GSV: Regionaler Verkehr braucht funktionale, nicht politische Einheiten

Pendlerverkehr wird weniger, der Freizeitverkehr steigt

Wien (OTS) - Der klassische Pendlerverkehr wird weniger, der Freizeitverkehr dafür mehr werden, prognostizierte Ortfried Friedreich (Axis Ingenieurleistungen) gestern beim kommunalen Dialog von Kommunalkredit und GSV. Heute bereits sei auf kommunaler Ebene manches Mal der "Binnenverkehr" das größere Problem. Auf Gemeindeebene gebe es dafür oft gute Lösungen, leider aber zuwenig gemeindeübergreifende. Friedreich: "Für eine gute Lösung regionaler Verkehrsprobleme muss in funktionalen, darf nicht in politischen Einheiten gedacht werden". Außerdem dürfen in den Planungsprozess nicht nur technische Ziele einfließen, es müssen vor allem die Bedürfnisse der Menschen befriedigt werden. Friedreich:
"Verkehrslösungen müssen begeistern!"

Friedrich Zibuschka, in Niederösterreich zuständig für Raumplanung, Umwelt und Verkehr, betont die Notwendigkeit von zusätzlichen Park und Ride-Anlagen, " weil aus wirtschaftlichen Gründen nicht überallhin Öffis geführt werden können". In Niederösterreich gebe es aber keine Baugenehmigungen mehr für Einkaufszentren "auf der grünen Wiese".

Der Generalsekretär des Österreichischen Gemeindebundes, Walter Leiss, streicht die hohe Bedeutung der Infrastruktur für die österreichischen Gemeinden hervor. Leiss: "Nicht jede Ortschaft besitzt bzw. kann einen Hochleistungsanschluss haben". Die Gemeinden haben zwar Überschüsse erwirtschaftet, allerdings zu Lasten dringend notwendiger Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur.

Thomas Duschek, Vorstand der Wiener Lokalbahnen kündigte bei der Badner Bahn eine Taktverdichtung und zusätzliche Haltestellen an. Die Badner Bahn befördert pro Tag mehr als 30.000 Fahrgäste. Tendenz steigend. Ein beträchtliches Verbesserungspotential beim Modal Split sieht er im Süden Wiens. Duschek hält außerdem fest, dass die Privatbahnen nach wie vor vehement um erforderliche Mittel kämpfen müssen.

Generalsekretär Herbert Kasser (BMVIT) sieht im Gesamtverkehrsplan Österreich die Eröffnung eines österreichweiten Dialogs. Für regionale Verkehrsmittel sollte es weiter regionale Verantwortung geben. Ein einheitliches Fahrkarten- und Informationssystem befürwortet Kasser, es dürfe allerdings den Wettbewerb nicht einschränken.

Für die Kommunalkredit betont deren Vorstandsvorsitzender Alois Steinbichler, dass der Verkehr eines der drei Geschäftsfelder der Bank sei. "Wir bieten unseren Kunden sowohl bei der Finanzierung als auch in Form von Beratung unsere Hilfe an."

Der Generalsekretär der GSV, Mario Rohracher, hält abschließend fest, dass der Dialog zwischen den Gebietskörperschaften spürbar an Fahrt gewinnt. Die Aufbringung zusätzlicher Mittel für eine bessere Versorgung der Regionen mit öffentlichem Verkehr ist allerdings noch weitgehend ungelöst.

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