- 17.09.2013, 13:33:01
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Hochschulraum-Strukturmittel - Karlheinz Töchterle: 48 Millionen Euro für gezielte Kooperationen in Lehre und Forschung
Vergabeentscheidungen stehen fest - gem. Präsentation mit Rektor/innen Hammerschmid, Kainz, Gerzabek und Mettinger sowie Affenzeller (AVL List)

Utl.: Vergabeentscheidungen stehen fest - gem. Präsentation mit
Rektor/innen Hammerschmid, Kainz, Gerzabek und Mettinger sowie
Affenzeller (AVL List) =
Wien (OTS) - Stärken bündeln und Universitätsprofile schärfen - das
sind zwei wesentliche Ziele des österreichischen Hochschulplans,
denen auch bei der Vergabe der mit gesamt 63 Millionen Euro dotierten
Mittel für Kooperationsvorhaben im Rahmen der neu geschaffenen
Hochschulraum-Strukturmitteln (Stichwort Hochschul-Milliarde)
Rechnung getragen wird. "Mein gewähltes Motto 'viribus unitis' wird
so an den Universitäten im besten Sinn des Wortes gelebt - die
Kooperationen stärken die Universitäten und ihre vielfältig gewählten
Kooperationspartner, wie etwa Fachhochschulen und Unternehmen. Die
Synergien sollen für die einzelnen Universitäten als auch den
gesamten Wissenschafts- und Forschungsstandort einen Mehrwert
bringen", so Wissenschafts- und Forschungsminister Dr. Karlheinz
Töchterle bei der gemeinsamen Präsentation der Vergabeentscheidung
mit Rektorin Dr. Sonja Hammerschmid (Veterinärmedizinische
Universität Wien), Rektor Dr. Harald Kainz (Technische Universität
Graz), Rektor Dr. Martin Gerzabek (Universität für Bodenkultur Wien),
Rektor Dr. Arthur Mettinger (FH Campus Wien) und Dr. Josef
Affenzeller (AVL List).
Die Hochschul-Milliarde - die Bundesregierung investiert im Zeitraum
2013-2015 rund 990 Millionen Euro zusätzlich in die Universitäten und
Fachhochschulen - wird in einem wesentlichen Teil nach den Kriterien
Qualität, Effizienz, Kooperationen vergeben: Über die mit 450
Millionen Euro dotierten Hochschulraum-Strukturmittel. Ein Teilbetrag
von 63 Millionen Euro wird im Rahmen einer Ausschreibung für die
Anschubfinanzierung von Kooperationen eingesetzt. Antragsberechtigt
waren die öffentlichen Universitäten. Voraussetzung für die Vergabe
der Projektmittel ist die Beteiligung mindestens einer weiteren
Institution aus den Bereichen Wissenschaft, Hochschulen, Kunst und
Kultur oder der Wirtschaft.
Nach den Einreichungen seitens der Universitäten und einer Prüfung
durch eine Kommission liegt die Vergabeentscheidung für Kooperationen
in der Lehre bzw. Forschung/Entwicklung und Erschließung der Künste
vor. Alle eingereichten Projekte wurden anhand klar definierter
Auswahlkriterien (bspw. Nachhaltigkeit der Projekte,
Strukturbildungsbeitrag, Stärkung existierender Exzellenzbereiche)
geprüft und bewertet. Es stehen - zusätzlich zum ausverhandelten
Globalbudget (2013 - 2015) - 48 Millionen Euro an Anschubfinanzierung
zur Verfügung, damit Universitäten sowohl untereinander, mit
Fachhochschulen als auch mit Forschungseinrichtungen, Institutionen
aus dem Kunst- oder Kulturbereich und der Wirtschaft kooperieren. In
einem nächsten Schritt werden 15 Millionen Euro für Kooperationen in
der Verwaltung vergeben.
Alle Universitäten haben sich an der Ausschreibung beteiligt, 20
Universitäten haben federführend Projektanträge gestellt. Gesamt sind
218 Projektanträge eingelangt, davon 185 im Bereich Lehre und
Forschung/Entwicklung und Erschließung der Künste sowie 33 im Bereich
Verwaltung. Im Bereich Lehre und Forschung/Entwicklung und
Erschließung der Künste wurden 61 Projekte bewilligt. Sie haben ein
Gesamtvolumen von 180 Millionen Euro, davon werden 48 Millionen Euro
vom Bund getragen, die weiteren Mittel von den Kooperationspartnern
aufgebracht (vom Wissenschafts- und Forschungsministerium kann
entsprechend der Hochschulraum-Strukturmittel-Verordnung maximal ein
Drittel der Projektkosten finanziert werden). Nach Abschluss der
Vorhaben sind Projektevaluierungen durchzuführen.
Primär kooperieren die antragstellenden Universitäten mit anderen in-
und ausländischen Universitäten.
Aus dem Wissenschafts-/Hochschul-/Kunst- und Kulturbereich sowie der
Wirtschaft werden als Kooperationspartner insbesondere
Fachhochschulen, Pädagogische Hochschulen, Österreichische Akademie
der Wissenschaften (ÖAW), Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG),
Museen, Schulen, Industriebetriebe wie z.B. Andritz, AVL List,
pharmazeutische Unternehmen, Bundesländer und Kammern genannt.
"Als einzige veterinärmedizinische Universität in Österreich gehören
Kooperationen zu unserem Selbstverständnis. Zwei unserer gemeinsamen
Kooperationen mit der Universität Wien werden durch die Investitionen
erheblich gestärkt. Erstklassige Wissenschafterinnen und
Wissenschafter brauchen erstklassige Infrastruktur und erstklassige
Forschungsbedingungen", erklärt Sonja Hammerschmid, Rektorin der
Veterinärmedizinischen Universität Wien (Vetmeduni Vienna). So werde
man die Forschungsstation Haidlhof erweitern, um die Bedürfnisse und
das Wohlbefinden von Schweinen und Hühnern zu erforschen mit dem
Ziel, Tierschutz und Haltung weiterzuentwickeln. "Das zweite
gemeinsame Projekt mit der Uni Wien beschäftigt sich mit der
Physiologie von Zugvögel, saisonalen Anpassungen, Wanderbewegungen
und dem damit verbundenen Zoonosepotenzial, das sich nur
interdisziplinär erforschen lässt", bekräftigt Hammerschmid die
Notwendigkeit zur wissenschaftlichen Zusammenarbeit.
Die Ausschreibung der Hochschulraumstrukturmittel hat an der TU Graz
im Frühjahr zu einer breit angelegten Projektentwicklung mit anderen
Universitäten und Forschungseinrichtungen sowie der österreichischen
Industrie geführt. "Nach einem internen Wettbewerb der besten
Projektideen konnten wir im Juni eine große Anzahl von Projekten mit
anderen Universitäten sowie Co-Finanzierungen von etwa neun Millionen
aus der Industrie einreichen. Mit Freude registrieren wir, dass nun
wichtige Anschubfinanzierungen zur Profilbildung der TU Graz von der
vom Ministerium eingesetzten Kommission genehmigt wurden", erklärt
Harald Kainz, Rektor der TU Graz. Dies betrifft zwei Projekte im
Bereich des Maschinenbaus mit AVL, GE Jenbacher und MAN sowie
zusätzliche Infrastrukturausstattung von zwei Stiftungsprofessuren
"Mobil Vision" (AIT) sowie "Embedded Automotive Systems" (AVL).
Dr. Josef Affenzeller von AVL List betont: "Eine gute Infrastruktur
ist entscheidender Erfolgsfaktor, insbesondere für technische
Universitäten. Sie bietet die Basis für Grundlagenforschung und erste
angewandte Entwicklungen. Von Seiten der Wirtschaft haben Maßnahmen
für diesen Bereich daher höchste Priorität, um den Wissenschafts- und
Wirtschaftsstandort Österreich zu stärken. Die Stiftungsprofessur
'Embedded Automotive Systems' ist für die AVL von hohem Stellenwert,
da diese Technologie künftig vermehrt wettbewerbsentscheidend für die
Automobilindustrie ist."
"Gerade die BOKU hat in ihrer Fachvielfalt, die alle Lebensgrundlagen
betreffen, schon immer eine lange Tradition der Zusammenarbeit mit
Kooperationspartnern aus Industrie, Wissenschaft und Wirtschaft. Umso
mehr freut es mich, dass wir mit Hilfe der nun bewilligten Mittel die
wissenschaftliche Infrastruktur auf dem Gebiet der medizinischen
Biotechnologie, molekularen Zellbiologie und Zelltherapien deutlich
verbessern und die wissenschaftlichen Kooperationen noch intensiver
ausbauen können", so Dr. Martin Gerzabek, Rektor der Universität für
Bodenkultur Wien.
"Das heute vorgestellte, aus der Hochschulmilliarde geförderte
Projekt stellt einen weiteren Meilenstein in der Erfolgsgeschichte
der Kooperationen der FH Campus Wien mit Universitäten dar. Als
Fachhochschule bringen wir hohe anwendungsorientierte
Forschungskompetenz in die Kooperationen ein", zeigt sich Rektor
Mettinger erfreut über den Zuschlag in dem kompetitiven
Vergabeverfahren. Die FH Campus Wien stellt in diesem Projekt für
Schulungen und Summer-Schools hochspezialisierte Technikerinnen und
Techniker für eine biotechnologische Pilotanlage zur Verfügung. "Wir
ergänzen die Grundlagenforschung unserer Partner mit dem
hoch-innovativen und anwendungsorientierten Know-how einer
Fachhochschule. So können neue Forschungsergebnisse rasch in die
Praxis transferiert werden," erklärt Rektor Mettinger die Rolle der
FH Campus Wien.
Stichwort Hochschul-Milliarde
Das Budget für die Leistungsvereinbarungsperiode (2013 - 2015) wurde
um Mittel aus der Hochschul-Milliarde erweitert: 240 Millionen Euro
an Offensivmitteln, 300 Millionen Euro fließen ins Grundbudget und
weitere 450 Millionen Euro kommen den Studierenden und Lehrenden in
den drei Jahren über die neu geschaffenen
Hochschulraum-Strukturmittel zugute. Sie werden nach
Effizienzkriterien vergeben, orientieren sich an Grundsätzen der
Studienplatzfinanzierung und sollen eine stärker wirkungs- und
leistungsorientierte Finanzierungsform gewährleisten. Die 450
Millionen Euro teilen sich auf Teilbeträge für prüfungsaktive
betriebene ordentliche Studien (270 Millionen Euro), für
Absolvent/innen ordentlicher Studien (45 Millionen Euro), für
eingeworbene Drittmittel/Wissenstransfer (63 Millionen Euro), für
private Spenden (9 Millionen Euro) und Kooperationen (63 Millionen
Euro) auf. Die Hochschulraum-Strukturmittel wurden im
Universitätsgesetz (§ 12) gesetzlich verankert und lösen das
bisherige Formelbudget ab.
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