- 02.10.2013, 09:50:55
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Internet: Fluch oder Segen für Gesellschaft, Demokratie und Wirtschaft?
Ein Dialog mit der Zukunft: The Boston Consulting Group lud zum dritten Mal zur Diskussion Zukunft:Jetzt! ins 21er Haus.
Utl.: Ein Dialog mit der Zukunft: The Boston Consulting Group lud
zum dritten Mal zur Diskussion Zukunft:Jetzt! ins 21er Haus. =
Wien (OTS) - Wie sieht das Leben in einer digitalisierten Welt aus,
und mit welchen Vorteilen und Schattenseiten muss man rechnen? Das
Internet beeinflusst Gesellschaft, Wirtschaft und Politik massiv. Die
Zahlen sprechen eine klare Sprache: 1,4 Milliarden
Wikipedia-Einträge, 600 Millionen Outlook-User, 700 Billionen Aufrufe
von Google Maps, und pro Sekunde werden 6.366 Bilder hochgeladen. Der
wirtschaftliche Nutzen für Konsumenten und Unternehmen ist
unumstritten und pusht das Bruttoinlandsprodukt. Dr. Antonella
Mei-Pochtler, Senior Partner bei The Boston Consulting Group,
erwartet bis 2016 ein Konsumwachstum im Internet um 11 Prozent: "Der
wirtschaftliche Nutzen für Konsumenten und Unternehmen ist
mittlerweile enorm gestiegen. Mit neuen Geschäftsmodellen erreichen
Unternehmen ihre Kunden, die verstärkt auf der Suche nach zeit- und
energiesparenden Konsummöglichkeiten sind." Darüber hinaus
profitieren Konsumenten von der vereinfachten internationalen und
interkulturellen Kommunikation und dem verbesserten Zugang zu Wissen
und kulturellen Inhalten. Aber auch hier gibt es zwei Seiten der
Medaille - so bezifferte sich der Schaden durch Internetkriminalität
im Jahr 2012 auf 750 Milliarden Euro.
Über Vor- und Nachteile einer digitalisierten Welt diskutierten am
30. September 2013 hochrangige Gäste bei der Podiumsdiskussion
"Zukunft:Jetzt! - ein Dialog". The Boston Consulting Group (BCG) lud
zum dritten Mal ins 21er Haus, um über zukunftsrelevante Themen zu
diskutieren. Im Mittelpunkt der diesjährigen Veranstaltung stand das
Thema "Werte und Vernetzung". Die Diskutanten waren Dr. Martin
Bartenstein, CEO GEROT LANNACH Holding, Altabt Gregor
Henckel-Donnersmarck, Stift Heiligenkreuz, und Univ.-Prof. Dr. Viktor
Mayer-Schönberger, Oxford Internet Institute. Die Gastgeberin der
Veranstaltung, Dr. Antonella Mei-Pochtler, Senior Partner und
Managing Director bei BCG, verwies auf die Notwendigkeit, sich mit
zukunftsrelevanten Themen zu beschäftigen: "In Zeiten, in denen
Krisen immer rascher aufeinander folgen und die Komplexität steigt,
wächst die Neigung zu möglichst raschen, einfachen und temporär
wirksamen Lösungen. Als weltweit agierende Strategieberatung sehen
wir unsere Verantwortung darin, über jene Zukunftsfragen zu sprechen,
auf die es heute weder einfache noch eindeutige Antworten gibt, um
daraus greifbare Strategien zu entwickeln, die Leitplanken fürs Leben
und für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen sind."
Die Experten waren sich dahin gehend einig, dass aufgrund großer
Sicherheitsprobleme große Unsicherheiten im Netz bestehen.
Demokratische Werte sind gefährdet, wenn es darum geht, die
individuelle Freiheit einzuschränken und den Einzelnen zu überwachen.
Auf dem Transparenz- und Freiheitsgedanken, der einmal Grund für
viele innovative Köpfe war, im Netz groß zu werden, liegt ein
Schatten: Enthüllungen umfassender Überwachungsprogramme, illegale
Nutzung von intellektuellem Eigentum sowie Betrug- und
Schadensprogramme bringen große Verunsicherung für die nutzenden
Individuen. Die Nutzer verlieren das Vertrauen in das Internet.
Viktor Mayer-Schönberger vom Oxford Internet Institute plädiert auch
auf ein Recht auf Vergessenwerden im Netz. "An sich ist für die
Menschen das Vergessen einfach und das Erinnern schwer. Deshalb haben
wir viele Hilfen entwickelt, wie etwa die Schrift und die Sprache.
Das Netz kehrt das um und macht das Vergessen unmöglich, aber ohne
Vergessen fällt auch das Vergeben schwer." Hier hakt auch Altabt
Gregor Henckel-Donnersmarck vom Stift Heiligenkreuz ein, der die
Zurverfügungstellung persönlicher Informationen im Netz auf den Punkt
bringt: "Totale Transparenz in höchster Freiwilligkeit."
"Vertrauen ist ein wichtiges, aber konventionelles Gut. Es zu
schützen hat höchste Priorität", meint Mei-Pochtler abschließend.
"Der Schutz des Individuums und der persönlichen Daten bedingt die
Freiheit, die wir alle benötigen. Die globale Vernetzung bietet
unendlich viele Möglichkeiten, die wir unter Wahrung der persönlichen
Freiheit des Einzelnen nutzen sollten." Abschließend fasst die
Expertin zusammen, dass die Maßnahmen zum Aufbau von Vertrauen in das
Internet sowohl in der Sicherstellung von Datensicherheit auf allen
Plattformen als auch in der gezielten Verfolgung von
Internetkriminalität und der Einschränkung bzw. der Kontrolle der
staatlichen Überwachung von Individuen und nicht zuletzt in der
Hervorhebung der Vorzüge eines freien und sicheren Internets
gegenüber Behörden und Nutzern bestehen sollten.
Zukunft:Jetzt! - ein Dialog: Die Veranstaltungsreihe von The
Boston Consulting Group umfasst 21 Themenfelder, die für die
Gesellschaft und den Standort Österreich im 21. Jahrhundert
entscheidend sind. Das Spektrum der Themen reicht von Währungs- bis
Wachstumskrise, von der Rohstoff- und Energieherausforderung bis hin
zu Arbeitsmarkt- Integrations- und Internetfragen. Die Positionen zu
den Thesen aus Zukunft:Jetzt! und Resultate aus den Veranstaltungen
finden Sie auf www.bcg.at. Die Themen basieren auf der Erfahrung aus
der Zusammenarbeit mit führenden Unternehmen, NGOs sowie bedeutenden
öffentlichen Institutionen. Die Weiterentwicklung dieses Themensets
wird als offener Prozess verstanden.
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