- 12.09.2013, 12:31:43
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Hochschulkonferenz - Karlheinz Töchterle: Stimmige Empfehlungen sollen gemeinsam zügig umgesetzt werden
Arbeitsgruppen präsentierten (Zwischen)Berichte zu den Themen soziale Absicherung der Studierenden, Qualität in der Lehre, Profilbildung und Durchlässigkeit im tertiären Sektor

Utl.: Arbeitsgruppen präsentierten (Zwischen)Berichte zu den Themen
soziale Absicherung der Studierenden, Qualität in der Lehre,
Profilbildung und Durchlässigkeit im tertiären Sektor =
Wien (OTS) - Soziale Absicherung der Studierenden, Qualität in der
Lehre, Profilbildung sowie Durchlässigkeit im tertiären Sektor -
diese vier zentralen Themen standen in den vergangenen Wochen und
Monaten im Mittelpunkt der vier eigens eingerichteten Arbeitsgruppen
im Rahmen der Hochschulkonferenz und wurden bei der gestrigen Sitzung
der Hochschulkonferenz vorgestellt und diskutiert. Die nun
vorliegenden Zwischenberichte (Lehre, Profilbildung) bzw.
Abschlussberichte (soziale Absicherung der Studierenden,
Durchlässigkeit) belegen für Wissenschafts- und Forschungsminister
Dr. Karlheinz Töchterle "das beachtliche Arbeitspensum, für das ich
den Mitgliedern sehr herzlich danke. Sie haben vier wesentliche
Bereiche sehr genau in den Blick genommen und mit den entsprechenden
Empfehlungen können zahlreiche Verbesserungen erreicht werden. Wir
prüfen nun diese umfangreichen Empfehlungen innerhalb der
Hochschulkonferenz, um zügig in die Umsetzung gehen zu können."
Abschlussbericht der AG "Soziale Absicherung Studierender"
Mit dem Bericht der von Minister Töchterle angeregten Arbeitsgruppe
"Soziale Absicherung Studierender" liegt ein umfassender
Optionenbericht mit zahlreichen Empfehlungen für die
Weiterentwicklung der sozialen Absicherung von Studierenden vor. Die
von Mag. Martin Unger (Institut für Höhe Studien, IHS) erstmals
durchgeführte Evaluierung der bestehenden Studienförderung kam zum
Schluss, dass deren System als "treffsicher" bezeichnet werden kann,
weshalb es naheliegend war, den Schwerpunkt auf eine
Weiterentwicklung innerhalb des Systems zu legen. Aber auch mögliche
neue Maßnahmen wurden diskutiert. Die Empfehlungen der Arbeitsgruppe
bewegten sich im Wesentlichen entlang der Themenblöcke
Verwaltungsvereinfachungen, soziale Ausgewogenheit unter
Berücksichtigung besonderer Zielgruppen wie z. B. ältere Studierende,
Studierende mit Betreuungsverpflichtungen, Migrationshintergrund etc.
und enthalten auch Überlegungen zu grundlegenden Systemänderungen.
Inhaltlich sind unter anderem folgende Vorschläge genannt:
- Ausbau der Information an Studienanfänger/innen
- Verlängerung der Anspruchsdauer (zwei Toleranzsemester für
BA-Studien unter bestimmten Bedingungen)
- Studienrichtungswechsel innerhalb der Anspruchsdauer auf
Studienbeihilfe für BA-Studierende unter Nachweis der Studienleistung
von 30 ECTS Punkten pro Jahr
- Maßnahmen zur Verbesserung der sozialen Ausgewogenheit:
Erhöhung des Kinderzuschläge, Ausweitung des
Kinderbetreuungszuschusses, Anhebung der Absetzbeträge für jüngere
Geschwister, Verbesserungen für Studierende getrennt lebender Eltern;
Alterszuschlag zur Studienbeihilfe ab dem 24. und dem 28. Geburtstag,
Ausbau des Selbsterhalterstipendiums zu einem Basisstipendium
- Valorisierung der Studienbeihilfen und darüber hinausgehende
Förderung besonderer Zielgruppen durch adäquate Adaptierung der
Beihilfenhöhe, Anhebung der Einkommensgrenzen, Anhebung der
Freibeträge, Anhebung der Höchstbeihilfen
- Systemausweitungen:
Unterhaltsvorschuss bei unterhaltsrechtlichen Streitfragen und
vereinfachtes (Schlichtungs)Verfahren, Überlegungen zum
Grundstipendium bei Wegfall der Unterhaltspflicht der Eltern,
Überlegungen zu konkreten, anlassbezogenen Darlehensmodellen.
"Die in dem umfassenden Bericht dargestellten Maßnahmen verstehen
sich als Optionen, die in unterschiedlichen Varianten ganz oder zu
Teilen umgesetzt werden können. Wir hoffen, der Hochschulkonferenz
und der Politik damit eine solide Entscheidungsgrundlage zur
Verfügung zu stellen", erläutert der Vorsitzende der Arbeitsgruppe
Heribert Wulz, stellvertretender Sektionsleiter im Wissenschafts- und
Forschungsministerium. Zu jeder Komponente des Berichts werden eine
Problemanalyse, die zu erwartende Wirkung der Maßnahme und die
jährlich zu erwartenden zusätzlichen Kosten dargestellt.
Abschlussbericht der AG "Durchlässigkeit im tertiären Sektor"
Der vorgelegte Bericht zur "Durchlässigkeit im tertiären Sektor"
enthält Empfehlungen für Standardisierungen der Durchlässigkeit an
Universitäten und Fachhochschulen und wurde von der
Hochschulkonferenz am 11. September einstimmig zur Umsetzung
empfohlen. Viele der empfohlenen Maßnahmen liegen im Autonomiebereich
der Hochschulen selbst, daher wird die Hochschulkonferenz die
Umsetzung durch ihre Gremien aktiv unterstützen. Die Arbeitsgruppe
wird sich auch weiterhin mit dem Thema befassen und die Umsetzung
begleiten (im Sinne eines Monitorings). Der Fokus des Berichts liegt
auf der Durchlässigkeit zwischen den Sektoren. "Man kann die
einhellige Schlussfolgerung als Erfolg dieser Arbeitsgruppe werten,
dass die Förderung der Durchlässigkeit unter dem Aspekt der
Qualitätssicherung für den Ausbildungsweg der Studierenden und den
Wert ihrer Abschlüsse sowie für die Qualitätssicherung der
beteiligten Institutionen zu sehen ist. Wichtig ist jedenfalls die
möglichst frühe Information über Anschlussmöglichkeiten der
Ausbildung oder im Studium - individualisierte Bildungs- und
Ausbildungswege werden tendenziell zunehmen. Ebenso wichtig ist, dass
mitgebachte Kompetenzen und Zulassungserfordernisse nach begründeten
Kriterien verglichen und transparent dargestellt werden. Es muss
sowohl möglich sein, relevante Lehrveranstaltungen und damit einen
bestimmten Wissensstand für den Übertritt einzufordern, als auch
dieses Wissen mit möglichst geringem bürokratischen Aufwand
nachzuholen", so Ulrike Plettenbacher, Generalsekretärin des
Österreichischen Wissenschaftsrates.
Folgenden Standards soll Rechnung getragen werden:
- Informationen über die Bedingungen der Zulassung, die vollständig
und einfach zugänglich sein sollen
- Transparent gestalteter Verfahrensablauf
- Darstellung der Prüfkriterien, die sicherstellen sollen, dass "in
qualitativer wie quantitativer Hinsicht die fachlichen Grundlagen für
das beantragte Masterstudium vermittelt werden"
- ergänzende Empfehlungen wie z. B. die Standardisierung im Falle
einer Häufung von Einzelfällen oder der Ausbau von
"Brückenprogrammen" zur Unterstützung des Wechsels
- Weiterentwicklung der aktuellen Handhabung der Zulassung zu
Doktoratsstudien
- beständige Kooperation zwischen den "abgebenden" und "aufnehmenden"
Institutionen
Zwischenbericht der AG "Stärkung der Qualität der
hochschulischen Lehre"
Die Einrichtung der Arbeitsgruppe wurde in der Hochschulkonferenz vom
13. Februar 2013 beschlossen. Neben der Definition von vier
Qualitätsdimensionen, die im Zusammenhang mit guter Lehre zu beachten
sind, wurden auf Basis des Status quo und ausgewählten "good
practice" Beispielen konkrete Umsetzungsvorschläge erarbeitet. Da zu
einigen Themenbereichen eine Vertiefung seitens der AG-Mitglieder
gewünscht wird, hat die Hochschulkonferenz in ihrer gestrigen Sitzung
das Mandat der AG entsprechend verlängert. Der Endbericht soll
kommendes Jahr folgen. Die Arbeitsgruppe erarbeitet vor allem zur
Curriculagestaltung, zur Organisation des Studienbetriebs sowie zur
Lehrtätigkeit konkrete Anregungen, die noch von einer "good practice"
Sammlung - zur Anregung der Nachahmung - komplettiert werden sollen.
Konkret werden u. a. Maßnahmen zur Verbesserung der Wertschätzung von
Lehrenden, wie die Steigerung der Relevanz der Lehrtätigkeit in
Personalauswahlverfahren und mehr Möglichkeiten zur individuellen
Vertiefung im Rahmen von Wahlfächern oder eine frühzeitige Einbindung
Studierender in wissenschaftliches Arbeiten vorgeschlagen.
"Nach der Definition dessen, was Qualität der Lehre eigentlich ist,
hat die Arbeitsgruppe Problemfelder definiert und Maßnahmen zur
Steigerung der Qualität in der hochschulischen Lehre erarbeitet", so
Julia Freidl vom Vorsitzteam der Österreichischen
HochschülerInnenschaft (ÖH): "Die konstruktive Zusammenarbeit ist in
vielen Bereichen gelungen und es wurden zahlreiche sinnvolle
Maßnahmen erarbeitet." Ein großes Anliegen ist der ÖH die Möglichkeit
für Studierende, ihr Studium auch inhaltlich flexibel zu gestalten.
"Zwei Maßnahmen sind hier ein verstärktes Angebot freier Wahlfächer
und die Orientierung der Anwesenheitspflicht an den tatsächlich zu
vermittelnden Kompetenzen unter Berücksichtigung der Situation
einzelner Studierender", erklärt Freidl.
Zwischenbericht der AG "Profilbildung über Studieninhalte,
insbesondere durch Disziplinen und Fächerabgleich sowie
Berücksichtigung von Forschungsstärken bzw. -schwerpunkten"
Die Einrichtung der Arbeitsgruppe wurde in der Hochschulkonferenz vom
13. Februar 2013 beschlossen. Da das Thema sehr umfassend ist, wurde
von Beginn an ein Prozessverlauf in Etappen vorgesehen. Im Zuge der
Befassungen wurden entsprechende Dokumente und rechtliche Materialien
zur Profilbildung recherchiert bzw. vom Wissenschaftsrat neue
Expertisen erstellt, die möglichen Funktionen von Profibildung als
Instrument der Hochschulentwicklung erörtert und die spezifischen
Eckpunkte der Profilbildung im FH-Bereich dargestellt. Es wurde
festgestellt, dass die in den "großen Fächern" im österreichischen
Hochschulraum an mehreren Standorten bestehenden gleichartigen
Studienangebote, - insbesondere im Bachelor- bzw. Diplombereich -
aufgrund des Bildungsauftrags und der entsprechenden Nachfrage
jedenfalls gerechtfertigt sind. Quantitativ (nach belegten Studien)
betrachtet, findet das gegebene Studienangebot an den öffentlichen
Universitäten weitestgehend eine hinreichende Nachfrage; somit stimmt
das empirische Angebot mit dem Bildungsauftrag überein. BMWF und
Wissenschaftsrat sind derzeit dabei, Vorschläge für den nächsten
koordinativen Schritt auszuarbeiten.
"Je stärker die gesamtösterreichische Koordinierung des
Hochschulraums ins Zentrum rückt, desto wichtiger werden die drei
Themen Diversifizierung der Hochschultypen, institutionelle
Kooperation untereinander sowie die Profilbildung an den einzelnen
Hochschulen. Idealerweise kommen wir damit zu mehr konkreter
Zusammenarbeit einerseits und klareren Profil- und
Schwerpunktsetzungen andererseits", so Arbeitsgruppen-Leiter Elmar
Pichl, Sektionsleiter der Sektion I im Wissenschafts- und
Forschungsministerium.
Zur Österreichischen Hochschulkonferenz
Die auch von der Expertengruppe zum Hochschulplan empfohlene
Österreichische Hochschulkonferenz wurde im Mai 2012 als beratendes
Gremium eingerichtet. Ziel ist es, den österreichischen Hochschulraum
gesamtheitlich weiterzuentwickeln und in der Hochschulkonferenz die
dafür notwendigen gemeinsamen Ziele und Leitlinien sowie eine
österreichweite Koordinierung zu verfolgen. Mitglieder der Kerngruppe
sind Minister Töchterle, uniko-Präsident Rektor Dr. Heinrich
Schmidinger, uniko-Vizepräsident Rektor Dr. Gerald Bast,
FHK-Präsident Geschäftsführer Dr. Helmut Holzinger, FHK-Vizepräsident
Rektor Dr. Fritz Schmöllebeck, Senatsvorsitzenden-Sprecher Dr. Helmut
Fuchs, Dr. Margret Wintermantel (Wissenschaftsrat), ÖH-Vorsitzender
Florian Kraushofer und Mag. Elmar Pichl, Leiter der Hochschul-Sektion
im Wissenschafts- und Forschungsministerium.
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