Uni Graz verhindert schnelles Studieren - ÖH Uni Graz startet Petition

Graz (OTS) - Während Minister Töchterle laut über eine "Maximalstudiendauer" nachdenkt, um schnelleres Studieren quasi per Gesetz zu verordnen, setzt die Uni Graz eine Maßnahme, die für viele Studierende eine unfreiwillige Verlängerung ihrer Studienzeit bedeuten wird.

Gemeint ist die Verschlechterung der "Vorziehregelung" in der Satzung der Uni Graz durch ihren Senat vor den Sommerferien. Die Vorziehregelung legt fest, wie viele Master-Lehrveranstaltungen von Studierenden bereits vor Abschluss ihres Bachelorstudiums absolviert, also "vorgezogen" werden können. Bisher konnten Studierende, die bereits 80% ihres Bachelorstudiums (also 144 ECTS) absolviert hatten, bis zu 40% (also 48 ECTS) des Masterstudiums vorziehen.
Durch eine Änderung der studienrechtlichen Bestimmungen in der Satzung der Uni Graz durch ihren Senat (die StudierendenvertreterInnen stimmten dagegen) müssen seit diesem Semester 90% (162 ECTS) des Bachelorstudiums absolviert sein, um nur mehr 10% (12 ECTS) des Masterstudiums im Voraus absolvieren zu können.

"Die Erhöhung auf 90% bewirkt, dass nur mehr ein Bruchteil der Studierenden die Regelung nutzen kann - offensichtlich ist genau das gewollt. Die 10%, die vorgezogen werden dürfen, sind sowieso ein Witz. Mit drei Seminaren kann man kein Semester füllen" meint Andreas Fauler vom bildungspolitischen Referat der ÖH Uni Graz.

"Es ist völlig unverständlich, dass gerade die fleißigen Studierenden am schnellen Fortkommen gehindert werden und ihnen so Prügel vor die Füße geworfen werden" meint Sanel Omerovic vom Vorsitzteam und stellt klar: "Die Bachelor-Studierenden, die Fächer vorziehen, werden bei der Platzvergabe sowieso nachgereiht. Sie belegen nur Plätze, die sonst ungenutzt verfallen."

"Die Uni schneidet sich mit dieser Maßnahme ins eigene Fleisch. Der Verwaltungsaufwand erhöht und die durchschnittliche Studiendauer verlängert sich. Damit führt sich diese Maßnahme selbst ad absurdum" ergänzt Florian Ungerböck vom Vorsitzteam.

Die ÖH Uni Graz wird diese studierendenfeindliche Maßnahme nicht einfach hinnehmen und hat deshalb eine Petition dagegen gestartet. Unterschrieben werden kann ab sofort im Sekretariat der ÖH oder von Mo-Do an den Petitionsständen am Campus, jeweils von 9-17 Uhr.

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