Knapp die Hälfte aller Wohnungen in Wien teurer als 300.000 Euro

Innenstadtbezirke für die Mittelschicht nicht mehr leistbar

Wien (OTS/IMMOBILIEN.NET) - 45,5 Prozent aller Eigentumswohnungen auf dem freien Immobilienmarkt in Wien kosten mehr als 300.000 Euro. Das ergibt eine aktuelle Analyse des Wohnungsmarktes im ersten Halbjahr 2013 von IMMOBILIEN.NET. An der Spitze steht wenig überraschend die Innere Stadt mit einem Anteil von 96,4 Prozent an Wohnungen die mehr als 300.000 Euro kosten. Generell ist das Angebot in den Bezirken innerhalb des Gürtels nur noch für wenige erschwinglich. Wien Neubau liegt mit mehr als 77 Prozent der offerierten Wohnungen über dieser hohen finanziellen Schwelle an zweiter Stelle, vor Wien Wieden mit 71 Prozent und der Josefstadt mit 70 Prozent. Alsergrund und Mariahilf liegen mit 69 bzw. 60 Prozent des Immobilienangebots ebenfalls noch im hochpreisigen Bereich, genauso wie die klassischen Nobelbezirke Hietzing, Währing und Döbling mit 65, 61 und 69 Prozent. Die einzige Region außerhalb Wiens, die eine ähnliche Verteilung aufweist, ist der Bezirk Kitzbühel mit knapp 82 Prozent Wohnungsangebot im Segment über 300.000 Euro. Die Stadt Salzburg liegt mit 44 Prozent schon weit dahinter abgeschlagen. "Wir wissen bereits seit einiger Zeit, dass die Innenstadtbezirke immer teurer werden. Die Quadratmeterpreisentwicklung der letzten Jahre belegt das", erklärt Alexander Ertler, Immobilienexperte und Geschäftsführer von IMMOBILIEN.NET die hohen Immobilienpreise. "Es sind vor allem Dachgeschossausbauten und Luxussanierungen die die Preise treiben. Dass wir so einen hohen Anteil an teuren Wohnungen in diesen Bezirken vorfinden deutet auf eine sehr starke Nachfrage von zahlungskräftigen Mitbürgern hin, die bereit sind für eine gute Lage sehr viel Geld auszugeben", so Ertler weiter.

Ein Viertel aller Wohnungen kostet mehr als eine halbe Million

Nicht weniger dramatisch ist die Verteilung der Wohnungen bei der Betrachtung von Objekten die um mehr als 500.000 Euro auf dem freien Immobilienmarkt angeboten werden. Ganze 23,3 Prozent aller Eigentumswohnungen in Wien kosten mehr als eine halbe Million. Wenig überraschend sind es dieselben Bezirke, die schon sehr stark in der Verteilung über 300.000 Euro vertreten sind. An der Spitze der 1. Bezirk mit einem Anteil von 85 Prozent vor dem 4. Wiener Gemeindebezirk mit 57 und Wien 7. mit 52 Prozent. Knapp unter der 50 Prozent-Schwelle liegen Wien 9., und Wien 19. mit 45 bzw. 47 Prozent Objekten die mehr als 500.000 Euro kosten. Außerhalb von Wien ist auch hier der Bezirk Kitzbühel mit 56 Prozent Anteil an Luxuswohnungen dabei. "Kitzbühel und die Innere Stadt von Wien gehören schon lange zu den exklusiven Wohnlagen in Österreich. Die teuersten Wohnungen liegen hier bei Preisen zwischen 5 und 10 Millionen Euro. Das aktuell teuerste Angebot sogar bei knapp 20 Millionen für ein 700 Quadratmeter Penthouse mit Blick auf den Wiener Karlsplatz. Diese Lagen ziehen den internationalen Jetset an, Großindustrielle und sehr Vermögende, für die Geld keine Rolle spielt", erläutert Alexander Ertler die hohen Preise in den Toplagen.

Nur ein Drittel aller Wiener Bezirke noch relativ günstig

Wenn man das Durchschnittseinkommen der Österreicher mit den Immobilienpreisen für Eigentumswohnungen vergleicht, zeigt sich sehr schnell, dass es für Menschen aus der Mittelschicht aktuell sehr schwierig ist, Wohneigentum in Wien zu begründen. "Laut Statistik Austria liegt das durchschnittliche Jahresbruttoeinkommen in Österreich bei knapp 30.000 Euro. Zieht man Steuern und Abgaben von diesem Einkommen ab und nimmt davon die Hälfte zum Eigentumserwerb, würde man etwa 30 Jahre brauchen, um sich eine Wohnung kaufen zu können. Und dabei sind Kreditzinsen noch nicht einmal berücksichtigt", rechnet Ertler vor. Es gibt aber auch noch einige Bezirke in der Bundeshauptstadt, in denen das Angebot eher noch von günstigeren Eigentumswohnungen geprägt ist. Die besten Aussichten für den Erwerb gibt es in Simmering und Favoriten, wo über 94 bzw. 88 Prozent aller Kaufwohnungen unter der Schwelle von 300.000 Euro liegen. Auch in der Brigittenau und Floridsdorf überwiegen mit jeweils ungefähr 77 Prozent des Angebots die günstigeren Objekte. Meidling, Rudolfsheim-Fünfhaus, Ottakring und Liesing liegen mit über zwei Drittel an Wohnungen unterhalb von 300.000 Euro ebenfalls noch im Bereich des Leistbaren. "Die Analyse von IMMOBILIEN.NET zeigt, dass dringend mehr Wohnungen in Wien gebaut werden müssen. Denn, je mehr Angebot auf eine starke Nachfrage trifft, desto geringer sind die Preisanstiege. Wohnraum im Eigentum ist eine klassische Absicherungsform der Mittelschicht. Diese Möglichkeit sollte auch weiterhin für die junge Generation erhalten bleiben", appelliert Alexander Ertler zur Schaffung von mehr leistbarem Wohnraum in Wien.

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