- 01.10.2013, 11:30:33
- /
- OTS0110 OTW0110
Literaturpassage eröffnet im MuseumsQuartier Wien
Wien (OTS) - Der Eingang Mariahilfer Straße wird als mittlerweile
sechster Durchgang im MQ Areal zu einer permanenten Themenpassage
umgestaltet. Das "Lesezimmer der Stadt" wird am 09. Oktober, 17 Uhr
mit einer "Wander-Lesung" eröffnet, im Rahmen derer die BesucherInnen
via Kopfhörer und mp3-Player Lesungen der drei ersten ausstellenden
AutorInnen lauschen können. Kuratiert wird die Literaturpassage von
Elena Messner und Eva Schörkhuber von "textfeld südost" in
Kooperation mit der "Edition Atelier".
Der neu gestaltete Eingang wird mit zeitgenössischen literarischen
Auseinandersetzungen mit der Stadt bespielt und präsentiert junge
Literaten aus Österreich, dem Donauraum und der Schwarzmeerregion in
Zusammenarbeit mit dem Writer-in-Residence Programm des
quartier21/MQ, das in Kooperation mit dem Bundesministerium für
europäische und internationale Angelegenheiten organisiert wird. Das
"Lesezimmer der Stadt" wird damit ein Gehen und Lesen in der Stadt
sowie ein Gehen und Lesen "der" Stadt ermöglichen.
"Literatur hat seit jeher einen wichtigen Stellenwert im
MuseumsQuartier, so hat es beispielsweise heuer im Sommer die 10.
Ausgabe der beliebten Open-Air Lesungen O-TÖNE gegeben. Es freut mich
daher umso mehr, dass dieses Genre mit der neu gestalteten Passage ab
sofort einen festen Platz im MQ hat und die BesucherInnen im
Vorbeigehen Literatur genießen können, so Dr. Christian Strasser,
Direktor MuseumsQuartier Wien. Vitus Weh, nach dessen Konzept
mittlerweile sechs der rund zwanzig Passagen im MuseumsQuartier zu
"Mikromuseen" etabliert wurden, ergänzt: "Die Literaturpassage ist
neben der benachbarten Comicpassage, der Typografie- und der Street
Art Passage eine weitere Themenpassage, die das inhaltliche Spektrum
des MQ um eine spezifische Ausformung von Schrift ergänzt.
Schriftlichkeit zeigt sich damit buchstäblich als das, was die
Bildspeicher in der Mitte des Areals permanent umkreist."
"Wir sehen die Literaturpassage gleichermaßen als Produktions- und
Rezeptionsraum", fügen Eva Schörkhuber und Elena Messner hinzu.
"Zeitgenössische AutorInnen setzen sich mit der Stadt auseinander,
mit Wien als urbanem Raum. Die Texte, die dabei entstehen, werden
wiederum in der Stadt, im öffentlichen Raum ausgestellt und eröffnen
somit neue, andere Zugänge - abseits von herkömmlichen, traditionell
überlieferten Wien-Bildern und -Klischees. Wichtig ist uns dabei die
Stimmenvielfalt, die eben auch dadurch entsteht, dass aus anderen
Sprachen, aus anderen Blickwinkeln und Herangehensweisen übersetzt
wird. "
Die optische Gestaltung der Passage übernimmt die Künstlerin
Johanna Kandl (Wien/Berlin) mit ihrer Arbeit "Mit Vorsatz". Ausgehend
von den Vorsatzpapieren, die bei der Bindung von Büchern noch bis in
die 1920er-Jahre eine große Rolle spielten, bemalt Johanna Kandl die
einzelnen Wand- und Deckenfelder der Passage mit verschiedenen
Mustern von historischen Vorsatzpapieren. Die Gestaltung nimmt also
Bezug auf das, was buchtechnisch vor dem Text kommt. Zudem ist sie
als Akzentuierung der besonderen architektonischen Grundsubstanz der
Passage intendiert: Einerseits werden die heraustretenden Teile des
baulichen Bestands wie Halbsäulen, Simse, Stuckaturen oder Bögen von
der Bemalung ausgespart, andererseits wird ein architektonischer
Kontext in die Passage "reinportiert", da sich die meisten
Vorsatzpapiere vom Dekorum der Architektur herleiten.
Die verschiedenen Texte werden in der Passage in zwei Vitrinen und
in Form einer großen Wandzeitung präsentiert. Daneben werden sie als
gedruckte Anthologie im Heft-Automaten um 2 Euro angeboten. Alle drei
Monate wechseln die Beiträge.
Die erste Ausstellung trägt den Titel "Ob Wien die Psychoanalyse
erfunden hat und andere Klischees zum Zerreißen": Entlang der Texte
von Tamta Melaschwili, Sebastian Fust und Uros Miloradovi
werden Aspekte, die in vielen Wien-Bildern und Wien-Texten zu
Stereotypen geronnen sind, befragt, auseinandergenommen und wieder
neu zusammengesetzt. "Der" Psychoanalyse, "der" Religion und "dem"
Gay-Vienna wird abseits von literarischer Denkmal- und
Traditionspflege nachgegangen. Textausschnitte, Manuskriptseiten,
Zeichnungen, Recherche-Fotos und bereits erschienene Bücher bilden
die Materialien der Ausstellung, die Texte werden in der ersten
Mini-Anthologie versammelt.
Das "Lesezimmer der Stadt" ist nach TONSPUR_passage, KABINETT
comic passage, STREET ART PASSAGE VIENNA, Typopassage Wien und
Meteoritenpassage die sechste Themenpassage im MuseumsQuartier. Jede
dieser Passagen ist eine autonome Institution und wie ein komplettes
Museum strukturiert: Es gibt einen Ort mit einer permanenten
künstlerischen Gestaltung, eine thematische Widmung, KuratorInnen,
wechselnde Ausstellungen und mitunter auch einen Museumsshop in Form
eines kleinen Automaten, in dem begleitende Publikationen erhältlich
sind. Im Unterschied zu herkömmlichen Museen lassen sich die Passagen
von den BesucherInnen rund um die Uhr besichtigen.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | MQW






