Mailath: "Unbekanntes Wien am Tag des Denkmals entdecken"

Führungen, Workshops und vielfältiges Programm für Kinder und Familien

Wien (OTS) - Seit 1998 findet in Österreich jeweils am letzten Sonntag im September der Tag des Denkmals statt, veranstaltet vom Bundesdenkmalamt. Mehr als 70.000 Besucherinnen und Besucher folgen jährlich der Einladung und erkunden in Streifzügen ihre geschichtsträchtige Umgebung. Allein in Wien laden 40 historische Orte zum Besuch ein, darunter die Hofburg, das Römermuseum, die Domhütte zu St. Stephan oder das Zacherlhaus in Döbling. Einer der Top-Stationen ist das Wiener Rathaus: Hier geben Steinmetze Auskunft zur Generalsanierung der Fassade und lassen sich bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen.

"Die Straßen Wiens sind mit Kultur gepflastert", zitiert Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny Karl Kraus. "Der Tag des Denkmals ist eine gute Gelegenheit, die Kultur und die Geschichte unserer Stadt kennen zu lernen. Eine Geschichte, die oft im öffentlichen Raum durch Bauwerke, Gedenktafeln oder Denkmäler erzählt wird. Diesen Monumenten und Gedächtnisorten ist der besondere Charme Wiens zwischen Tradition und Moderne zu danken. Ihr Erhalt macht jene Lebensqualität aus, an denen sich auch die kommenden Generationen noch erfreuen werden."

Barbara Neubauer, Präsidentin des Bundesdenkmalamts: "Dem Thema Stein ist der diesjährige Tag des Denkmals gewidmet. Stein ist grundlegend für unsere gebaute Umwelt und zugleich für unser kulturelles Erbe. Dieses zu erhalten, kann nur durch gute Zusammenarbeit zwischen Denkmalschutz und seinen Partnern wie der Stadt Wien gelingen".

Friedrich Dahm, Landeskonservator für Wien des Bundesdenkmalamts:
"Das reiche und vielfältige kulturelle Erbe Wiens zu erhalten, ist ein Auftrag der Öffentlichkeit. Seine Erfüllung gelingt nur durch gute Partnerschaft, wie sie zwischen der Kulturabteilung der Stadt Wien und dem Bundesdenkmalamt besteht. Am Tag des Denkmals können sich die WienerInnen ein Bild dieser Anstrengungen machen und erhalten Zutritt zu sonst mitunter verschlossenen Räumen".

Zwt: Sanierung Rathaus
Das Wiener Rathaus zählt zu den bedeutendsten Bauten der Ringstraße -jenem Boulevard, der für die ganze Epoche des Historismus namensgebend und richtungsweisend wurde. Bei keinem anderen der großen Ringstraßenbauten wurde so viel Naturstein - weit mehr als 40.000 m3 Bruch- und Quadersteine - verwendet. Die Witterung, der die Rathaus-Fassaden mittlerweile nun schon 130 Jahre ausgesetzt sind, hat jedoch deutliche Spuren an den Natursteinoberflächen hinterlassen, die restauratorische Maßnahmen notwendig machen. Die gesamte Natursteinfassadenfläche des Wiener Rathauses (Architekt:
Friedrich Schmidt) umfasst rund 40.000 m2 Fläche. Für Errichtung der Fassaden wurden anno dazumal 30.000 m3 Quaderstein und 10.000 m3 Bruchstein eingesetzt.
In Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt wurde ein Programm entwickelt, das neben der Erfüllung des technischen Erfordernisses eine Restaurierung ermöglicht, die sowohl allen Gesteinsvarietäten entspricht, als auch der historischen und architektonischen Bedeutung des einzigartigen Wiener Ringstraßenbaus gerecht wird. Dabei wird der Natursteinkonservierung und -restaurierung eine ganz besondere Rolle zuteil, da die Wiederherstellung der Materialität als einziges Gestaltungsmerkmal der neogotischen Fassaden gleichermaßen zentraler Inhalt als auch herausfordernde Aufgabe ist.

Zwt: Tag des Denkmals
2012 haben bei jährlich steigendem Zustrom insgesamt 71.000 Kulturinteressierte die Programmpunkte des Tags des Denkmals besucht, davon rund 22.000 Menschen in Wien.
Das heurige Motto < aus Stein? > untersucht die facettenreichen Perspektiven des Materials Stein. Ob Granit als Rohstoff, Gips als Werkstoff oder Sandstein als Baustoff, Dekor, Symbol oder Gedächtnisspeicher: Stein beherrscht als Schwerpunkt den 16. Tag des Denkmals. 305 Programmpunkte - Burgruinen, Kirchen, Schlösser, Häuser, Steinmetzateliers sowie Friedhöfe - laden ein, Stein als grundlegenden Bestandteil des kulturellen Erbes hautnah zu erfahren oder auf den zahlreichen geführten Touren zu erwandern. Vom historischen Arlbergweg bis zur Wiener Steinwanderung, von der urgeschichtlichen und römischen Ausgrabung bis zu Günther Domenigs Steinhaus reicht der geschichtliche Bogen der vom Bundesdenkmalamt im Rahmen der European Heritage Days organisierten, kostenlosen Veranstaltung.

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Renate Rapf
Mediensprecherin StR. Dr. Andreas Mailath-Pokorny
Tel.: 4000-81175
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