Vascular International bildet ChirurgInnen der deutschen Bundeswehr aus

Fürigen (OTS) - Vascular International (VI) ist international bekannt für das praktische Simulationstraining von ChirurgInnen an lebensechten Modellen. Die länderübergreifende Schule setzt sich aus führenden österreichischen, deutschen und schweizerischen GefäßchirurgInnen zusammen. "Mittlerweile können wir das gesamte gefäßchirurgische Spektrum abdecken", so Prim. PD Dr. Afshin Assadian, VI Vorstand und Leiter der Gefäßchirurgie Wilhelminenspital Wien. Seit 2010 veranstaltet VI in enger Kooperation mit der deutschen Bundeswehr speziell auf die "Einsatzchirurgie" zugeschnittene Gefäßnahtkurse am Bundeswehrkrankenhaus in Ulm. Junge ÄrztInnen sollen bei militärischen Einsätzen für notfallchirurgische Eingriffe fit gemacht werden. Seit 2012 sind die VI-Spezialkurse fester Bestandteil des Curriculums für BundeswehrchirurgInnen und werden übergreifend jetzt auch in der NATO angeboten.

"Nachdem einige Ärzte der deutschen Bundeswehr an unseren traditionellen Kursen in Pontresina, in der Schweiz, teilgenommen hatten und begeistert waren, haben wir für die deutsche Bundeswehr spezifische Kurse für die sogenannte 'Einsatzchirurgie' entwickelt. Der erste VI-Spezialkurs fand im April 2011 statt und zeigte bereits nach wenigen Monaten Wirkung. In Masar-i Scharif, Afghanistan, konnte dank der im VI-Spezialkurs geübten Techniken eine komplexe Schussverletzung eines Zivilisten am Oberarm gefäßchirurgisch sofort versorgt werden", erklärt Dr. med. Klaus Klemm M.Sc., Ärztlicher Direktor Marienhospital Stuttgart, VI-Vorstand sowie Leiter der Bundeswehrkurse. Die Möglichkeit, mit VI-Modellen und -Kursen hochspezialisierte Eingriffe zu üben, bevor man diese in einer Stresssituation benötigt - sei dies im Feldlazarett von Masar-i Scharif oder zu Hause vor einem elektiven Eingriff -, wird fester Bestandteil einer chirurgischen Ausbildung der Zukunft sein, meint Klemm weiter.

Seit diesem Jahr nehmen auch NATO-ÄrztInnen am Kurs teil, bei dem intensiv Gefäßnahttechniken am pulsatilen VI-Beinmodell geübt werden. Die Kurse sind aber auch für Nicht-Bundeswehrangestellte offen. Zudem plant das "Military Medicine Centre of Excellence" in Budapest, das Kompetenzzentrum der NATO für die Ausbildung und Vorbereitung von MedizinerInnen für Einsätze der NATO, den VI-Spezialbundeswehrkurs in die Empfehlungsliste für NATO-Kurse aufzunehmen.

VI-Spezialkurs im Lehrprogramm der deutschen Bundeswehr

Ab 2013 finden nun jährlich zwei der speziellen VI-Bundeswehrkurse im Bundeswehrkrankenhaus in Ulm unter der Leitung von Dr. med. Klaus Klemm und Dr. med. Robert Seelos, Leiter der Gefäßchirurgie im Kantonsspital Luzern, statt. Die Kurse, die von Oberstarzt Dr. med. Michael Engelhardt, Ärztlicher Direktor der Klinik für Gefäßchirurgie und endovaskuläre Chirurgie im Bundeswehrkrankenhaus Ulm, und Oberfeldarzt Dr. med. Kristoffer Elias, ebenfalls vom Bundeswehrkrankenhaus Ulm, durchgeführt werden, sind auf die speziellen Bedürfnisse der Bundeswehr zugeschnitten (Standardverfahren zur Blutstillung, zur Rettung und Sicherung von Organen und Gliedmaßen unter erschwerten Bedingungen). Den Bundeswehr-TeilnehmerInnen werden die gefäßchirurgischen Grundtechniken live voroperiert. Dabei werden viele Tipps und Tricks besprochen und weitergegeben. Dann wiederholen die Teilnehmer diese Techniken mehrfach an den perfundierten Vascular International Modellen. Diese mehrfachen Wiederholungen geben den Teilnehmern Sicherheit, welche den Einsatz im Feld begünstigt.

Gefäßchirurgische Einsätze in Afghanistan und Irak nehmen zu

Allein seit dem Beginn des zweiten Golfkrieges mussten bei Einsätzen in Afghanistan und im Irak insgesamt 1.600 operativ-gefäßchirurgische Notmaßnahmen durchgeführt werden. In zirka 50 Prozent der Fälle wird dabei eine Ligatur (das Unterbinden eines Blutgefäßes mit einem chirurgischen Faden, oftmals zur Blutstillung bei Operationen angewandt) durchgeführt, in weiteren 50 Prozent rekonstruktive Maßnahmen, wie im Falle der Arm-Rettung eines Zivilisten im Feldlazarett von Masar-i Scharif. Die Aus- und Weiterbildung an pulsatilen, lebensechten VI-Simulatoren hilft den MilitärärztInnen, sich vorab in einem stressfreien Umfeld optimal auf Notfälle im militärischen Einsatzgebiet, vorwiegend im Irak und in Afghanistan, vorzubereiten. "In militärische Konfliktgebiete werden sogenannte 'Einsatzchirurgen' geschickt. Diese sind nicht nur Fachärzte für Chirurgie, sondern sollten in aller Regel über einen zweiten chirurgischen Facharzt verfügen. Zusätzlich sollen im Rahmen der Ausbildung zum Einsatzchirurgen weitere Ausbildungsinhalte wie die Versorgung neurochirurgischer Notfälle, DSTC-Inhalte (Definitive Surgery Trauma Care), ATLS (Advanced Trauma Life Support) und der angesprochene Gefäßtraumakurs vermittelt werden. Dies mündet in die Fähigkeit, nahezu alle "Notfall-OPs" im Damage Control Modus durchführen zu können. Dies bedeutet, das Überleben des Patienten so zu ermöglichen, dass er in eine höherwertige Versorgungseinrichtung stabil zur weiteren Versorgung verlegt werden kann", erklärt Dr. med. Kristoffer Elias, Facharzt für Chirurgie und Gefäßchirurgie sowie Oberarzt an der Klinik für Gefäßchirurgie am Bundeswehrkrankenhaus in Ulm. 2012 wurden insgesamt 44 BundeswehrärztInnen von Vascular International ausgebildet.

Link:www.vascular-international.org

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Dr. med. Klaus Klemm, MSc
Ärztlicher Direktor
Klinik für Gefäßchirurgie, vaskuläre und endovaskuläre Chirurgie
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