• 18.09.2013, 18:15:31
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WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Die Entdeckung der Wirtschaft - von

Privatisierungen würden viel Geld für Investitionen in die Zukunft bringen

Utl.: Privatisierungen würden viel Geld für Investitionen in die
Zukunft bringen =

Wien (OTS) - Es ist endlich so weit: Die Privatisierungen halten
Einzug ins Wahlfinale. Was Frank Stronach eher unkonkret umriss,
darauf setzen sich die Neos mit ihrem Zugpferd Hans Peter
Haselsteiner: Der Staat müsse privatisieren (siehe Interview Seite
2). Und Potenzial ist jede Menge da. Da zitieren Parteichef Matthias
Strolz und sein nicht mehr nur pekuniärer Mitstreiter Haselsteiner
eine Studie des Wirtschaftsforschungsinstitutes Economica mit einem
anzunehmenden Potenzial von bis zu 24 Milliarden Euro an der Wiener
Börse. Mit eingerechnet werden auch regionale Energieversorger, die
ÖIAG-Beteiligungen sowieso. Und der Verbund. Allein aus Börsegängen
von regionalen Versorgern und Flughäfen errechnet sich ein Wert von
19,9 Milliarden Euro, ein Rückzug des Staates auf eine Sperrminorität
bei den großen ÖIAG-Beteiligungen plus Verbund und Flughafen Wien
würde zusätzlich 3,9 Milliarden Euro bringen.

Schön, dass zumindest eine Partei an diese Zahlen denkt. Es ist kein
Geheimnis, dass der Staat als Unternehmer nicht das Gelbe vom Ei ist.
Man braucht nur an die Verstaatlichte der 80er-Jahre denken und den
Aufholprozess, den die Voestalpine als börsenotiertes Unternehmen
feierte - im Übrigen hat sie eine starke Mitarbeiterbeteiligung, was
auch für ein zukunftsorientiertes Unternehmen spricht. Wenn man
seinen eigenen Mitarbeitern nicht vertraut, hat man ohnehin verloren.

Erstaunlich ist schon, dass sich die ÖVP gerne als Wirtschaftspartei
feiert, aber auf die Privatisierungen komplett zu vergessen scheint.
Drängt sich die Frage auf: Macht Michael Spindelegger das nur, weil
er seinem künftigen neuen alten Koalitionspartner SPÖ nicht auf die
Zehen treten will? Heißt das, dass er selbst nicht mehr daran glaubt,
die Nummer eins zu werden? Fragen, die sich so mancher ÖVP-Wähler
stellen wird. Der steirische Vize-Landeshauptmann Hermann
Schützenhöfer hat erkannt, dass der ÖVP einige wohl unangenehme, aber
frische Köpfe abhandengekommen sind, die jetzt bei den Neos sitzen.
Zumindest verhelfen sie dem Wirtschaftsdenken wieder auf die Beine.
Viel Geld wäre bei Privatisierungen drin, das man in Bildung,
Forschung, Zukunft investieren könnte, ohne die Steuerzahler zur
Kasse zu bitten. Bleibt die Sperrminorität beim Staat, braucht man
auch keine Angst vor dem Ausverkauf von Tafelsilber an böse
ausländische Investoren zu haben.

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