- 26.09.2013, 12:39:03
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Fraunhofer Austria Kaminabend: Industrie 4.0 - Das vernetzte Wertschöpfungssystem der Zukunft
Wien (OTS) - Nachdem die Industrie mechanisiert, elektrifiziert und
digitalisiert wurde, soll sie nun intelligent werden. Industrie 4.0
stellt dabei den möglichen vierten Schritt der Industriellen
Revolution dar, durch zielgerichtetes Zusammenwachsen modernster
Informations- und Kommunikationstechnologien mit klassischen
industriellen Prozessen. Im Rahmen des Kaminabends "Industrie 4.0 -
Das vernetzte Wertschöpfungssystem der Zukunft" zeigte Fraunhofer
Austria, gemeinsam mit den Unternehmen Trumpf Austria und der Siemens
AG Österreich, konkrete Chancen, Herausforderungen und Beispiele auf.
Den Industriebetrieben stehen große Änderungen bevor - da sind
sich die Experten einig. Denn die Produkte werden immer
individueller, die Bandbreite größer und das Unternehmensumfeld
insgesamt immer komplexer. Nach der Mechanisierung, der
Elektrifizierung und der Digitalisierung soll sich die Industrie nun
zur Industrie 4.0 wandeln. Doch was verbirgt sich hinter diesem
Begriff? Während die Herstellungsprozesse heute zentral ausgerichtet
sind - die Anweisungen werden also von der Unternehmensleitebene
gegeben, sie kommen somit von 'oben' - soll in der Industrie 4.0
jedes Objekt (Maschine, Anlage, Werkstück und/oder Werkzeug) mit
künstlicher Intelligenz ausgestattet sein. Im Alltag hieße das: Die
Objekte tauschen gegenseitig Informationen aus, treffen ihre
Entscheidungen und steuern sich selbst. In den neu entstehenden
intelligenten Fabriken herrscht eine völlig neue Produktionslogik:
Die intelligenten Produkte sind eindeutig identifizierbar, jederzeit
lokalisierbar und kennen ihre Historie, ihren aktuellen Zustand sowie
alternative Wege zum Zielzustand. "Das Ziel ist es nachhaltige
Wertschöpfungssysteme in Produktion und Logistik zu erzielen und die
industrielle Produktion auch weiterhin wirtschaftlich in Europa zu
gestalten", unterstreicht Prof. Dr. Wilfried Sihn, Geschäftsführer
der Fraunhofer Austria Research GmbH, die Notwendigkeit. "Wie aktuell
das Thema ist beweist die Tatsache, dass es nicht von der
Wissenschaft sondern von den Unternehmen selbst getrieben wird."
Mensch steht weiter im Mittelpunkt bei Industrie 4.0.
Dabei handelt es sich bei dem Konzept der Industrie 4.0 nicht um
eine menschenleere Fabrik. Nur wenn der Mensch im Fokus der Industrie
4.0 steht und in reale Abläufe aktiv und mit systemseitiger
Unterstützung eingreifen kann, entsteht ein wirklicher Mehrwert. Das
Arbeitssystem des Menschen wird jedoch durch den Zusammenschluss der
virtuellen und realen Welt stark verändert. Das Potenzial von
Industrie 4.0 ist immens: Die Smart Factory kann individuelle
Kundenwünsche berücksichtigen und selbst Einzelstücke - Losgröße 1 -
rentabel produzieren. Geschäfts- und Engineering-Prozesse sind
dynamisch gestaltbar - das heißt, die Mitarbeiter können die
Produktion kurzfristig verändern und flexibel auf Störungen und
Ausfälle reagieren, zum Beispiel auf Engpässe bei Zulieferern.
"Deshalb ist es unerlässlich, die Menschen in dieses System
einzubetten", fordert Sihn.
Praxisbeispiele aus Industrie belegen Nutzen und Wichtigkeit
von Industrie 4.0
Beim Fraunhofer Austria Kaminabend wurden, gemeinsam mit den
Unternehmen Trumpf Austria und der Siemens AG Österreich, Ansätze,
Möglichkeiten und "Best-Practices" der industriellen Anwendung
präsentiert. Diese verdeutlichten, dass das Konzept Industrie 4.0 in
der industriellen Anwendung zu gänzlich neuen
Wertschöpfungsmöglichkeiten und Geschäftsmodellen führen kann. Für
Dipl.-Ing. Dr. Kurt Hofstädter, Head of Sector Industry CEE bei
Siemens Österreich, ist Industrie 4.0. für die Zukunft der Produktion
unverzichtbar: "Kürzere Time-to-Market, höhere Flexibilität und
geringere Komplexität bestimmen die zukünftigen Produktentwicklungs-
und Produktionsprozesse. Außerdem nimmt die Bedeutung der Menschen
zu. Denn es wird immer den Menschen brauchen, der das Produkt
designt, den Markt kennt und die Regeln festlegt."
Ähnlich sieht das Dipl.-Ing. Armin Rau, Geschäftsführer bei Trumpf
Austria: "Wir nutzen diese Chancen für eine frühzeitige
technologische Profilierung, denn die Auseinandersetzung mit
Industrie 4.0 fordert und fördert eine bewusstere Positionierung
unserer eigenen langfristigen Entwicklungsaktivitäten. Außerdem
schaffen wir dadurch einen signifikanten Mehrwert für unsere Kunden."
Unter anderem mit dem Geschäftsmodell des Telepresence Portal. Dabei
werden die Maschinen und Technologien über die etablierte
IT-Infrastruktur mit den einzelnen Unternehmensbereichen verbunden,
wodurch der Kundenservicegrad deutlich erhöht werden kann. Oder die
TruTops Fab, welche einen zeitlich und räumlich unbegrenzten
Überblick auf aktuelle Maschinenzustände, den Status von
Produktionsaufträgen und Anpassung von Auftragsreihenfolgen oder
Stückzahlen ermöglicht, beispielsweise mit einer spezifischen App auf
mobilen Endgeräten.
Kurzinformation zur Fraunhofer Austria Research GmbH:
Die Fraunhofer Austria Research GmbH wurde Ende 2008 als erste
europäische Tochtergesellschaft der Fraunhofer-Gesellschaft
gegründet. In den beiden Geschäftsbereichen "Produktions- und
Logistikmanagement" in Wien und "Visual Computing" in Graz arbeiten
ca. 45 Forscherinnen und Forscher an anwendungsorientierten Lösungen
zum Nutzen der Wirtschaft und zum Vorteil der Gesellschaft. Forschen
für die Praxis ist die zentrale Aufgabe der Fraunhofer-Einrichtungen.
Weitere Informationen: www.fraunhofer.at
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