• 20.09.2013, 09:49:43
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  • OTS0038 OTW0038

StR Michael Ludwig zum 90-Jahr-Jubiläum des kommunalen Wohnbaus in Wien

Beschlussfassung für den Bau von 25.000 Wohnungen erfolgte am 21.9.1923

Utl.: Beschlussfassung für den Bau von 25.000 Wohnungen erfolgte am
21.9.1923 =

Wien (OTS) - Das Jahr 1923 markiert einen entscheidenden
Wendepunkt in der Wiener Wohnungspolitik. Am 21. September 1923
beschloss der Wiener Gemeinderat die Errichtung von 25.000 neuen
Wohnungen innerhalb von fünf Jahren zwischen 1924 und 1928. Die
Einführung einer zweckgebundenen Wohnbausteuer, deren
Beschlussfassung vom 20. Jänner desselben Jahres erfolgt war, schuf
die fiskalischen Voraussetzungen zur Finanzierung dieses ehrgeizigen
Wohnbauprogramms. ****

"Vor 90 Jahren erfolgte die Grundsteinlegung zum international
anerkannten Erfolgsmodell der sozialen Wohnbaupolitik Wiens. Heute
steht der geförderte Wohnbau der Stadt auf einem stabilen und soliden
Fundament, um das uns viele andere Städte beneiden. Auch, weil er
dafür sorgt, dass die Mieten - auch im privaten Bereich - in unserer
Stadt verglichen mit anderen Metropolen noch immer relativ niedrig
sind", hält Wohnbaustadtrat Michael Ludwig anlässlich dieses
90-Jahr-Jubiläums nachdrücklich fest.

"Es gibt keine andere Stadt in Europa, die über eine derartige
Kontinuität der sozialen Wohnungspolitik verfügt und diese auch nicht
aufgegeben hat, als der Zeitgeist Neoliberalismus und Privatisierung
diktierte. Die Stadt bekennt sich zu den Gemeindebauten und hat im
Gegensatz zu vielen anderen Städten zu keinem Zeitpunkt einen Verkauf
dieses kommunalen Eigentums in Erwägung gezogen, weil das der
Spekulation und dem Steigen der Mieten massiv Vorschub leisten
würde", so der Wohnbaustadtrat weiter. Bei der Wiener Volkbefragung
2013 haben sich über 87 Prozent der Bevölkerung dafür ausgesprochen,
dass die kommunalen Betriebe - und dazu gehören auch die Städtischen
Wohnhausanlagen - vor Privatisierung geschützt werden sollen.
Stadtrat Ludwig unterstreicht in diesem Zusammenhang: "Wien wird
seinen wohnpolitischen Weg weiter gehen und den Wohnungsmarkt auch in
Zukunft nicht ausschließlich marktwirtschaftlichen Kräften
überlassen. Ein Verkauf des Wiener Gemeindebaus kommt nicht in Frage.
Selbst wenn andere politische Kräfte das wollen, wir wollen das
nicht!"

Heute leben rund sechzig Prozent aller Wienerinnen und Wiener in
einer geförderten Wohnung - entweder in einer der 220.000
Gemeindewohnungen oder in einer der 200.000 mit Fördermitteln des
Landes Wien errichteten Wohnung. Allein in den etwa 2.000
Gemeindebauten leben eine halbe Million WienerInnen. Das entspricht
in etwa der EinwohnerInnenzahl, welche die drei Landeshauptstädte
Graz, Salzburg und Klagenfurt zusammen haben.

Der Kommunale Wohnbau im "Roten Wien"

Zwar waren schon unmittelbar nach der Gründung der Ersten Republik
einige Gemeindebauten geplant und errichtet worden, doch schuf erst
die Stellung Wiens als eigenes Bundesland mit 1. Jänner 1922 die
Möglichkeit, eine Finanzierung des sozialen Wohnbaus auf breiter
Basis einzuführen. Der Wohnbau wurde damit zum Kernpunkt der
Kommunalpolitik des "Roten Wien". Die vom damaligen Finanzstadtrat
Hugo eingeführte Wohnbausteuer unterschied sich vor allem durch ihre
starke Progression von anderen Ländern Europas.
Die Fertigstellung des ersten Wohnbauprogramms gelang frühzeitig
mit Ende des Jahres 1926. Daher erweiterte der Gemeinderat sein
erstes Programm auf 30.000 Wohnungen und beschloss, in den Jahren
1929 bis 1933 weitere 30.000 Wohnungen zu errichten. Der soziale
Wohnbau des Roten Wien war daher einzigartig: Bis zur Auslöschung der
Demokratie 1933 wurden insgesamt 61.175 Wohnungen in 348
Wohnhausanlagen, außerdem 42 Siedlungsgruppen mit 5.257
Siedlerhäusern errichtet. 1934 wohnte bereits ein Zehntel der Wiener
Bevölkerung in Gemeindewohnungen. Die Ausstattung der Gemeindebauten
mit Versammlungsräumen, Bädern, Kindergärten, Waschküchen,
Konsum-Läden, Bibliotheken, etc. stellte einen wichtigen Schritt zur
gesellschaftlichen Weiterentwicklung im Bereich des Wohnens dar.

"Obwohl im Laufe der Jahrzehnte viele neue Ansätze entwickelt und
realisiert wurden, gelten die wesentlichsten Grundsätze des ,Roten
Wien der 1. Republik' auch heute noch. Dazu zählen neben dem Aspekt
der Leistbarkeit hohe Qualität, der soziale Zusammenhalt sowie eine
ausgewogene soziale Durchmischung. Die Maxime der sozialen Wiener
Wohnbaupolitik war es seit jeher, flexibel auf die Wohnbedürfnisse
der Menschen einzugehen und Wohnbauten am Puls der Wünsche der
Bevölkerung umzusetzen. Dies ist nicht nur in der Vergangenheit
hervorragend gelungen, sondern wird auch die Zukunft des Wohnens in
Wien prägen. So reagiert die Stadt unter anderem mit dem
SMART-Wohnbauprogramm auf den wachsenden Bedarf nach
hochqualitativem, kompaktem und sehr preisgünstigem Wohnraum", so
Stadtrat Michael Ludwig.

Jubiläums-Ausstellung im Architekturzentrum Wien

Anlässlich des 90-Jahr-Jubiläums des ersten kommunalen
Wohnbauprogramms Wiens kturzentrum Wien (AzW)In die multimediale
Ausstellung "Gemeinde baut - Wiener Wohnbau 1920 bis 2020" statt. Die
Geschichte des Gemeindebaus und ihre Bedeutung für die WienerInnen
sowie für die Gesellschaft werden umfassend beleuchtet - von den
Anfängen des "Roten Wien" in den 1920er Jahren bis in die Gegenwart
und Zukunft. Die Ausstellung veranschaulicht die sich ändernden
Anforderungen an die soziale Wohnbaupolitik zwischen
gesellschaftlichen Veränderungen, technischem Fortschritt beim Bau,
Stadtplanung und Architektur. Im Mittelpunkt der Schau stehen die
Menschen und ihre unterschiedlichen Bedürfnisse, die sie im Wandel
der Zeit an ihren Wohnraum stellten und stellen.

Informationen für Interessierte:
Ausstellung "Gemeinde baut - Wiener Wohnbau 1920 bis 2020"
Architekturzentrum Wien
1070 Wien, Museumsplatz 1
23. September bis 6. Oktober 2013
jeweils 10.00 bis 19.00 Uhr
Der Eintritt ist frei! (Schluss) kau

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