Gratis Zahnspangen bis zum 18. Geburtstag: Für die SPÖ zählt die e-Card, nicht die Kreditkarte

Vorstoß von Minister Stöger und SPÖ-Bundesgeschäftsführer Darabos: Selbstbehalte für Zahnspangen und Zahnersatz streichen, Familien finanziell entlasten

Wien (OTS/SK) - Kinder und Jugendliche bis zum Beginn des 19. Lebensjahrs sollen in Zukunft kostenlose Zahnspangen, Zahnersatz und Mundhygiene erhalten. Die Selbstbehalte für diese Leistungen werden gestrichen. Gesundheitsminister Alois Stöger und SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos präsentierten diese neue Gesundheitsleistung am Freitagvormittag gemeinsam mit Univ.-Prof. Dr. Siegfried Meryn. "Wir tun das für die Kinder und Jugendlichen und wir tun das für das Geldbörsel ihrer Familien. Um Folgeschäden vorzubeugen und soziale Stigmatisierung hintanzustellen, haben wir ein Kinderzahngesundheitspaket geschnürt", sagte Stöger. "Ich will nicht, dass man am Gebiss des Kindes das Einkommen der Eltern ablesen kann." Norbert Darabos betonte: "Wir stehen für ein Top-Niveau bei Medizin und Gesundheit für alle Bürgerinnen und Bürger unabhängig vom Geldbörsel. Bei uns zählt nicht die Kreditkarte, sondern die e-Card." ****

Gesundheitsminister Stöger betonte, dass mit diesem Schritt "der Zugang zu Gesundheitsleistungen verbessert und finanzielle Hürden abgebaut werden sollen. Denn wenn man die Menschen fragt, was die größten Hürden in diesem Bereich sind, dann antworten die meisten, dass die Kosten für die Zahngesundheit sehr hoch seien". Der Minister hat bereits Verbesserungen, von denen alle Patientinnen und Patienten profitieren, durchgesetzt: Die Zahnambulatorien der Sozialversicherungsträger dürfen seit Jahresbeginn alle Leistungen der modernen Zahnmedizin anbieten.

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Darabos betonte, dass sozialdemokratische Gesundheitspolitik vor allem eines bedeute: "Dafür zu sorgen, dass jeder und jede unabhängig vom Einkommen und der sozialen Situation die beste Gesundheitsversorgung bekommt und dass alle den gleichen Zugang dazu haben." Österreich sei eines der wenigen Länder der Welt, die in der Krise im Gesundheitsbereich nicht gekürzt haben, im Gegenteil, die Leistungen wurden sogar ausgebaut, zum Beispiel wurde das kostenlose Kinderimpfprogramm erweitert - und gleichzeitig die Kassen saniert und das österreichische Gesundheitssystem damit auf solide Beine gestellt. "Eine Zweiklassenmedizin lehnen wir klar ab", sagte der SPÖ-Bundesgeschäftsführer, "und das ist für uns kein Schlagwort, sondern ein Auftrag". Darabos erinnerte in diesem Zusammenhang an die schwarz-blaue Gesundheitspolitik, die Leistungen reduziert und Selbstbehalte erhöht hat. Die SPÖ hingegen stehe für ein solidarisches Gesundheitssystem für alle.

Finanziert soll das Kinderzahngesundheitspaket durch eine Zweckbindung der Tabaksteuer für gesundheitspolitische Maßnahmen werden. Dafür seien weniger als zehn Prozent dieser Steuereinnahmen nötig. "Das müssen uns unsere Kinder wert sein", betonte der Gesundheitsminister. Für Familien könne dies jährlich eine Entlastung von durchschnittlich einem Monatsgehalt bringen.

Universitätsprofessor Siegfried Meryn betonte aus medizinischer Sicht die Wichtigkeit zahnmedizinischer Prävention: "Fehlstellungen des Gebisses können zu Karies, Lispeln und Verspannungen führen." Gleichzeitig sei Zahngesundheit ein soziales Thema. Wenn Jugendliche extreme Fehlstellungen haben, "führt das zu Scham und sozialer Stigmatisierung", weiß Meryn, der auch in der Initiative "Nein zu arm und krank" aktiv ist. Alle Studien zeigen, dass die Krankheitslast nicht gleich verteilt ist; Gesundheit sei nicht nur eine Frage der Genetik, sondern auch des sozialen Hintergrunds, so Meryn. Deshalb sei es so wichtig, mit einer Zweckwidmung der Tabaksteuer hier eine Verbesserung für die Kinder und Jugendlichen zu erreichen.

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d-jugendliche (Schluss) bj/ah

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