Städtebund: "Halbe/halbe" - Verteilung von Hausarbeit als Thema des Equal Pay Days am 8. Oktober 2013

Wien (OTS) - Die faire Verteilung von Hausarbeit könnte wesentlich dazu beitragen, die Karrierechancen von Frauen zu verbessern. Dieser Aspekt steht im Mittelpunkt der diesjährigen Aktivitäten des Frauenausschusses des Österreichischen Städtebundes zum Equal Pay Day 2013, der heuer auf den 8. Oktober fällt.

Frauen verdienen in Österreich noch immer deutlich weniger als Männer. Der Equal Pay Day markiert jenen Tag im Jahr, an dem Männer durchschnittlich bereits so viel verdient haben, wie Frauen erst zu Jahresende auf ihrem Konto haben werden.

Gemäß dem von Eurostat publizierten "Gender Pay Gap", beträgt der geschlechtsspezifische Verdienstunterschied gemessen an den Bruttostundenverdiensten in der Privatwirtschaft 23,7 Prozent (2011). Damit liegt Österreich an vorletzter Stelle im EU-Ranking.

Frauen wegen Betreuungspflichten in Teilzeit

Unbezahlte Arbeit, wie Hausarbeit, Pflege von Angehörigen, die immer noch zu einem Großteil von Frauen verrichtet wird, ist zu einem Gutteil dafür verantwortlich, dass Frauen weniger einer bezahlten Erwerbsarbeit nachgehen können. Seit Jahren steigt zwar die Erwerbsbeteiligung von Frauen, aber es ist vor allem die Teilzeitarbeit. Insgesamt waren zuletzt rund 81 Prozent der Teilzeitbeschäftigten weiblich: Sie sind damit klassische Zuverdienerinnen, den Hauptverdienst am Haushaltseinkommen steuern immer noch die Männer bei.

Bei den Gründen für Teilzeitbeschäftigung geben Frauen überwiegend Betreuungspflichten für Kinder oder pflegebedürftige Erwachsene an, Männer hingegen schulische oder berufliche Aus- oder Fortbildung.

Nur halb so viel Pension für Frauen

Diese Lebensentwürfe haben direkte Auswirkungen auf die Alterspension: Die monatliche Alterspension der Frauen lag 2011 im Mittel bei 793 Euro und jene der Männer bei 1.668 Euro. Die Alterspension der Frauen war somit um 52,5 Prozent niedriger als die der Männer "Noch immer verrichten Frauen den Großteil der unbezahlten Hausarbeiten und mindern durch die Doppel- und Dreifachbelastung ihre Karrierechancen", sagt Stadträtin Sandra Frauenberger, Vorsitzende des Frauenausschuss des Österreichischen Städtebundes. "Würden sich Männer und Frauen alle Betreuungspflichten halbe/halbe teilen, würde das die Karriereverläufe angleichen und zu besseren Chancen für Frauen führen. Dabei geht es aber nicht nur um die Hausarbeit, sondern um die volle Verantwortung von Karenz, Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen", so Frauenberger.

Die Kampagne "Halbe/halbe"

"Halbe/halbe" ist eine Initiative des Österreichischen Städtebundes zur gerechteren Verteilung von Hausarbeit. Sie greift dabei die gleichnamige Kampagne auf, die bereits 1996 von der damaligen Frauenministerin Helga Konrad gestartet wurde, und entwickelt diese weiter.

Bereits im Vorjahr hat die Kampagne "halbe/halbe" für Aufmerksamkeit gesorgt. Rund um den Equal Pay Day werden auch heuer wieder bedruckte Tragtaschen und andere Gimmicks in vielen Österreichischen Städten bei Straßenaktionen verteilt werden und zu Diskussionen anregen.

Equal Pay Day in den Bundesländern

Der internationale Equal Pay Day, der die Einkommensdifferenzen zwischen Frauen und Männern abbilden soll, fällt österreichweit heuer auf den 8. Oktober, dennoch gibt es nach Bundesländern starke Unterschiede - ein früheres Datum (Vorarlberg, 8. September) bezeichnet demnach eine stärkere Differenz, ein späteres Datum (Wien 22. Oktober) eine geringere Differenz zwischen den Einkommen der Geschlechter. Anbei eine Auflistung (berechnet auf Basis der Daten aus der Lohnsteuerstatistik 2011 von der AK OÖ):

  • Vorarlberg: 8. September
  • Oberösterreich: 23. September
  • Tirol: 27. September
  • Salzburg: 30. September
  • Niederösterreich: 5. Oktober
  • Steiermark: 6. Oktober
  • Österreich: 8. Oktober
  • Burgenland: 9. Oktober
  • Kärnten: 10. Oktober
  • Wien: 22. Oktober

Weitere Informationen zur Städtebund-Kampagne zum Equal Pay Day unter: http://www.staedtebund.gv.at/themenfelder/frauen.html und in den städtischen Frauenbüros.

"Es zeigt sich, dass die Einkommensdifferenzen dort geringer sind, wo es qualifizierte Arbeitsplätze, Bildung und Kinderbetreuungsplätze gibt, also vorwiegend in den Städten. Wird in diese Bereiche investiert, hat es direkte Auswirkungen auf die Chancen von Frauen im Erwerbsleben", so Städtebund- Generalsekretär Thomas Weninger abschließend.

Kommunalpolitik ist auch Frauenpolitik

Im Frauenausschuss des Österreichischen Städtebundes sind die auf politischer Ebene verantwortlichen Politikerinnen sowie die städtischen Frauenbeauftragten vertreten. Vorsitzende ist die Wiener Stadträtin Sandra Frauenberger. Der Frauenausschuss hat sich zum Ziel gesetzt, die Situation der Frauen unmittelbar vor Ort zu verbessern. Erfahrungsaustausch und gemeinsame Aktionen, wie Pfeifkonzerte gegen Gewalt an Frauen, die 2009 erstmals stattfanden, Aktionen zum Equal Pay Day und gemeinsam erarbeitete Resolutionen machen den Frauenausschuss zu einer wichtigen Plattform für kommunale Frauenpolitik.

Illustration im Zusammenhang mit der Kampagne zur honorarfreien Verwendung, c: Österr. Städtebund
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