Leitfaden Social Media" für Lehrpersonen und Schulleitungen

Gemeinsamer erster "Leitfaden Social Media" speziell für Lehrpersonen und Schulleitungen

Wien (OTS) - GÖD - Gewerkschaft Pflichtschullehrerinnen und Pflichtschullehrer (Österreich), VBE - Verband Bildung und Erziehung (Deutschland) und LCH - Dachverband Schweizer Lehrerinnen und Lehrer (Schweiz) haben gemeinsam den ersten "Leitfaden Social Media" speziell für Lehrpersonen und Schulleitungen herausgegeben. Sie fordern, dass die öffentlichen Arbeitgeber den Schutz von Lehrpersonen bei Internet-Attacken gewährleisten.

"Wenn in der Schule von "Social Media" die Rede ist, geht es meistens um den Schutz der Kinder, seltener um die Lehrpersonen", sagt Paul Kimberger, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Pflichtschullehrerinnen und Pflichtschullehrer. "Aber auch Lehrpersonen können Opfer von Mobbing im Internet werden, zum Beispiel indem Hasstiraden oder Fotos und Filme ins Internet gestellt werden. Oft müssen," so Kimberger, "Lehrpersonen reagieren, wenn Schülerinnen und Schüler das Internet missbrauchen, etwa durch das Verbreiten von Szenen mit Gewalt oder beleidigenden Inhalten."

Arbeitgeber müssen Schutz gewährleisten
Um Lehrpersonen zu schützen und ihnen professionelle Unterstützung zu geben, haben drei führende deutschsprachige Berufsverbände der Lehrerschaft gemeinsam einen "Leitfaden Social Media" erarbeitet: Die Organisation der Pflichtschullehrer/innen in der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) Österreichs, der deutsche Verband Bildung und Erziehung (VBE) sowie der Dachverband Schweizer Lehrerinnen und Lehrer LCH. Die drei Verbände pflegen seit vielen Jahren eine regelmäßige Zusammenarbeit und haben mehrere "trinationale Erklärungen" veröffentlicht, so zu den Themen Lehrermangel sowie Schulleistungstests und Schulrankings.

Einig sind sich die Verbände auch in der Forderung, dass die öffentlichen Arbeitgeber den Schutz der Lehrerinnen und Lehrer im Bereich Internet/Web 2.0 gewährleisten müssen. Dazu brauche es klare juristische Grundlagen, Weiterbildung und Beratung sowie Checklisten für das Handeln bei Notfällen an jeder Schule, wird im Vorwort der Broschüre betont.

"Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste"
Konkret raten die drei Verbände dazu, sich bei Auftritten im Internet zurückzuhalten und möglichst keine Angriffsflächen zu bieten. "Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste" heißt es dazu im Leitfaden. Andererseits dürfe den Lehrpersonen in den sozialen Netzwerken auch kein Maulkorb angelegt werden.
Beispielsweise lassen sich auf Facebook unterschiedliche Profile für die private und die öffentliche Nutzung einrichten. Nur auf letzteren dürfen "Freundschaften" mit Schülerinnen und Schülern gepflegt werden. Dabei sollten die Lehrpersonen alle Jugendlichen gleich behandeln und nicht einzelne Freundschaftsanfragen zurückweisen.

Für den Fall von Angriffen auf Lehrpersonen im Netz hält der Leitfaden detaillierte Hinweise zum Vorgehen bereit. Falsch wäre es, den Vorfall alleine bereinigen zu wollen. Für das Gespräch mit den Urhebern der Attacke soll immer die Unterstützung der Schulleitung oder einer Beratungsstelle gesucht werden.

Wichtige Bestimmungen und Internet-Adressen
Zwar gelten in Österreich, Deutschland und der Schweiz ähnliche Rechtsgrundsätze, die Gesetze sind aber naturgemäß unterschiedlich. Ein erheblicher Teil des 20 Seiten starken Leitfadens ist auch den jeweiligen Bestimmungen und Verfahrenswegen gewidmet. Hinzu kommt eine Liste der wichtigsten Internet-Adressen für diesen Bereich in allen drei Ländern.

Der Leitfaden steht www.social-media-lehrperson.info gratis zum Download bereit.

Rückfragen & Kontakt:

Paul Kimberger
Vorsitzender der Gewerkschaft Pflichtschullehrerinnen und Pflichtschullehrer
paul.kimberger@goed.at
0664/4454295

Martin Höflehner
Stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft Pflichtschullehrerinnen und Pflichtschullehrer
martin.hoeflehner@goed.at
0664/88437291

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