Allianz Sicherheitsreport: Drei von vier getöteten Radfahrern sind älter als 60 Jahre

Wien (OTS) - Bis zum Jahr 2030 werden Unfälle im Straßenverkehr bereits Rang 5 unter allen Todesursachen einnehmen - 1990 war es noch Platz 10. Etwa jeder zehnte Verkehrstote ist in Österreich ein Radfahrer. 2012 kam auf heimischen Straßen durchschnittlich ein Radfahrer pro Woche ums Leben, rund 6.700 wurden verletzt. Kreuzungen sowie falsche Straßenbenutzung stellen für Radfahrer die größten Gefahren dar. Besonders gefährdet: die Gruppe der Über-60-Jährigen, wie ein Report des Allianz Zentrum für Technik (AZT) zeigt.

Laut Statistik Austria waren im Jahr 2011 unter den Verkehrstoten in Österreich 42 Radfahrer. Im Jahr 2012 wurden bereits 52 getötete Radfahrer im Straßenverkehr gezählt, was einer Steigerung um knapp 24 Prozent innerhalb eines Jahres entspricht. Eine negative Entwicklung ist - trotz geänderter Erhebungsmethoden - erkennbar. In den letzten Jahren ist nämlich nicht nur ein deutlicher Anstieg bei den getöteten, sondern auch bei den verletzten Radfahrern zu verzeichnen, wo sich die Zahl im Jahr 2012 im Vergleich zu 2011 erhöhte. Etwa 6.700 Menschen, knapp 20 pro Tag, verletzten sich vergangenes Jahr beim Radfahren - eine Steigerung um rund 17 Prozent.

"Ein deutlicher Rückgang der im Straßenverkehr verletzten oder getöteten Personen wird ohne besonderes Augenmerk auf die Radfahrer nicht zu erreichen sein", erklärt Dr. Jörg Kubitzki, Verkehrssicherheitsforscher der Allianz und Autor des Reports.

73 Prozent der getöteten Radfahrer sind Senioren

Die Altersgruppe der über-60-jährigen Radfahrer ist einem besonders hohen Risiko ausgesetzt. "Ältere Fahrradfahrer sind bei Unfällen mehr als doppelt so gefährdet wie der Durchschnitt. Das liegt vor allem an ihrer höheren Verletzbarkeit, wie beispielsweise altersbedingten Gefäßerkrankungen oder der verstärkten Beeinträchtigung durch Mehrfachmedikation", sagt Dr. Christoph Lauterwasser, Leiter des Allianz Zentrum für Technik und Herausgeber des Allianz Sicherheitsreports. Europaweit sind fast 50 Prozent aller getöteten Radfahrer Senioren. Österreich liegt deutlich über dem Europaschnitt: Knapp drei Viertel der getöteten Radfahrern sind zum Zeitpunkt des Unfalls 60 Jahre oder älter, rund zwei Drittel davon sind Männer.

Auch bei den durch einen Unfall im Straßenverkehr verletzten Radfahrern gehörte 2012 bereits jeder Vierte der insgesamt mehr als 6.700 der Gruppe der Über-60-Jährigen an. Laut Statistik Austria zeigt sich, dass in der Gruppe 60 plus, wie auch in allen anderen Altersklassen, Männer (1.002) im Vergleich zu Frauen (661) gefährdeter sind.

Kreuzungsbereiche sind Gefahrenherd Nummer 1

Der größten Gefahr sind Radfahrer im Kreuzungsbereich ausgesetzt, wo über 40 Prozent aller Radverkehrsunfälle mit Todesfolge passieren. Konfliktsituationen mit anderen Verkehrsteilnehmern beim Queren und Einbiegen sind zumeist die Hauptunfallursache. Als zweit-gefährlichster Unfallort in Österreich gelten Radwege, wo im zuletzt vom Allianz Zentrum für Technik ausgewerteten Jahr 2008 circa 1.200 Radunfälle mit Personenschäden als Folge gemeldet wurden. Eine weitere Gefahr stellen Alleinunfälle der Radfahrer dar - jeder fünfte Radunfall ist auf Österreichs Straßen dieser Kategorie zuzuordnen.

Radfahrer verunglücken zumeist bei Tageslicht und innerorts. Knapp 20 Prozent der Unfälle passieren bei Dunkelheit. Der häufigste Fehler von Radfahrern ist die falsche Straßenbenutzung. Das Fahren gegen die Fahrtrichtung in Einbahnstraßen und die Verwendung des Radweges gegen die Verkehrsrichtung gelten dabei als Hauptunfallursachen.

40 Prozent der schweren Verletzungen im Kopfbereich

Kopf und Gesicht gehören zu den hauptbetroffenen Körperregionen von verunglückten Fahrradfahrern - 40 Prozent der schweren Verletzungen betreffen diesen Bereich. Die Rolle des Helmes sei aus Sicht der Schadenprävention für jede Altersklasse von besonderer Bedeutung, wie Lauterwasser ausführt. Obwohl die Wahrscheinlichkeit, eine Gehirnverletzung zu erleiden, ohne Helm doppelt so hoch ist, trägt in Österreich nur rund ein Drittel aller Radfahrer einen entsprechenden Kopfschutz. "Wir appellieren an das Sicherheitsbewusstsein jedes Einzelnen. Der einzige Schutz für den Kopf ist ein Helm. Was auf der Skipiste mittlerweile selbstverständlich ist, sollte auch auf der Straße gelten", so Lauterwasser abschließend.

Downloads im Internet unter
http://www.ots.at/redirect/downloads_allianz1

  • Foto: Dr. Christoph Lauterwasser ((C) Allianz) - Abdruck honorarfrei
  • Foto: Dr. Jörg Kubitzki ((C) Allianz) - Abdruck honorarfrei
  • Pressemeldung als PDF
  • Report zum Download auf www.allianz.at

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