Bürgerinitiativen IG Wald- und Weinviertel zu Aussagen von BM Mitterlehner bezüglich Reduktion der Ökostromförderung

und zu Aussagen von LR Pernkopf bezüglich Substituierbarkeit von Atom- durch Windstrom

Mittergrabern (OTS) - Wir sind bestürzt darüber, dass der NÖ-Landesrat für Energie und Raumordnung Stephan Pernkopf immer noch Windindustrie-Anlagen als wirksames Gegenmittel zu den bedrohlichen Atomkraftwerken in unseren nördlichen Nachbarländern darzustellen versucht*, erklären die Sprecher von IG Weinviertel und IG Waldviertel, Leopold Dungl und Michael Moser in einer Presseaussendung.

Tatsächlich hat die Regierung der tschechischen Republik beschlossen, den Atomenergieanteil an der Stromproduktion auf 55 % zu steigern. Tschechische Atomkraftwerke werden also nicht abgeschaltet, sondern massiv ausgebaut - und das völlig unabhängig von den Ausbauplänen der österreichischen Windindustrie.

Dass ein Spitzenpolitiker der ÖVP - immerhin wird Pernkopf als möglicher neuer Landwirtschaftsminister gehandelt - aktuell noch derartige Fehlinformationen in die Welt setzt, ist eine Provokation für die vielen umweltbewegten Bürgerinnen und Bürger, die zurecht endlich eine verantwortungsvoll vorausschauende Energiepolitik erwarten.

Vor allem die nahezu 90 % der Österreicherinnen und Österreicher, für die intakte Landschaften und Erholungsräume zentrale Faktoren von Heimat sind, werden vor der NR-Wahl am kommenden Sonntag auch kritisch prüfen, welche der wahlwerbenden Parteien bereit ist, Energiepolitik endlich an den Bedürfnissen der Bevölkerung zu orientieren.

In diesem Zusammenhang begrüssen wir ausdrücklich, dass Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) kürzlich für die Zeit nach der Wahl eine deutliche Reduktion der Ökostromförderung in Aussicht gestellt hat.

Geradezu entlarvend sind die diesbezüglichen Reaktionen der Windindustrielobby-Agentur "IG Windkraft", die nun erstmals öffentlich einbekannt hat, dass die guten Lagen für Windkraft bereits verbaut seien und man nun verstärkt in den Wald bzw. in höhere Lagen gehen müsse, was die Investitionskosten erhöhe.

Die künftige österreichische Bundesregierung wird dafür zu sorgen haben, dass nicht weiterhin ungebremst Steuergeld in das Finanzprodukt "Windstrom" fließt, um privaten Anlegern und Betreibern traumhafte Gewinne zu sichern - und die damit verbundenen Kosten der überwiegenden Bevölkerungsmehrheit aufzubürden.

*anlässlich der Eröffnung des Windparks Deutsch-Wagram am 20.9.2013

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