AKNÖ: Tabuthema: Probleme beim Lesen und Schreiben

Ursachen sind oft soziale Herkunft und institutionelle Diskriminierung

Wien (OTS) - Probleme beim Lesen und Schreiben haben vielfach mit dem sozialen Umfeld und strukturellen Rahmenbedingungen zu tun. Das zeigt eine von der AKNÖ mitfinanzierte Studie des Instituts FORBA, die gestern bei der Fachtagung "einfach:komplex" in Wien präsentiert wurde. Die AKNÖ fordert mehr Mittel für den Ausbau von Kursen.

"Die Studie zeigt, dass bildungsbenachteiligte Menschen meist nicht selbst schuld an den Problemen beim Lesen und Schreiben sind", so AKNÖ-Bildungsexpertin Mag. Iris Gugenberger. Viele unterschiedliche Faktoren, so zum Beispiel das soziale Umfeld, spielen hier eine Rolle. "Oft sind es negative schulische Erfahrungen, die es Menschen erschweren, sinnerfassend lesen und schreiben zu erlernen", weiß Gugenberger. Geschätzte 20 % der SchülerInnen in Niederösterreich verlassen die Pflichtschule ohne ausreichende Lese- und Schreibkompetenzen. Das kann später zum Verlust des Arbeitsplatzes führen. "Die Angebote für Kurse zur Basisbildung müssen weiter ausgebaut und finanzielle Mittel aufgestockt werden. So verbessern sich auch die Chancen am Arbeitsmarkt", fordert AKNÖ-Präsident Haneder.

Besondere Fähigkeiten fördern

Menschen mit Problemen beim Lesen und Schreiben bedienen sich spezieller Strategien, um den Alltag zu meistern. Dabei entwickeln sie ein hohes Merkvermögen. Daher ist es wichtig, auch diese individuellen Fähigkeiten, abseits von Lese- und Schreibkenntnissen, zu fördern. "Diese Menschen haben viele Talente, die anerkannt werden müssen", erklärt Gugenberger.

Die Studie "Aus dem Schatten des ,Bildungsdünkels'. Bildungsbenachteiligung, Bewältigungsformen und Kompetenzen von Menschen mit geringen Schriftsprachkompetenzen" wurde im Rahmen der Kooperationsveranstaltung "einfach:komplex" der NÖ Arbeiterkammer, der Arbeiterkammer Wien und des Unterrichtsministeriums präsentiert. Die Studie wird demnächst kostenlos im Internet über die Homepage der AKNÖ abrufbar sein.

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Mag. Soma Ahmad, AKNÖ Öffentlichkeitsarbeit
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