• 30.09.2013, 14:47:31
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WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Reformen: Wann, wenn nicht jetzt - von Esther Mitterstieler

Eine Große Koalition der alten Kräfte ist eine Koalition der Verlierer

Utl.: Eine Große Koalition der alten Kräfte ist eine Koalition der
Verlierer =

Wien (OTS) - Der 29. September 2013 wird als denkwürdiger Tag in die
österreichische Geschichte eingehen: Als der Tag, an dem eine Partei
auf Anhieb in den Nationalrat gewählt wird und dabei gefühlt erst
seit dem Sommer so richtig in die Gänge kam. Hans Peter Haselsteiner
hat den Neos Gesicht und Geld gegeben. Und steht für wirtschaftliche
Kompetenz. Wer ihn im Wahlstudio von "Puls4" gesehen hat, weiß: Er
kann auch junge Menschen begeistern. Wirtschaft und Bildung sind
genau jene Bereiche, für die die Neos eintreten, ebenso für eine
richtige Strukturreform.

Themen, die eine künftige Regierung ohne Wenn und Aber angehen muss.
Eine Große Koalition der alten Kräfte ist eine Koalition der
Verlierer. Zwei gröbere Varianten tun sich noch auf: Rot-Schwarz-Neos
oder Schwarz-Blau-Team Stronach. Eine Dreier-Koalition mag
schwieriger sein, würde aber für frischen Wind sorgen. Was die
Wirtschaft braucht, ist ein stabiles Umfeld. Die Gesellschaft auch.

Fakt ist: Rund 30 Prozent der Wähler haben EU-feindliche Parteien
gewählt. Die Erfolgsstory österreichischer Exporte seit EU-Beitritt
ist bei diesen Wählern nicht angekommen. Und: Die Parteien, die für
diesen Erfolg stehen, SPÖ und ÖVP, haben nicht vermitteln können, wie
wichtig Europa für Österreichs Wirtschaft und den damit verbundenen
Wohlstand ist. Nicht zuletzt deshalb haben die beide Parteien Stimmen
verloren. Und es ist schlicht so, dass die Wähler Versprechen nicht
mehr glauben und Neues wollen. Auch Frank Stronach hat den Sprung in
den Nationalrat geschafft. Die FPÖ hat gewonnen, der erste Platz in
der Steiermark zeigt die Aversion des Wahlvolkes gegen eine Große
Koalition. Auch wenn sie Reformen macht. Oder gerade deswegen? Hier
müssen wir uns alle an der Nase nehmen. Wer Veränderung fordert, muss
auch Einsparungen im eigenen Wahlkreis akzeptieren. Wer glaubt,
Österreich müsse Euro und EU verlassen, ist auf dem Holzweg. Neue
Biedermeierzeit gut und schön, wir leben in einer globalen Welt und
können uns dem nicht verschließen. Vergessen wir bei all der Kritik
gegenüber südlichen Eurostaaten bitte nicht, was wir selbst an
Fehlern gemacht haben, Stichwort Hypo Alpe Adria. Die FPÖ war dabei
und das ist nichts Neues. Noch eine Erkenntnis: Wolfgang Schüssel hat
die Rechte definitiv nicht entzaubern können.

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