- 29.09.2013, 19:17:47
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Industrie zu NRW: Jede neue Regierung muss Standortmodernisierung vorantreiben
IV-Präsident Kapsch: Strukturelle Veränderungen und Mut zu "großem Wurf" gefordert - Klares Nein zu "Reichenjagd", Blockaden in der Bildungspolitik und hetzerischem Populismus
Utl.: IV-Präsident Kapsch: Strukturelle Veränderungen und Mut zu
"großem Wurf" gefordert - Klares Nein zu "Reichenjagd",
Blockaden in der Bildungspolitik und hetzerischem Populismus =
Wien (OTS/PdI) - "Jede neue Bundesregierung muss in der kommenden
Legislaturperiode unbedingt die Standortmodernisierung vorantreiben.
Hier gibt es viel zu tun. Es sind strukturelle Reformen und mehr Mut
zu einem 'großen Wurf'- vor allem auch im so wichtigen
Bildungsbereich - gefordert. Was wir nicht brauchen sind
'Reichenjagd', Blockaden in der Bildungspolitik und hetzerischer
Populismus", betonte der Präsident der Industriellenvereinigung (IV),
Mag. Georg Kapsch, anlässlich der Nationalratswahl heute, Sonntag.
"Dass Zukunftsgestaltung und eine höhere Reformgeschwindigkeit
erwartet wird, haben die Menschen bei der Wahl zum Ausdruck gebracht.
Dies sollte von allen politischen Kräften als Aufforderung zu
Veränderung statt Stillstand aufgenommen werden. Dies umso mehr, da
sich unsere Mitbewerber ständig verbessern. Wir brauchen daher von
der neuen Regierung eine umfassende Standortoffensive mit der
Realwirtschaft im Mittelpunkt. Nur so kann es gelingen, heimische
Arbeitsplätze zu sichern und wenn möglich neue zu schaffen", so
Kapsch.
Standortpolitische Herausforderungen liegen auf der Hand
"Die standortpolitischen Herausforderungen liegen klar auf der Hand.
Wir müssen erstens das Industrie- und Technologieland Österreich
stärken. Dies bedeutet wettbewerbsfähige Lohnstückkosten
gewährleisten, Zukunftsinvestitionen in F&E sowie Bildung stärken,
den Anteil vergangenheitsbezogener Ausgaben reduzieren, die
Attraktivität für ausländische Direktinvestitionen steigern,
wettbewerbsfähige Energiepreise für unsere umweltfreundliche
Industrie ermöglichen sowie neue moderne Arbeitszeitmodelle in einer
sich ständig verändernden Arbeitswelt einführen", so Kapsch.
"Wir brauchen eine strukturelle Reform unseres Steuersystems. Es
gilt, die Einkommen und den Faktor Arbeit zu entlasten, die
Abgabenquote von bereits 43 auf 38 Prozent des BIP zu senken, keine
standortschädlichen Vermögen-, Erbschafts- oder Schenkungssteuern
einzuführen, die moderne Gruppenbesteuerung zu sichern und die
politische Kostenbelastung auf Energie zu senken. Die
Staatsverschuldung ist ausgabenseitig und nicht über Steuererhöhungen
abzubauen sowie die Staatsschuldenquote langfristig und substanziell
zu senken."
"Drittens müssen wir unseren Staat modernisieren und eine konsequente
Staatsaufgabenreform sowie strukturelle Veränderungen im Gesundheits-
und Pensionsbereich umsetzen. Österreich braucht eine modernere
Bildungsverwaltung, bei der das Geld auch in den Klassenzimmern
ankommt. Wir erwarten darüber hinaus jedenfalls ein klareres
Bekenntnis zu und mehr Engagement für Europa", betonte der
IV-Präsident.
Zeit für Taten
"In internationalen Standortrankings hat Österreich in den
vergangenen Jahren zum Teil erheblich an Terrain verloren - dass wir
im internationalen Vergleich nicht mehr verloren haben, ist Verdienst
einer starken und international ausgerichteten Industrie", sagte
Kapsch. Der servoindustrielle Sektor stelle einen Anteil von 58,9
Prozent an der österreichischen Gesamtwirtschaft. Dies bringe
Arbeitsplätze für 2,44 Millionen Menschen - 56,6 Prozent aller
Beschäftigungsverhältnisse in Österreich. Und Österreichs Unternehmen
zahlten 2012 5,3 Milliarden Euro Körperschaftsteuer und über 31
Milliarden Euro an weiteren unternehmensbezogenen Steuern und
Abgaben. Der IV-Präsident wies darauf hin, "dass alle Parteien im
Wahlkampf zu wenig über zielführende Wirtschafts- und
Industriepolitik gesprochen haben. Jetzt ist Zeit für Taten.
Österreich hat schon jetzt mit 34,3 Prozent des BIP die höchste
Transferquote der EU. Noch mehr umzuverteilen kann daher nicht
funktionieren, wir müssen unseren Wohlstand zuerst gemeinsam
erwirtschaften. Dazu bedarf es allerdings großer Anstrengungen sowie
konkreter Maßnahmen statt Lippenbekenntnisse. Die Industrie steht der
Politik als Partner für Wachstum und Arbeitsplätze zur Verfügung", so
Kapsch.
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