- 04.10.2013, 10:04:15
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Binder-Maier/Stadler/Renner: Frauen müssen billiger arbeiten als Männer
Equal Pay Day zeigt Ungerechtigkeiten bei der Entlohnung von Männern und Frauen
Utl.: Equal Pay Day zeigt Ungerechtigkeiten bei der Entlohnung von
Männern und Frauen =
St. Pölten (OTS) - Am "Equal Pay Day", der in NÖ morgen Samstag
begangen wird (österreichweit am Dienstag, den 8. Oktober) ist es
wieder soweit: Ab diesem Tag arbeiten die Niederösterreicherinnen -
statistisch gesehen - für die restlichen Tage des Jahres gratis.
Anders gesagt: Frauen müssen rund drei Monate länger arbeiten, um das
gleiche Einkommen zu erhalten, das Männer bis Ende 2013 verdienen.
Österreichweit liegt Niederösterreich damit an fünfter Stelle.
Frauen verdienen auch bei gleicher Qualifikation oft weniger als
Männer - das wird gerne mit fadenscheinigen Argumenten begründet.
"Jobs, die traditionellerweise von Frauen ausgeübt werden, sind
schlechter bezahlt als Jobs in männlich dominierten Berufen. Dafür
gibt es keine Begründung, auch Friseurinnen oder Verkäuferinnen
gehören anständig bezahlt. Doch Mädchen sollten schon bei der
Berufswahl umdenken: Es ist wichtig, dass der Beruf gefällt, aber
auch die Entlohnung ist wichtig", erklärt die SPÖ NÖ
Landesfrauenvorsitzende, NRin Gabriele Binder-Maier.
Einkommens-Transparenz in den Betrieben und Information, damit Frauen
nicht bereits beim Einstellungsgespräch ins Hintertreffen kommen,
helfen, die Einkommensschere zu verkleinern. War im Vorjahr der Equal
pay day in NÖ am 3. Oktober, so hat sich dieser um zwei Tage nach
vorne verschoben. "Wenn Einkommensgerechtigkeit mit diesem Tempo
vorangetrieben wird, gibt es faire und gerechte Einkommen für Frauen
erst im Jahr 2056. Das ist inakzeptabel", so
Landeshauptmann-Stellvertreterin Mag. Karin Renner.
Laut Arbeiterkammer lag 2011das Brutto-Medianeinkommen der Frauen in
NÖ bei 1.443 Euro. Die Ursachen für das Auseinanderklaffen der
Einkommensschere sind eine überwiegende Beschäftigung der Frauen in
Niedriglohnbranchen, überproportionale Beschäftigung in Hilfs- und
Dienstleistungstätigkeiten und ein geringer Anteil an Frauen in
Führungspositionen. "Es gibt gravierende Unterschiede, nur weil Frau
eine Frau ist. Das Einkommen spielt eine existenzielle Rolle und ist
der Schlüssel für eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Es wird
Zeit, dass die Lohngerechtigkeit endlich umgesetzt wird", fordert
Renner.
Eine weitere Ursache für die Einkommensdifferenz ist der steigende
Anteil an Teilzeitbeschäftigten. Doch der Einkommensunterschied von
33,8 Prozent kann nur zum Teil mit der hohen Teilzeitquote von Frauen
(NÖ: 44,7 Prozent) erklärt werden. Selbst bei hohen Einkommen
verdienen Frauen (2.889 Euro) in NÖ noch um 27,62 Prozent weniger als
Männer (3.991 Euro) - und Teilzeitarbeit wird nicht immer freiwillig
verrichtet. Laut Statistik Austria müssen 31,5 Prozent wegen
Betreuungspflichten einer Teilzeitarbeit nachgehen, nur 20 Prozent
der Teilzeitarbeitenden wollen keine Vollzeitbeschäftigung und 11
Prozent haben keine Vollzeitstelle gefunden. Doch auch hier haben
Frauen gegenüber Männern Verdienstnachteile: Männer mit mehr als 30
Stunden Teilzeit verdienen im Durchschnitt genauso viel wie
vollzeitbeschäftigte Männer, Frauen um acht Prozent weniger als
vollzeitbeschäftigte Frauen. "Unbezahlte Tätigkeiten im Haushalt und
in der Familie werden noch immer in der Hauptsache von Frauen
erledigt, so dass eine Frau oft gar nicht Vollzeit arbeiten kann.
Aber warum übernehmen hier nicht auch Männer Verantwortung?", fragt
die SPÖ NÖ Landesfrauenvorsitzende.
Es sei notwendig, dass Forderungen der SPÖ endlich umgesetzt würden.
Dazu gehören beispielsweise die Schaffung von leistbaren Wohnungen
und die Einführung eines Brutto-Mindestlohns von 1.500 Euro brutto
für Vollarbeitszeit. Aber auch leistbare Kinderbetreuungsplätze
müssen ausgebaut werden - mit flexiblen Öffnungszeiten, die an die
Arbeitszeiten der Eltern angepasst sind, ebenso wie Kinderkrippen und
Ganztagsschulen, erklärt der SPÖ NÖ Landesparteivorsitzende Mag.
Matthias Stadler: "Wir fordern flächendeckende Maßnahmen für eine
bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Dazu gehört der Ausbau
von Betreuungseinrichtungen auch für unter Zweieinhalbjährige und
spezielle Mädchen- und Frauenförderungen für die Berufsausbildung
bzw. zur beruflichen Neuorientierung auch in handwerklichen und
technischen Berufen, damit ein Equal pay day endlich der
Vergangenheit angehören kann. Gleichzeitig ist es uns wichtig,
berufstätige Frauen nicht als Rabenmütter darzustellen und Männer für
die Karenz zu gewinnen."
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