- 27.09.2013, 16:26:03
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Stürze sind vermeidbar
Tag der älteren Menschen am 1. Oktober 2013: Studienergebnisse zeigen, dass häufiges Stürzen im Altern durch regelmäßige Bewegung verhindert werden kann
Utl.: Tag der älteren Menschen am 1. Oktober 2013: Studienergebnisse
zeigen, dass häufiges Stürzen im Altern durch regelmäßige
Bewegung verhindert werden kann =
Wien (OTS) - "Rund ein Drittel aller über 65-jährigen und die Hälfte
aller über 80-jährigen Menschen stürzen zumindest einmal im Jahr.
Stürze und die dadurch verursachten Verletzungen sind aber
vermeidbarer. Es gibt viele Dinge, die wir - zusammen mit älteren
Menschen - tun können, um diese zu verhindern", erklärt Georg Aumayr,
Leiter der Johanniter-Forschungsabteilung zum Internationalen Tag der
älteren Menschen.
Die Johanniter sind die erste und einzige Organisation in
Österreich, die sich aktiv im EU-Projekt ProFouND engagiert. ProFouND
ist ein von der Europäischen Kommission finanziertes Netzwerk zur
Sturzprävention. ProFouND möchte Best Practice Beispiele zur
Sturzprävention vorstellen und einfache Strategien aufzeigen, um
Stürzen vorzubeugen.
Stürze sind der häufigste Grund für schwere Verletzungen bei
älteren Menschen. Forschungsergebnisse zeigen, dass das Sturzrisiko
umso höher ist, je öfter eine ältere Person bereits gestürzt ist.
Zudem erhöht sich das Sturzrisiko, wenn ältere Menschen
Mobilitätsprobleme haben, eine Gehhilfe verwenden oder bestimmte
Erkrankungen wie einen vorangegangenen Schlaganfall,
Parkinson-Krankheit, Demenz oder Arthritis aufweisen. Auch die
Einnahme von mehr als 4 Medikamenten, die Angst zu stürzen,
Inkontinenz, Sehbeschwerden und Kraft- und Gleichgewichtsprobleme
erhöhen die Wahrscheinlichkeit für einen Sturz.
Experten aus ganz Europa treten dafür ein, dass Stürze dennoch
nicht als unausweichliche Begleiterscheinung des höheren Alters
angesehen werden dürfen. Forschungsarbeiten zeigen, dass es viele
Möglichkeiten gibt, um die Zahl der Stürze zu verringern.
"Es gibt stichhaltige wissenschaftliche Beweise dafür, dass Stürze
bei älteren Menschen verhindert werden können. Kräftigungs- und
Gleichgewichtsübungen beispielsweise können vor Stürzen schützen.
Diese Übungen sollten jedoch immer unter fachkundiger Anleitung
durchgeführt werden, um die gesundheitliche Unbedenklichkeit und die
Effektivität sicherzustellen", erklärt der Leiter des ProFouND
Netzwerks Professor Chris Todd von der University of Manchester in
Großbritannien.
Dr. Gabriele Lerche, stv. Chefärztin der Johanniter ergänzt: "Man
sollte die Zeit, die man sitzend verbringt, möglichst minimieren und
versuchen, täglich aktiv zu sein. Wir raten pro Woche zumindest 150
Minuten Bewegung mittlerer Intensität in Einheiten zu jeweils etwa 10
Minuten zu machen. Bei Vorerkrankungen sollte zuvor ein Arzt
konsultiert werden. Volkshochschulen und ähnliche Einrichtungen
bieten regelmäßig Kurse für Senioren an. Auch über lokale
Gesundheitsdienste können Informationen zu Kursen zur Verbesserung
der Muskelkraft und des Gleichgewichts bezogen werden."
Das von der Europäischen Kommission finanzierte ProFouND Netzwerk
unterstützt die Europäische Innovationspartnerschaft "Aktives und
gesundes Altern" indem Trainingsmaterialien innerhalb der gesamten
Europäischen Union zugänglich gemacht werden, um so die Zahl der
Stürze unter älteren Menschen in Europa zu verringern.
Interessenten können die Broschüren bei der Johanniter-Unfall-Hilfe
anfordern unter: [email protected]
Anmerkungen für Redakteure:
Mag. Georg Aumayr, Leiter der Forschungsabteilung der
Johanniter-Unfall-Hilfe in Österreich, steht für Interviews zur
Verfügung. Für Interviewanfragen wenden Sie sich bitte an:
[email protected]
Hintergrundinformationen
- ProFouND, das öffentliche Netzwerk zur Sturzprävention (ProFouND)
ist eine von der Europäischen Kommission finanzierte und von der
University of Manchester geleitete Initiative, die sich der
Verbreitung und Umsetzung von Best Practice Beispielen zur
Sturzprävention in ganz Europa widmet. ProFouND vereint 21 Partner
aus 12 Ländern sowie außerordentliche Partner aus weiteren 10
Ländern. ProFouND möchte ein stärkeres Bewusstsein für die
Sturzthematik und innovative Präventionsprogramme bei Gesundheits-
und Sozialbehörden, im Wirtschaftssektor, bei NGOs und in der
Öffentlichkeit schaffen, um so sicherzustellen, dass spezifische
Informationen den jeweiligen Zielgruppen innerhalb der EU zugänglich
gemacht werden. Nähere Informationen unter: www.profound.eu.com
- Die Europäische Innovationspartnerschaft "Aktives und gesundes
Altern" wurde im April 2012 gestartet. Europa ist mit einem Prozess
der demographischen Alterung konfrontiert: immer mehr Menschen
erreichen ein höheres Alter und immer weniger junge Menschen treten
in den Arbeitsmarkt ein. Um diese demographische Herausforderung
anzugehen, hat sich die Europäische Innovationspartnerschaft "Aktives
und gesundes Altern" (EIP-AHA) zum Ziel gesetzt, die gesunde
Lebenserwartung der EU-Bürger bis zum Jahr 2020 um durchschnittlich 2
Jahre zu verlängern. EIP-AHA zielt dabei auf dreierlei Verbesserungen
an: eine verbesserte Lebensqualität, nachhaltigere und effizientere
Gesundheits und Sozialfürsorgesysteme sowie Innovation, Arbeitsplätze
und Wirtschaftswachstum. Für weitere Informationen siehe:
http://ec.europa.eu/health/ageing/innovation/index_de.htm
An den Maßnahmen zur Sturzprävention beteiligen sich mehr als 70
Organisationen aus der gesamten EU, einschließlich Universitäten und
Forschungsgruppen, Behörden, Gesundheitsdienstleister, Industrie,
Bürger, ältere Menschen oder Patienten vertretende NGOs und andere am
Themengebiet Interessierte. Ziel ist es, Best Practice Beispiele zu
identifizieren und die Einführung evidenzbasierter Handlungsprogramme
zur Sturzprävention, Risikofrüherkennung bzw. Risikominimierung sowie
zu gutem klinischem Management von gestürzten Personen zu
unterstützen.
Auch die zwei von der EU finanzierten Netzwerke ProFouND
(öffentliches Netzwerk zur Sturzprävention www.profound.eu.com) und
E-NO FALLS (European Network fOr FALL Prevention, Intervention &
Security: www.e-nofalls.eu) unterstützen die von der Europäischen
Innovationspartnerschaft "Aktives und gesundes Altern" entwickelten
Präventionsmaßnahmen.
Für weitere Informationen siehe:
http://ec.europa.eu/health/ageing/innovation/index_de.htm
- Die University of Manchester ist eine der größten und berühmtesten
Universitäten Großbritanniens. Sie hat 20 akademische Fakultäten und
hunderte spezialisierte Forschungsgruppen, die zukunftsweisende,
international anerkannte, multidisziplinäre Lehre und Forschung
betreiben. Die University of Manchester ist eine von Europas
bedeutendsten Forschungsinstitutionen mit jährlichen Einnahmen von
807 Millionen Britischen Pfund. Die University of Manchester liegt
hinsichtlich ihres Lehrbetriebs und des Einflusses ihrer Forschung
auf Platz 40 im internationalen Universitätsranking.
- Die Johanniter-Unfall-Hilfe zählt mit nahezu 900 Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern sowie etwa 180.000 Einsätzen jährlich zu den
führenden Rettungsorganisationen Österreichs. 44.000 Förderer
unterstützen die Arbeit der Johanniter und ermöglichen mit ihren
Beiträgen ein breites Spektrum an sozialen und karitativen
Leistungen, etwa Rettungsdienst und Krankentransport, Gesundheits-
und Hauskrankenpflege, Palliativpflege, Soziale Dienste,
Erste-Hilfe-Ausbildung, Katastrophenhilfe und Jugendarbeit. Die
Johanniter-Unfall-Hilfe ist ein Werk des evangelischen
Johanniterordens und Mitglied der Diakonie Österreich.
- Der Internationale Tag der älteren Menschen wurde 1990 von der
UN-Hauptversammlung ins Leben gerufen und seither jährlich am 1.
Oktober gefeiert.
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