesellschaften Maßnahmen,
den Erhalt von Kompetenzen zu fördern.
Wie in den meisten Ländern unterscheiden sich die Leistungen von
Frauen und Männern. In Österreich ist der Unterschied zugunsten der
Männer, vor allem in der Alltagsmathematik, deutlich größer als im
Durchschnitt der anderen teilnehmenden Länder.
Wie in vielen europäischen Staaten weisen auch in Österreich Personen
mit einer anderen Erstsprache als die Sprache, in welcher der
PIAAC-Test durchgeführt wurde (in Österreich in deutscher Sprache),
eine sehr schwache Leseleistung auf.
Die österreichischen PIAAC-Ergebnisse zeigen, dass die
bildungspolitischen Maßnahmen der letzten Jahre erforderlich sind und
fortgeführt werden müssen.
Die Schlussfolgerung von Bildungsministerin Dr. Claudia Schmied: "Es
müssen qualitativ hochwertige Bildungsangebote von der frühkindlichen
Bildung über die schulische Bildung bis zur Erwachsenenbildung
lebensbegleitend ausgebaut werden. Dabei muss das Tempo erhöht
werden."
"Grundkompetenzen absichern, Menschen mit Migrationshintergrund
fördern, Chancengerechtigkeit und Leistung verbessern, Berufsbildung
bei gleichzeitiger umfassender Allgemeinbildung weiterentwickeln und
Erwachsenenbildung stärken sind zentrale Aufgabenstellungen der
Bildungspolitik in den nächsten Jahren", erklärt Schmied.
Für die Bildungsministerin ergeben sich aus dieser Studie folgende
Eckpunkte für die Zukunft: Dem Ausbau der Sprachförderung im
Kindergarten und in der Volksschule sowie für QuereinsteigerInnen ins
Bildungssystem ist mit einer umfassenden Sprach- und
Leseförderungsoffensive Rechnung zu tragen. Die sprachliche Bildung
und eine nachhaltige Sprach- und Lesekultur sind zentrale Aufgaben
eines Bildungssystems.
Die implementierten Bildungsstandards in der 4. und 8. Schulstufe mit
externer Leistungsüberprüfung sowie die neue Reife- bzw. Reife- und
Diplomprüfung am Ende der schulischen Ausbildung sind ein wichtige
Instrumente zur Qualitätssicherung der Grundkompetenzen.
Der Ausbau der Ganztagsschulen, insbesondere in der verschränkten
Form, ist wichtig, um den Eltern die Vereinbarkeit von Beruf und
Familie sowie den Kindern und Jugendlichen ein umfassendes
Bildungsangebot zur Förderung der Grundkompetenzen zu ermöglichen.
Dadurch wird Chancengerechtigkeit und Leistung ermöglicht.
Das neue Kurssystem in der Oberstufe mit seinen kompetenzorientierten
Lehrplänen sichert eine umfassende Allgemeinbildung und die
Kompetenzentwicklung aller SchülerInnen.
In der Erwachsenenbildung ermöglichen die vor kurzem eingeführten
kostenfreien Angebote zum Nachholen von Bildungsabschlüssen
(Basisbildung, Pflichtschulabschluss, Berufsschulabschluss) den
Erwerb der Grundkompetenzen und bieten eine 2. Chance.
Auch "Lehre mit Matura" und das Erwerben der Matura durch den Besuch
der neu konzipierten modularen Schule für Berufstätige ist ein
Schritt im Sinne der Up-Skilling-Strategie.
Österreich verfolgt mit der Strategie zum lebensbegleitenden Lernen
"LLL:2020" einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem alle Lernbereiche von
Kindergarten über Schule, Hochschule bis hin zu Erwachsenenbildung
und betrieblicher Weiterbildung berücksichtigt werden. Dabei werden
bildungspolitische, arbeitsmarktpolitische und sozialpolitische
Instrumente gebündelt, um Bildungsangebote weiter zu entwickeln sowie
besser nutzbar zu machen, und die Bildungsbeteiligung insgesamt zu
erhöhen.
Zudem beteiligt sich Österreich seit April dieses Jahres an der
OECD-Kompetenzstrategie (Skills Strategy). Im Rahmen dieses
Strategieprozesses werden Stärken und Schwächen des österreichischen
Bildungssystems untersucht und darauf aufbauend zielgenaue Maßnahmen
zur Kompetenzentwicklung der Bevölkerung erarbeitet, um mehr Wachstum
und Beschäftigung sowie ein "besseres Leben" zu ermöglichen.
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