Internet: Fluch oder Segen für Gesellschaft, Demokratie und Wirtschaft?

Ein Dialog mit der Zukunft: The Boston Consulting Group lud zum dritten Mal zur Diskussion Zukunft:Jetzt! ins 21er Haus.

Wien (OTS) - Wie sieht das Leben in einer digitalisierten Welt aus, und mit welchen Vorteilen und Schattenseiten muss man rechnen? Das Internet beeinflusst Gesellschaft, Wirtschaft und Politik massiv. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 1,4 Milliarden Wikipedia-Einträge, 600 Millionen Outlook-User, 700 Billionen Aufrufe von Google Maps, und pro Sekunde werden 6.366 Bilder hochgeladen. Der wirtschaftliche Nutzen für Konsumenten und Unternehmen ist unumstritten und pusht das Bruttoinlandsprodukt. Dr. Antonella Mei-Pochtler, Senior Partner bei The Boston Consulting Group, erwartet bis 2016 ein Konsumwachstum im Internet um 11 Prozent: "Der wirtschaftliche Nutzen für Konsumenten und Unternehmen ist mittlerweile enorm gestiegen. Mit neuen Geschäftsmodellen erreichen Unternehmen ihre Kunden, die verstärkt auf der Suche nach zeit- und energiesparenden Konsummöglichkeiten sind." Darüber hinaus profitieren Konsumenten von der vereinfachten internationalen und interkulturellen Kommunikation und dem verbesserten Zugang zu Wissen und kulturellen Inhalten. Aber auch hier gibt es zwei Seiten der Medaille - so bezifferte sich der Schaden durch Internetkriminalität im Jahr 2012 auf 750 Milliarden Euro.

Über Vor- und Nachteile einer digitalisierten Welt diskutierten am 30. September 2013 hochrangige Gäste bei der Podiumsdiskussion "Zukunft:Jetzt! - ein Dialog". The Boston Consulting Group (BCG) lud zum dritten Mal ins 21er Haus, um über zukunftsrelevante Themen zu diskutieren. Im Mittelpunkt der diesjährigen Veranstaltung stand das Thema "Werte und Vernetzung". Die Diskutanten waren Dr. Martin Bartenstein, CEO GEROT LANNACH Holding, Altabt Gregor Henckel-Donnersmarck, Stift Heiligenkreuz, und Univ.-Prof. Dr. Viktor Mayer-Schönberger, Oxford Internet Institute. Die Gastgeberin der Veranstaltung, Dr. Antonella Mei-Pochtler, Senior Partner und Managing Director bei BCG, verwies auf die Notwendigkeit, sich mit zukunftsrelevanten Themen zu beschäftigen: "In Zeiten, in denen Krisen immer rascher aufeinander folgen und die Komplexität steigt, wächst die Neigung zu möglichst raschen, einfachen und temporär wirksamen Lösungen. Als weltweit agierende Strategieberatung sehen wir unsere Verantwortung darin, über jene Zukunftsfragen zu sprechen, auf die es heute weder einfache noch eindeutige Antworten gibt, um daraus greifbare Strategien zu entwickeln, die Leitplanken fürs Leben und für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen sind."

Die Experten waren sich dahin gehend einig, dass aufgrund großer Sicherheitsprobleme große Unsicherheiten im Netz bestehen. Demokratische Werte sind gefährdet, wenn es darum geht, die individuelle Freiheit einzuschränken und den Einzelnen zu überwachen. Auf dem Transparenz- und Freiheitsgedanken, der einmal Grund für viele innovative Köpfe war, im Netz groß zu werden, liegt ein Schatten: Enthüllungen umfassender Überwachungsprogramme, illegale Nutzung von intellektuellem Eigentum sowie Betrug- und Schadensprogramme bringen große Verunsicherung für die nutzenden Individuen. Die Nutzer verlieren das Vertrauen in das Internet. Viktor Mayer-Schönberger vom Oxford Internet Institute plädiert auch auf ein Recht auf Vergessenwerden im Netz. "An sich ist für die Menschen das Vergessen einfach und das Erinnern schwer. Deshalb haben wir viele Hilfen entwickelt, wie etwa die Schrift und die Sprache. Das Netz kehrt das um und macht das Vergessen unmöglich, aber ohne Vergessen fällt auch das Vergeben schwer." Hier hakt auch Altabt Gregor Henckel-Donnersmarck vom Stift Heiligenkreuz ein, der die Zurverfügungstellung persönlicher Informationen im Netz auf den Punkt bringt: "Totale Transparenz in höchster Freiwilligkeit."

"Vertrauen ist ein wichtiges, aber konventionelles Gut. Es zu schützen hat höchste Priorität", meint Mei-Pochtler abschließend. "Der Schutz des Individuums und der persönlichen Daten bedingt die Freiheit, die wir alle benötigen. Die globale Vernetzung bietet unendlich viele Möglichkeiten, die wir unter Wahrung der persönlichen Freiheit des Einzelnen nutzen sollten." Abschließend fasst die Expertin zusammen, dass die Maßnahmen zum Aufbau von Vertrauen in das Internet sowohl in der Sicherstellung von Datensicherheit auf allen Plattformen als auch in der gezielten Verfolgung von Internetkriminalität und der Einschränkung bzw. der Kontrolle der staatlichen Überwachung von Individuen und nicht zuletzt in der Hervorhebung der Vorzüge eines freien und sicheren Internets gegenüber Behörden und Nutzern bestehen sollten.

Zukunft:Jetzt! - ein Dialog: Die Veranstaltungsreihe von The Boston Consulting Group umfasst 21 Themenfelder, die für die Gesellschaft und den Standort Österreich im 21. Jahrhundert entscheidend sind. Das Spektrum der Themen reicht von Währungs- bis Wachstumskrise, von der Rohstoff- und Energieherausforderung bis hin zu Arbeitsmarkt- Integrations- und Internetfragen. Die Positionen zu den Thesen aus Zukunft:Jetzt! und Resultate aus den Veranstaltungen finden Sie auf www.bcg.at. Die Themen basieren auf der Erfahrung aus der Zusammenarbeit mit führenden Unternehmen, NGOs sowie bedeutenden öffentlichen Institutionen. Die Weiterentwicklung dieses Themensets wird als offener Prozess verstanden.

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