WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Neue Aktionäre braucht das Land - von Christian Kreuzer

Ein höherer Aktienbesitz ist eine Win-win-Situation für Anleger und Unternehmen

Wien (OTS) - Fast die Hälfte des Aktienbesitzes der 20 ATX-Unternehmen ist in ausländischen Händen. Das ist erfreulich, denn es zeigt, dass Österreichs Unternehmen weltweit bei Investoren gefragt sind. Für die Werte selbst bedeutet das, dass sie sich ständig an den internationalen Unternehmen orientieren müssen. Denn verlieren sie an Schwung- und Innovationskraft, verabschieden sich die amerikanischen und britischen Fondsmanager so schnell, wie sie zuvor eingestiegen sind. Dieser Druck von außen ist für die größten Unternehmen des Landes ein unerlässlicher Faktor. Nur so kann sich eine Volkswirtschaft im internationalen Wettbewerb behaupten.
So positiv dieser Punkt auch ist, die Kehrseite der Medaille des hohen ausländischen Aktienbesitzes ist, dass immer weniger heimische Anleger in Paradeunternehmen wie Voestalpine, Wienerberger oder Andritz investieren.

Gewiss hat die Finanzkrise dazu beigetragen, dass nur mehr drei Prozent der Österreicher Aktien besitzen, Tendenz sinkend. Aber auch die Politik trägt dafür ihre Verantwortung, denn so richtig schmackhaft hat sie den Österreichern den Kapitalmarkt nie gemacht.

Im Gegenteil, für die SPÖ ist ein Aktienkäufer noch immer ein Spekulant, auch wenn er langfristig investiert ist. Vom Regierungspartner ÖVP gab es bis auf wenige Lippenbekenntnisse ebenfalls keine Strategie, die Kleinaktionäre für die Wiener Börse zu begeistern. Und da wird sich bei einer Neuauflage der Großen Koalition nichts ändern.

Dabei wäre ein starker lokaler Kapitalmarkt für Österreich ein ganz wichtiger Wachstumstreiber. In Zeiten, in denen Banken die Kreditvergabe eher drosseln als ausweiten, stellt die Börse eine Alternative für die Unternehmensfinanzierung dar. Lokale Aktionäre, die eine enge Beziehung zu den Unternehmen haben, reagieren zudem weniger wankelmütig als internationale Fondsmanager. Das ist für börsenotierte Konzerne ein stabilisierender Faktor, der die Aktien weniger schwanken lässt. Aber auch die Anleger wären Profiteure.

Ihnen würde das Geld, das sie derzeit am Sparbuch liegen haben, nicht durch die niedrigen Zinsen wegschmelzen, sie hätten sogar die Chance auf ansehnliche Renditen und Dividenden. Eine klassische Win-win-Situation für Kleinaktionäre und Unternehmen.

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