Stürze sind vermeidbar

Tag der älteren Menschen am 1. Oktober 2013: Studienergebnisse zeigen, dass häufiges Stürzen im Altern durch regelmäßige Bewegung verhindert werden kann

Wien (OTS) - "Rund ein Drittel aller über 65-jährigen und die Hälfte aller über 80-jährigen Menschen stürzen zumindest einmal im Jahr. Stürze und die dadurch verursachten Verletzungen sind aber vermeidbarer. Es gibt viele Dinge, die wir - zusammen mit älteren Menschen - tun können, um diese zu verhindern", erklärt Georg Aumayr, Leiter der Johanniter-Forschungsabteilung zum Internationalen Tag der älteren Menschen.

Die Johanniter sind die erste und einzige Organisation in Österreich, die sich aktiv im EU-Projekt ProFouND engagiert. ProFouND ist ein von der Europäischen Kommission finanziertes Netzwerk zur Sturzprävention. ProFouND möchte Best Practice Beispiele zur Sturzprävention vorstellen und einfache Strategien aufzeigen, um Stürzen vorzubeugen.

Stürze sind der häufigste Grund für schwere Verletzungen bei älteren Menschen. Forschungsergebnisse zeigen, dass das Sturzrisiko umso höher ist, je öfter eine ältere Person bereits gestürzt ist. Zudem erhöht sich das Sturzrisiko, wenn ältere Menschen Mobilitätsprobleme haben, eine Gehhilfe verwenden oder bestimmte Erkrankungen wie einen vorangegangenen Schlaganfall, Parkinson-Krankheit, Demenz oder Arthritis aufweisen. Auch die Einnahme von mehr als 4 Medikamenten, die Angst zu stürzen, Inkontinenz, Sehbeschwerden und Kraft- und Gleichgewichtsprobleme erhöhen die Wahrscheinlichkeit für einen Sturz.

Experten aus ganz Europa treten dafür ein, dass Stürze dennoch nicht als unausweichliche Begleiterscheinung des höheren Alters angesehen werden dürfen. Forschungsarbeiten zeigen, dass es viele Möglichkeiten gibt, um die Zahl der Stürze zu verringern.

"Es gibt stichhaltige wissenschaftliche Beweise dafür, dass Stürze bei älteren Menschen verhindert werden können. Kräftigungs- und Gleichgewichtsübungen beispielsweise können vor Stürzen schützen. Diese Übungen sollten jedoch immer unter fachkundiger Anleitung durchgeführt werden, um die gesundheitliche Unbedenklichkeit und die Effektivität sicherzustellen", erklärt der Leiter des ProFouND Netzwerks Professor Chris Todd von der University of Manchester in Großbritannien.

Dr. Gabriele Lerche, stv. Chefärztin der Johanniter ergänzt: "Man sollte die Zeit, die man sitzend verbringt, möglichst minimieren und versuchen, täglich aktiv zu sein. Wir raten pro Woche zumindest 150 Minuten Bewegung mittlerer Intensität in Einheiten zu jeweils etwa 10 Minuten zu machen. Bei Vorerkrankungen sollte zuvor ein Arzt konsultiert werden. Volkshochschulen und ähnliche Einrichtungen bieten regelmäßig Kurse für Senioren an. Auch über lokale Gesundheitsdienste können Informationen zu Kursen zur Verbesserung der Muskelkraft und des Gleichgewichts bezogen werden."

Das von der Europäischen Kommission finanzierte ProFouND Netzwerk unterstützt die Europäische Innovationspartnerschaft "Aktives und gesundes Altern" indem Trainingsmaterialien innerhalb der gesamten Europäischen Union zugänglich gemacht werden, um so die Zahl der Stürze unter älteren Menschen in Europa zu verringern.

Interessenten können die Broschüren bei der Johanniter-Unfall-Hilfe anfordern unter: forschung.wien@johanniter.at

Anmerkungen für Redakteure:

Mag. Georg Aumayr, Leiter der Forschungsabteilung der Johanniter-Unfall-Hilfe in Österreich, steht für Interviews zur Verfügung. Für Interviewanfragen wenden Sie sich bitte an:
presse@johanniter.at

Hintergrundinformationen

- ProFouND, das öffentliche Netzwerk zur Sturzprävention (ProFouND) ist eine von der Europäischen Kommission finanzierte und von der University of Manchester geleitete Initiative, die sich der Verbreitung und Umsetzung von Best Practice Beispielen zur Sturzprävention in ganz Europa widmet. ProFouND vereint 21 Partner aus 12 Ländern sowie außerordentliche Partner aus weiteren 10 Ländern. ProFouND möchte ein stärkeres Bewusstsein für die Sturzthematik und innovative Präventionsprogramme bei Gesundheits-und Sozialbehörden, im Wirtschaftssektor, bei NGOs und in der Öffentlichkeit schaffen, um so sicherzustellen, dass spezifische Informationen den jeweiligen Zielgruppen innerhalb der EU zugänglich gemacht werden. Nähere Informationen unter: www.profound.eu.com

- Die Europäische Innovationspartnerschaft "Aktives und gesundes Altern" wurde im April 2012 gestartet. Europa ist mit einem Prozess der demographischen Alterung konfrontiert: immer mehr Menschen erreichen ein höheres Alter und immer weniger junge Menschen treten in den Arbeitsmarkt ein. Um diese demographische Herausforderung anzugehen, hat sich die Europäische Innovationspartnerschaft "Aktives und gesundes Altern" (EIP-AHA) zum Ziel gesetzt, die gesunde Lebenserwartung der EU-Bürger bis zum Jahr 2020 um durchschnittlich 2 Jahre zu verlängern. EIP-AHA zielt dabei auf dreierlei Verbesserungen an: eine verbesserte Lebensqualität, nachhaltigere und effizientere Gesundheits und Sozialfürsorgesysteme sowie Innovation, Arbeitsplätze und Wirtschaftswachstum. Für weitere Informationen siehe:
http://ec.europa.eu/health/ageing/innovation/index_de.htm

An den Maßnahmen zur Sturzprävention beteiligen sich mehr als 70 Organisationen aus der gesamten EU, einschließlich Universitäten und Forschungsgruppen, Behörden, Gesundheitsdienstleister, Industrie, Bürger, ältere Menschen oder Patienten vertretende NGOs und andere am Themengebiet Interessierte. Ziel ist es, Best Practice Beispiele zu identifizieren und die Einführung evidenzbasierter Handlungsprogramme zur Sturzprävention, Risikofrüherkennung bzw. Risikominimierung sowie zu gutem klinischem Management von gestürzten Personen zu unterstützen.

Auch die zwei von der EU finanzierten Netzwerke ProFouND (öffentliches Netzwerk zur Sturzprävention www.profound.eu.com) und E-NO FALLS (European Network fOr FALL Prevention, Intervention & Security: www.e-nofalls.eu) unterstützen die von der Europäischen Innovationspartnerschaft "Aktives und gesundes Altern" entwickelten Präventionsmaßnahmen.

Für weitere Informationen siehe:
http://ec.europa.eu/health/ageing/innovation/index_de.htm

- Die University of Manchester ist eine der größten und berühmtesten Universitäten Großbritanniens. Sie hat 20 akademische Fakultäten und hunderte spezialisierte Forschungsgruppen, die zukunftsweisende, international anerkannte, multidisziplinäre Lehre und Forschung betreiben. Die University of Manchester ist eine von Europas bedeutendsten Forschungsinstitutionen mit jährlichen Einnahmen von 807 Millionen Britischen Pfund. Die University of Manchester liegt hinsichtlich ihres Lehrbetriebs und des Einflusses ihrer Forschung auf Platz 40 im internationalen Universitätsranking.

- Die Johanniter-Unfall-Hilfe zählt mit nahezu 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie etwa 180.000 Einsätzen jährlich zu den führenden Rettungsorganisationen Österreichs. 44.000 Förderer unterstützen die Arbeit der Johanniter und ermöglichen mit ihren Beiträgen ein breites Spektrum an sozialen und karitativen Leistungen, etwa Rettungsdienst und Krankentransport, Gesundheits-und Hauskrankenpflege, Palliativpflege, Soziale Dienste, Erste-Hilfe-Ausbildung, Katastrophenhilfe und Jugendarbeit. Die Johanniter-Unfall-Hilfe ist ein Werk des evangelischen Johanniterordens und Mitglied der Diakonie Österreich.

- Der Internationale Tag der älteren Menschen wurde 1990 von der UN-Hauptversammlung ins Leben gerufen und seither jährlich am 1. Oktober gefeiert.

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