• 18.09.2013, 12:50:02
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AKNÖ-Arbeitsklima-Index: Je mehr Überstunden, desto unzufriedener

AKNÖ-Haneder: "Weitere Flexibilisierung kommt Drüberfahren gleich"

Utl.: AKNÖ-Haneder: "Weitere Flexibilisierung kommt Drüberfahren
gleich" =

Wien (OTS/AKNÖ) - ArbeitnehmerInnen, die häufig Überstunden machen
müssen, sind deutlich weniger zufrieden mit ihrer beruflichen
Tätigkeit als KollegInnen, die keine Überstunden machen. Das geht aus
dem aktuellen Arbeitsklima-Index der AKNÖ hervor. "Bei diesen
Ergebnissen kann man nur feststellen: Eine weitere Flexibilisierung
kommt einem Drüberfahren über die ArbeitnehmerInnen gleich", sagt
AKNÖ-Präsident Hermann Haneder.

Nur jede/r fünfte ArbeitnehmerIn mit regelmäßigen Überstunden zeigt
sich sehr zufrieden mit der beruflichen Tätigkeit. Bei KollegInnen,
die kaum oder keine Überstunden leisten müssen, ist es mehr als
jede/r Zweite. Das geht aus dem aktuellen Arbeitsklima-Index der AKNÖ
hervor, für den mehr als 1.100 ArbeitnehmerInnen befragt wurden.
Ähnlich große Unterschiede zeigen sich, wenn man die
ArbeitnehmerInnen fragt, wie zufrieden sie mit ihrer
Arbeitszeitregelung sind. Bei denen ohne oder mit wenigen Überstunden
zeigt sich gut die Hälfte sehr zufrieden. Bei ArbeitnehmerInnen mit
häufigen Überstunden ist es nur jede/r Sechste.

236.000 leisten zehn oder mehr Überstunden die Woche

Silvia Feuchtl, Expertin der AKNÖ-Wirtschaftspolitik, sieht im
Zeitdruck einen Grund für die deutlich größere Unzufriedenheit bei
ArbeitnehmerInnen mit vielen Überstunden: "Nur jede/r Sechste, der
häufig Überstunden leistet, fühlt sich durch die Arbeit gar nicht
belastet. Bei denen, die keine oder kaum Überstunden machen müssen,
sagen zwei Drittel, dass sie diesbezüglich gar nicht belastet sind."
Das birgt aufgrund der Vielzahl der Betroffenen gesellschaftliche
Brisanz. "Österreichweit leisten 236.000 ArbeitnehmerInnen zehn Über-
und Mehrstunden oder mehr in der Woche", erklärt Feuchtl. Auch bei
der Befragung zum Arbeitsklima-Index geben in Niederösterreich 13
Prozent der ArbeitnehmerInnen an, häufig Überstunden zu leisten.

"Zahl der Überstunden senken"

AKNÖ-Präsident Hermann Haneder bezeichnet den Index als wichtiges
Argument in den Debatten um die Flexibilisierung der Arbeitszeit bei
den Kollektivvertragsverhandlungen. "Eine weitere Ausdehnung der
Arbeitszeit geht an den Bedürfnissen der ArbeitnehmerInnen vorbei.
Das dient nur den Unternehmensinteressen und geht mit Belastungen und
Unzufriedenheit der ArbeitnehmerInnen einher. Wenn man trotzdem
flexiblere Arbeitszeiten durchsetzen will, kommt das einem
Drüberfahren über die ArbeitnehmerInnen gleich", sagt der
AKNÖ-Präsident.

Ein Auskommen mit dem Einkommen sollte man auch ohne Überstunden
finden. "Wirtschaftlich notwendig ist es eher, die Zahl der
Überstunden zu senken, zum Beispiel mit der Überstundenabgabe. Das
entlastet ArbeitnehmerInnen und schafft neue Arbeitsplätze."

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