AKNÖ-Arbeitsklima-Index: Je mehr Überstunden, desto unzufriedener

AKNÖ-Haneder: "Weitere Flexibilisierung kommt Drüberfahren gleich"

Wien (OTS/AKNÖ) - ArbeitnehmerInnen, die häufig Überstunden machen müssen, sind deutlich weniger zufrieden mit ihrer beruflichen Tätigkeit als KollegInnen, die keine Überstunden machen. Das geht aus dem aktuellen Arbeitsklima-Index der AKNÖ hervor. "Bei diesen Ergebnissen kann man nur feststellen: Eine weitere Flexibilisierung kommt einem Drüberfahren über die ArbeitnehmerInnen gleich", sagt AKNÖ-Präsident Hermann Haneder.

Nur jede/r fünfte ArbeitnehmerIn mit regelmäßigen Überstunden zeigt sich sehr zufrieden mit der beruflichen Tätigkeit. Bei KollegInnen, die kaum oder keine Überstunden leisten müssen, ist es mehr als jede/r Zweite. Das geht aus dem aktuellen Arbeitsklima-Index der AKNÖ hervor, für den mehr als 1.100 ArbeitnehmerInnen befragt wurden. Ähnlich große Unterschiede zeigen sich, wenn man die ArbeitnehmerInnen fragt, wie zufrieden sie mit ihrer Arbeitszeitregelung sind. Bei denen ohne oder mit wenigen Überstunden zeigt sich gut die Hälfte sehr zufrieden. Bei ArbeitnehmerInnen mit häufigen Überstunden ist es nur jede/r Sechste.

236.000 leisten zehn oder mehr Überstunden die Woche

Silvia Feuchtl, Expertin der AKNÖ-Wirtschaftspolitik, sieht im Zeitdruck einen Grund für die deutlich größere Unzufriedenheit bei ArbeitnehmerInnen mit vielen Überstunden: "Nur jede/r Sechste, der häufig Überstunden leistet, fühlt sich durch die Arbeit gar nicht belastet. Bei denen, die keine oder kaum Überstunden machen müssen, sagen zwei Drittel, dass sie diesbezüglich gar nicht belastet sind." Das birgt aufgrund der Vielzahl der Betroffenen gesellschaftliche Brisanz. "Österreichweit leisten 236.000 ArbeitnehmerInnen zehn Über-und Mehrstunden oder mehr in der Woche", erklärt Feuchtl. Auch bei der Befragung zum Arbeitsklima-Index geben in Niederösterreich 13 Prozent der ArbeitnehmerInnen an, häufig Überstunden zu leisten.

"Zahl der Überstunden senken"

AKNÖ-Präsident Hermann Haneder bezeichnet den Index als wichtiges Argument in den Debatten um die Flexibilisierung der Arbeitszeit bei den Kollektivvertragsverhandlungen. "Eine weitere Ausdehnung der Arbeitszeit geht an den Bedürfnissen der ArbeitnehmerInnen vorbei. Das dient nur den Unternehmensinteressen und geht mit Belastungen und Unzufriedenheit der ArbeitnehmerInnen einher. Wenn man trotzdem flexiblere Arbeitszeiten durchsetzen will, kommt das einem Drüberfahren über die ArbeitnehmerInnen gleich", sagt der AKNÖ-Präsident.

Ein Auskommen mit dem Einkommen sollte man auch ohne Überstunden finden. "Wirtschaftlich notwendig ist es eher, die Zahl der Überstunden zu senken, zum Beispiel mit der Überstundenabgabe. Das entlastet ArbeitnehmerInnen und schafft neue Arbeitsplätze."

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