- 17.09.2013, 09:00:31
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Allianz Sicherheitsreport: Drei von vier getöteten Radfahrern sind älter als 60 Jahre
Wien (OTS) - Bis zum Jahr 2030 werden Unfälle im Straßenverkehr
bereits Rang 5 unter allen Todesursachen einnehmen - 1990 war es noch
Platz 10. Etwa jeder zehnte Verkehrstote ist in Österreich ein
Radfahrer. 2012 kam auf heimischen Straßen durchschnittlich ein
Radfahrer pro Woche ums Leben, rund 6.700 wurden verletzt. Kreuzungen
sowie falsche Straßenbenutzung stellen für Radfahrer die größten
Gefahren dar. Besonders gefährdet: die Gruppe der Über-60-Jährigen,
wie ein Report des Allianz Zentrum für Technik (AZT) zeigt.
Laut Statistik Austria waren im Jahr 2011 unter den Verkehrstoten
in Österreich 42 Radfahrer. Im Jahr 2012 wurden bereits 52 getötete
Radfahrer im Straßenverkehr gezählt, was einer Steigerung um knapp 24
Prozent innerhalb eines Jahres entspricht. Eine negative Entwicklung
ist - trotz geänderter Erhebungsmethoden - erkennbar. In den letzten
Jahren ist nämlich nicht nur ein deutlicher Anstieg bei den
getöteten, sondern auch bei den verletzten Radfahrern zu verzeichnen,
wo sich die Zahl im Jahr 2012 im Vergleich zu 2011 erhöhte. Etwa
6.700 Menschen, knapp 20 pro Tag, verletzten sich vergangenes Jahr
beim Radfahren - eine Steigerung um rund 17 Prozent.
"Ein deutlicher Rückgang der im Straßenverkehr verletzten oder
getöteten Personen wird ohne besonderes Augenmerk auf die Radfahrer
nicht zu erreichen sein", erklärt Dr. Jörg Kubitzki,
Verkehrssicherheitsforscher der Allianz und Autor des Reports.
73 Prozent der getöteten Radfahrer sind Senioren
Die Altersgruppe der über-60-jährigen Radfahrer ist einem
besonders hohen Risiko ausgesetzt. "Ältere Fahrradfahrer sind bei
Unfällen mehr als doppelt so gefährdet wie der Durchschnitt. Das
liegt vor allem an ihrer höheren Verletzbarkeit, wie beispielsweise
altersbedingten Gefäßerkrankungen oder der verstärkten
Beeinträchtigung durch Mehrfachmedikation", sagt Dr. Christoph
Lauterwasser, Leiter des Allianz Zentrum für Technik und Herausgeber
des Allianz Sicherheitsreports. Europaweit sind fast 50 Prozent aller
getöteten Radfahrer Senioren. Österreich liegt deutlich über dem
Europaschnitt: Knapp drei Viertel der getöteten Radfahrern sind zum
Zeitpunkt des Unfalls 60 Jahre oder älter, rund zwei Drittel davon
sind Männer.
Auch bei den durch einen Unfall im Straßenverkehr verletzten
Radfahrern gehörte 2012 bereits jeder Vierte der insgesamt mehr als
6.700 der Gruppe der Über-60-Jährigen an. Laut Statistik Austria
zeigt sich, dass in der Gruppe 60 plus, wie auch in allen anderen
Altersklassen, Männer (1.002) im Vergleich zu Frauen (661)
gefährdeter sind.
Kreuzungsbereiche sind Gefahrenherd Nummer 1
Der größten Gefahr sind Radfahrer im Kreuzungsbereich ausgesetzt,
wo über 40 Prozent aller Radverkehrsunfälle mit Todesfolge passieren.
Konfliktsituationen mit anderen Verkehrsteilnehmern beim Queren und
Einbiegen sind zumeist die Hauptunfallursache. Als
zweit-gefährlichster Unfallort in Österreich gelten Radwege, wo im
zuletzt vom Allianz Zentrum für Technik ausgewerteten Jahr 2008 circa
1.200 Radunfälle mit Personenschäden als Folge gemeldet wurden. Eine
weitere Gefahr stellen Alleinunfälle der Radfahrer dar - jeder fünfte
Radunfall ist auf Österreichs Straßen dieser Kategorie zuzuordnen.
Radfahrer verunglücken zumeist bei Tageslicht und innerorts. Knapp
20 Prozent der Unfälle passieren bei Dunkelheit. Der häufigste Fehler
von Radfahrern ist die falsche Straßenbenutzung. Das Fahren gegen die
Fahrtrichtung in Einbahnstraßen und die Verwendung des Radweges gegen
die Verkehrsrichtung gelten dabei als Hauptunfallursachen.
40 Prozent der schweren Verletzungen im Kopfbereich
Kopf und Gesicht gehören zu den hauptbetroffenen Körperregionen
von verunglückten Fahrradfahrern - 40 Prozent der schweren
Verletzungen betreffen diesen Bereich. Die Rolle des Helmes sei aus
Sicht der Schadenprävention für jede Altersklasse von besonderer
Bedeutung, wie Lauterwasser ausführt. Obwohl die Wahrscheinlichkeit,
eine Gehirnverletzung zu erleiden, ohne Helm doppelt so hoch ist,
trägt in Österreich nur rund ein Drittel aller Radfahrer einen
entsprechenden Kopfschutz. "Wir appellieren an das
Sicherheitsbewusstsein jedes Einzelnen. Der einzige Schutz für den
Kopf ist ein Helm. Was auf der Skipiste mittlerweile
selbstverständlich ist, sollte auch auf der Straße gelten", so
Lauterwasser abschließend.
Downloads im Internet unter
http://www.ots.at/redirect/downloads_allianz1
- Foto: Dr. Christoph Lauterwasser ((C) Allianz) - Abdruck
honorarfrei
- Foto: Dr. Jörg Kubitzki ((C) Allianz) - Abdruck honorarfrei
- Pressemeldung als PDF
- Report zum Download auf www.allianz.at
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