- 13.09.2013, 14:58:15
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AKNÖ: Tabuthema: Probleme beim Lesen und Schreiben
Ursachen sind oft soziale Herkunft und institutionelle Diskriminierung
Utl.: Ursachen sind oft soziale Herkunft und institutionelle
Diskriminierung =
Wien (OTS) - Probleme beim Lesen und Schreiben haben vielfach mit dem
sozialen Umfeld und strukturellen Rahmenbedingungen zu tun. Das zeigt
eine von der AKNÖ mitfinanzierte Studie des Instituts FORBA, die
gestern bei der Fachtagung "einfach:komplex" in Wien präsentiert
wurde. Die AKNÖ fordert mehr Mittel für den Ausbau von Kursen.
"Die Studie zeigt, dass bildungsbenachteiligte Menschen meist nicht
selbst schuld an den Problemen beim Lesen und Schreiben sind", so
AKNÖ-Bildungsexpertin Mag. Iris Gugenberger. Viele unterschiedliche
Faktoren, so zum Beispiel das soziale Umfeld, spielen hier eine
Rolle. "Oft sind es negative schulische Erfahrungen, die es Menschen
erschweren, sinnerfassend lesen und schreiben zu erlernen", weiß
Gugenberger. Geschätzte 20 % der SchülerInnen in Niederösterreich
verlassen die Pflichtschule ohne ausreichende Lese- und
Schreibkompetenzen. Das kann später zum Verlust des Arbeitsplatzes
führen. "Die Angebote für Kurse zur Basisbildung müssen weiter
ausgebaut und finanzielle Mittel aufgestockt werden. So verbessern
sich auch die Chancen am Arbeitsmarkt", fordert AKNÖ-Präsident
Haneder.
Besondere Fähigkeiten fördern
Menschen mit Problemen beim Lesen und Schreiben bedienen sich
spezieller Strategien, um den Alltag zu meistern. Dabei entwickeln
sie ein hohes Merkvermögen. Daher ist es wichtig, auch diese
individuellen Fähigkeiten, abseits von Lese- und Schreibkenntnissen,
zu fördern. "Diese Menschen haben viele Talente, die anerkannt werden
müssen", erklärt Gugenberger.
Die Studie "Aus dem Schatten des ,Bildungsdünkels'.
Bildungsbenachteiligung, Bewältigungsformen und Kompetenzen von
Menschen mit geringen Schriftsprachkompetenzen" wurde im Rahmen der
Kooperationsveranstaltung "einfach:komplex" der NÖ Arbeiterkammer,
der Arbeiterkammer Wien und des Unterrichtsministeriums präsentiert.
Die Studie wird demnächst kostenlos im Internet über die Homepage der
AKNÖ abrufbar sein.
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