Industrie zu NRW: Jede neue Regierung muss Standortmodernisierung vorantreiben

IV-Präsident Kapsch: Strukturelle Veränderungen und Mut zu "großem Wurf" gefordert - Klares Nein zu "Reichenjagd", Blockaden in der Bildungspolitik und hetzerischem Populismus

Wien (OTS/PdI) - "Jede neue Bundesregierung muss in der kommenden Legislaturperiode unbedingt die Standortmodernisierung vorantreiben. Hier gibt es viel zu tun. Es sind strukturelle Reformen und mehr Mut zu einem 'großen Wurf'- vor allem auch im so wichtigen Bildungsbereich - gefordert. Was wir nicht brauchen sind 'Reichenjagd', Blockaden in der Bildungspolitik und hetzerischer Populismus", betonte der Präsident der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Georg Kapsch, anlässlich der Nationalratswahl heute, Sonntag. "Dass Zukunftsgestaltung und eine höhere Reformgeschwindigkeit erwartet wird, haben die Menschen bei der Wahl zum Ausdruck gebracht. Dies sollte von allen politischen Kräften als Aufforderung zu Veränderung statt Stillstand aufgenommen werden. Dies umso mehr, da sich unsere Mitbewerber ständig verbessern. Wir brauchen daher von der neuen Regierung eine umfassende Standortoffensive mit der Realwirtschaft im Mittelpunkt. Nur so kann es gelingen, heimische Arbeitsplätze zu sichern und wenn möglich neue zu schaffen", so Kapsch.

Standortpolitische Herausforderungen liegen auf der Hand

"Die standortpolitischen Herausforderungen liegen klar auf der Hand. Wir müssen erstens das Industrie- und Technologieland Österreich stärken. Dies bedeutet wettbewerbsfähige Lohnstückkosten gewährleisten, Zukunftsinvestitionen in F&E sowie Bildung stärken, den Anteil vergangenheitsbezogener Ausgaben reduzieren, die Attraktivität für ausländische Direktinvestitionen steigern, wettbewerbsfähige Energiepreise für unsere umweltfreundliche Industrie ermöglichen sowie neue moderne Arbeitszeitmodelle in einer sich ständig verändernden Arbeitswelt einführen", so Kapsch.

"Wir brauchen eine strukturelle Reform unseres Steuersystems. Es gilt, die Einkommen und den Faktor Arbeit zu entlasten, die Abgabenquote von bereits 43 auf 38 Prozent des BIP zu senken, keine standortschädlichen Vermögen-, Erbschafts- oder Schenkungssteuern einzuführen, die moderne Gruppenbesteuerung zu sichern und die politische Kostenbelastung auf Energie zu senken. Die Staatsverschuldung ist ausgabenseitig und nicht über Steuererhöhungen abzubauen sowie die Staatsschuldenquote langfristig und substanziell zu senken."

"Drittens müssen wir unseren Staat modernisieren und eine konsequente Staatsaufgabenreform sowie strukturelle Veränderungen im Gesundheits-und Pensionsbereich umsetzen. Österreich braucht eine modernere Bildungsverwaltung, bei der das Geld auch in den Klassenzimmern ankommt. Wir erwarten darüber hinaus jedenfalls ein klareres Bekenntnis zu und mehr Engagement für Europa", betonte der IV-Präsident.

Zeit für Taten

"In internationalen Standortrankings hat Österreich in den vergangenen Jahren zum Teil erheblich an Terrain verloren - dass wir im internationalen Vergleich nicht mehr verloren haben, ist Verdienst einer starken und international ausgerichteten Industrie", sagte Kapsch. Der servoindustrielle Sektor stelle einen Anteil von 58,9 Prozent an der österreichischen Gesamtwirtschaft. Dies bringe Arbeitsplätze für 2,44 Millionen Menschen - 56,6 Prozent aller Beschäftigungsverhältnisse in Österreich. Und Österreichs Unternehmen zahlten 2012 5,3 Milliarden Euro Körperschaftsteuer und über 31 Milliarden Euro an weiteren unternehmensbezogenen Steuern und Abgaben. Der IV-Präsident wies darauf hin, "dass alle Parteien im Wahlkampf zu wenig über zielführende Wirtschafts- und Industriepolitik gesprochen haben. Jetzt ist Zeit für Taten. Österreich hat schon jetzt mit 34,3 Prozent des BIP die höchste Transferquote der EU. Noch mehr umzuverteilen kann daher nicht funktionieren, wir müssen unseren Wohlstand zuerst gemeinsam erwirtschaften. Dazu bedarf es allerdings großer Anstrengungen sowie konkreter Maßnahmen statt Lippenbekenntnisse. Die Industrie steht der Politik als Partner für Wachstum und Arbeitsplätze zur Verfügung", so Kapsch.

Rückfragen & Kontakt:

IV-Newsroom
Tel.: +43 (1) 711 35-2306
info@iv-newsroom.at
www.iv-net.at/medien

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NPI0001