• 23.09.2013, 10:00:31
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Wissenschaftsminister Töchterle und Wirtschaftsminister Mitterlehner starten Wissenstransferzentren

Rund 20 Millionen Euro für verstärkte Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft - Neue Initiative sichert Wachstum und Arbeitsplätze in Österreich

Wissenschaftsminister Töchterle und
Wirtschaftsminister Mitterlehner starten Wissenstransferzentren

Utl.: Rund 20 Millionen Euro für verstärkte Kooperationen zwischen
Wissenschaft und Wirtschaft - Neue Initiative sichert Wachstum
und Arbeitsplätze in Österreich =

Wien (OTS) - Wissenschafts- und Forschungsminister Dr. Karlheinz
Töchterle und Wirtschaftsminister Dr. Reinhold Mitterlehner werden
gemeinsam neue Wissenstransferzentren in Österreich etablieren.
Insgesamt stehen dafür rund 20 Millionen Euro zur Verfügung. "Damit
wollen wir Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen als
starke Partner unterstützen. Jede Innovation, die sich am Markt
durchsetzt, sichert Wachstum und Arbeitsplätze in Österreich",
begründen die beiden Minister ihre demnächst startende Initiative,
mit der der Wissenstransfer von Universitäten und außeruniversitären
Forschungseinrichtungen in Wirtschaft und Gesellschaft stark
vorangetrieben werden soll. Abgewickelt wird das Programm im Auftrag
von BMWF und BMWFJ von der Förderbank Austria Wirtschaftsservice
(aws).

"Aktive Kooperationen zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und
Gesellschaft und eine rasche Umsetzung nutzbarer Erkenntnisse sind
essentiell, um die Wettbewerbsfähigkeit weiter zu steigern und damit
den Ausbau des Innovationsstandortes zu sichern und wertvolle
Arbeitsplätze zu schaffen", betont Minister Töchterle. "Mit den
Wissenstransferzentren und Maßnahmen der Patentförderung leisten wir
einen weiteren wichtigen Beitrag, um Grundlagenforschung,
anwendungsorientierte Forschung und Wirtschaft näher zusammen zu
bringen. Darüber hinaus investiert das Wissenschafts- und
Forschungsministerium einen Teil der zur Verfügung stehenden
Gesamtsumme von rund 15 Millionen Euro in den Wissenstransfer im
Bereich Geistes-, Sozial-, Kulturwissenschaft und Kunst. Denn
Ergebnisse von Wissenschaft und Forschung beflügeln nicht nur die
Wirtschaft, sondern können auch Quelle sozialer Innovationen sein."

"Als kleine offene Volkswirtschaft muss Österreich im internationalen
Wettbewerb vor allem mit Innovationen punkten. Daher müssen wir
unsere Unternehmen noch stärker dabei unterstützen, neue Produkte und
Dienstleistungen schneller auf den Markt zu bringen als in anderen
Ländern. Erfindungen alleine nützen nichts, wenn wir nichts daraus
machen", betont Mitterlehner. "Österreich ist ein Land der Erfinder
und Forscher, aber teilweise sind die Hürden bis zur erfolgreichen
Markteinführung zu groß. Daher wollen wir die Zusammenarbeit von
Universitäten und Forschungseinrichtungen untereinander und mit den
Unternehmen weiter verbessern. Vor allem die Entwicklung von
Prototypen wird stärker gefördert als bisher", erläutert Mitterlehner
die Vorteile des neuen Programms, in das vom Wirtschaftsministerium
rund fünf Millionen Euro investiert werden. "Je schneller
Innovationen patentiert und in der Praxis vermarktet werden können,
desto besser für die Wettbewerbsfähigkeit. Durch eine engere
Kooperation sparen sich alle Beteiligten Zeit und Kosten.
Gleichzeitig bietet die verbesserte Erfolgsperspektive für die
Universitäten einen Ansporn, mehr eigene High-Tech-Unternehmen zu
gründen."

Das Wissenstransferzentren-Programm im Überblick
Mit dem neuen Modell wollen die beiden Ministerien
- durch Wissenstransferzentren die Zusammenarbeit von Universitäten
untereinander, mit anderen Forschungseinrichtungen und Unternehmen
weiter verbessern,
- die strategische Patentförderung stärken,
- mit der Prototypenförderung die Überführung wissenschaftlicher
Erkenntnisse in die wirtschaftliche Praxis erleichtern und somit die
Verwertung von Uni-Erfindungen beschleunigen.

Modul 1: Wissenstransferzentren
Auf Basis einer Ausschreibung werden Koordinierungsstellen an den
Universitäten geschaffen, die als Ansprechstelle für Unis und
außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sowie Unternehmen dienen.
Sie sollen einen Überblick über alle laufenden Forschungsvorhaben
geben und diese auf deren Verwertungspotenzial untersuchen. So soll
der Umgang mit geistigem Eigentum professionalisiert und die
Verwertungschancen erhöht werden. Wirtschaft und Industrie erhalten
einen besseren Zugang zu Forschungsergebnissen, wodurch diese
schneller umgesetzt werden können.

Modul 1a: Regionale Wissenstransferzentren (Fördergeber: BMWF)
Den zentralen Eckpunkten des österreichischen Hochschulplans folgend,
soll es künftig drei regionale Wissenstransferzentren (Ost, Süd und
West) geben, die von den Universitäten auf Basis von
Konsortialverträgen gegründet werden. Der spezielle Förderschwerpunkt
für Kooperationsprojekte im Bereich Geistes-, Sozial- und
Kulturwissenschaften (GSK) und Kunst soll einmal mehr die große
Bedeutung der GSK für den Wissenstransfer in die und für die
Gesellschaft unterstreichen. Das BMWF fördert drei regionale
Wissenstransferzentren in der Höhe von max. 500.000 Euro pro Zentrum
und Jahr, wobei zusätzlich für den Bereich Geistes-, Sozial- und
Kulturwissenschaften jährlich max. 150.000 Euro pro Zentrum an
Fördermitteln zur Verfügung gestellt werden.

Modul 1b: Thematisches Wissenstransferzentrum (Fördergeber: BMWFJ)
Damit soll ein österreichweites Kompetenznetzwerk zum Thema Life
Sciences und hier vor allem für die Medikamentenentwicklung aufgebaut
werden: Es soll für alle Fragen rund um klinische Tests als zentrale
Anlaufstelle für Forschungseinrichtungen und junge Unternehmen
dienen, um gute Rahmenbedingungen für den Übergang von der
akademischen Forschung in die Wirkstoff- und Diagnostika-Entwicklung
zu schaffen. Es stellt zum Beispiel koordinierte Informationen über
freie Kapazitäten von verfügbaren Labors zur Verfügung. Gerade in
diesem Bereich verbessert jede Zeitersparnis die Chance auf die
Verwertung. Für das thematische Wissenstransferzentrum stellt das
Wirtschaftsministerium über drei Jahre insgesamt 1,5 Millionen Euro
zur Verfügung,

Modul 2: Patentförderung (Fördergeber: BMWF)
Eine zusätzliche Patentförderung soll den Universitäten weitere
Anreize bieten, speziell jene Patente strategisch weiterzuentwickeln,
welche ein hohes Verwertungspotenzial aufweisen bzw. eine
erfolgreiche wirtschaftliche Nutzung erwarten lassen. Gefördert
werden Maßnahmen zur Erlangung von gewerblichen Schutzrechten im
Zusammenhang mit Prioritäts- und Patentfolgeanmeldungen (Kosten zur
Erlangung des Schutzrechts, nationale und internationale
Anmeldegebühren etc.). Das BMWF stellt den Universitäten bis zu einer
Million Euro pro Jahr zur Verfügung.

Modul 3: Neue Prototypenförderung (Fördergeber: BMWFJ)
Damit werden im Rahmen eines Wettbewerbs neue patentierte bzw.
patentfähige Einreichungen aus der Grundlagenforschung an den
Universitäten von einer Fachjury ausgewählt. Die Projekte mit den
besten Verwertungschancen werden mit einer Förderung unterstützt, um
aus der Erfindung einen Prototyp zu erstellen. Voraussetzung ist ein
Bedarf bei Klein- und Mittelbetrieben. Das Wirtschaftsministerium
stellt insgesamt drei Millionen Euro zur Verfügung: Für
Kooperationsprojekte sind im Rahmen der jährlichen Ausschreibung bis
zu 150.000 Euro verfügbar; wenn nur eine Universität beteiligt ist,
sind es bis zu 100.000 Euro.

Eingebettet in die FTI-Strategie des Bundes und die
EU-Strategie "Europa 2020"
Die Bedeutung des Wissens- und Technologietransfers sowie eine
stärkere Nutzung der wissenschaftlichen Forschungsbasis werden sowohl
in der EU-Strategie "Europa 2020" als auch in der FTI-Strategie der
Bundesregierung ("Der Weg zum Innovation Leader") betont. Durch die
bisherigen Unterstützungen konnte schon eine erfreuliche Steigerung
der Patentierungs- und Gründungsaktivitäten erreicht werden. Bei der
Kooperationsintensität von Wissenschaft und Wirtschaft liegt
Österreich im internationalen Spitzenfeld. Entscheidend dafür sind
die vom Wirtschaftsministerium ko-finanzierten COMET-Zentren
(Competence Centers for Excellent Technologies) und Christian
Doppler-Labors, in denen wirtschaftlich relevante Fragestellungen
direkt von den Unternehmen mit den Forschungseinrichtungen vereinbart
werden.

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

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