• 12.09.2013, 13:47:47
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BZÖ-Haubner: "Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist Elternsache"

Tscharnutter: "Die Patchwork-Familie ist mittlerweile Lebensrealität für viele Familien"

Utl.: Tscharnutter: "Die Patchwork-Familie ist mittlerweile
Lebensrealität für viele Familien" =

Wien (OTS) - "Das BZÖ orientiert sich in seiner Frauenpolitik an der
Realität des Lebens. Es muss für Frauen im Berufsleben mehr
gerechtere Chancen geben, denn die Einkommensschere klafft immer mehr
auseinander, aber es wird nichts dagegen gemacht", sagte
BZÖ-Frauensprecherin Abg. Ursula Haubner in der gemeinsamen
Pressekonferenz mit BZÖ-Chef Josef Bucher und mit der Vorsitzenden
der "Familienzukunft Österreich", Mag. Heidrun Tscharnutter.

"An den Einkommensverlusten, die Frauen einfach haben, tragen nicht
nur die Teilzeitarbeit oder die fehlenden
Kinderbetreuungseinrichtungen Schuld, sondern in erster Linie sind es
die Berufe, die schlechter bezahlt sind, wie etwa die Sozialberufe,
wo man sich um ältere Menschen kümmert und diese betreut. Das ist ein
Zukunftsmarkt von jetzt schon 350.000 Beschäftigten in Österreich, in
dem hauptsächlich Frauen arbeiten und in dem aber nicht nach Leistung
bezahlt wird. Hier wird die Arbeit am und mit dem Menschen nicht
wertgeschätzt. Die Gewerkschaften und die Sozialpartner müssen
endlich entsprechend der Leistung die Löhne verhandeln, denn das
würde das Auseinanderklaffen der Einkommensschere bremsen", sagte
Haubner.

"Weiters müssen derzeit Eltern - davon besonders häufig Frauen - nach
der Karenzzeit mit einem geringeren Gehalt wiedereinsteigen, daher
muss die Karenzzeit für die Einstufung bei einem Wiedereinstieg ins
Berufsleben angerechnet werden. Karenzzeit ist nämlich nicht
Urlaubszeit, sondern eine sehr wertvolle Zeitspanne. Diese Anrechnung
gibt es bereits in 75 Kollektivverträgen, wir fordern jetzt eine
rasche, generelle Umsetzung für alle weiteren Kollektivverträge. Auch
soll die Familienzeit als Karrierebaustein angerechnet werden, wenn
eine Frau Karriere machen möchte. Wenn Betriebe entsprechende
Angebote für Frauen machen, sollen diese Unternehmen im Gegenzug
Anreize im Bereich der steuerlichen Absetzbarkeit erhalten. Das wäre
ein wichtiger und richtiger Schritt, um auch hier die Familien- und
Frauenfreundlichkeit zu zeigen", betonte Haubner.

"Auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist nicht
ausschließlich Frauen-, sondern Elternsache. Daher wollen wir den
Vätern mehr Möglichkeiten geben, sich in der Familie einzubringen -
und zwar unmittelbar nach der Geburt. Die Väter, die unmittelbar nach
der Geburt Verantwortung übernehmen wollen, sollen mehr Chancen - in
Form eines freiwilligen Papamonats - dazu bekommen. Dieses
freiwillige Vatermonat, das es schon im öffentlichen Dienst, aber
noch nicht in der Privatwirtschaft gibt, wäre ganz einfach von den
bestehenden Vatermonaten im Karenzgeld und im Kinderbetreuungsgeld
nach vorne zu verlegen, damit während des Mutterschutzes der Frau
auch der Vater dieses eine Monat nehmen kann, wenn er es möchte",
schlug Haubner vor.

Auch die Vorsitzende der "Familienzukunft Österreich", Mag. Heidrun
Tscharnutter plädierte in ihrem Statement für ein Höchstmaß an
Selbstbestimmung und Wahlfreiheit: "Es kann nicht Aufgabe des Staates
oder der Politik sein, Frauen vorzuschreiben, wie sie ihr Leben
gestalten sollen." Mehr Flexibilität zu ermöglichen, sei deshalb
Hauptanliegen der BZÖ-Frauen- und Familienpolitik, betonte
Tscharnutter, die dazu drei konkrete Forderungen nannte: Die
jährliche Valorisierung von Familienleistungen, die Abschaffung der
Zuverdienstgrenze beim Kindergeld und eine Modernisierung des
Familienbilds.

"Nicht nur Alleinerzieherinnen sind vielfach akut armutsgefährdet,
immer öfter sind es auch mittelständische Familien, etwa
Mehrkindfamilien, die durch den inflationsbedingten Wertverlust bei
den Familienleistungen zunehmend von Armut bedroht sind. Die
Zuverdienstgrenze beim Kindergeld erweist sich für viele Frauen als
ernstzunehmendes Hindernis auf dem Weg, Kinder und Beruf zu
vereinbaren. Nicht zuletzt bin ich auch davon überzeugt, dass wir
durch die Abschaffung der Zuverdienstgrenze dazu beitragen können,
die Väterbeteiligung in der Familienarbeit zu erhöhen." Zudem habe
sich das Familienbild in den letzten Jahrzehnten massiv geändert,
hier brauche die Politik dringend mehr Realitätsbezug: "Die
Patchwork-Familie ist mittlerweile Lebensrealität für viele Familien.
Hier gehen wir mit unserem Vorschlag, Unterhaltsleistungen für Väter
zu 50 Prozent steuerlich absetzbar zu machen, einen wichtigen Schritt
in die richtige Richtung. Ziel muss es sein, dass alle Kinder gleich
viel wert sind und es finanziell möglich bleibt, auch eine zweite
Familie zu gründen", schloss Tscharnutter.

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