• 12.09.2013, 09:59:20
  • /
  • OTS0059 OTW0059

Wlodkowski: Völlig verkehrt - ILUC-Modell fördert indirekt fossile Energie

Unbrauchbare ILUC-Faktoren liefern nur Hausnummern statt Fakten

Utl.: Unbrauchbare ILUC-Faktoren liefern nur Hausnummern statt
Fakten =

Wien (OTS) - "Es ist nicht nachvollziehbar, dass trotz Höchstwerten
bei Arbeitslosigkeit und Energieabhängigkeit in der EU ein
aufstrebender und zukunftsträchtiger Zweig wie die
Biotreibstoffbranche mit willkürlich gewählten ILUC-Faktoren massiv
geschädigt und der gesamte Sektor mit grob mangelhaften sowie höchst
umstrittenen Modellansätzen gefährdet wird. Anstatt die
innereuropäische Wirtschaft zu stärken und Wertschöpfung im
Binnenmarkt zu generieren, unterstützt man durch derart sinnwidrige
Aktivitäten mit Milliarden Euro für Ölimporte aus Krisenregionen
indirekt die Umweltzerstörung, die Bürgerkriege und die Unterdrückung
in diesen Ländern", zeigt Gerhard Wlodkowski, Präsident der
Landwirtschaftskammer Österreich, keinerlei Verständnis für diese
Fehlentwicklung in der EU.

"Allein die Emissionen aus der militärischen Sicherung der
Ölförderung im Nahen Osten können mit 98 g CO2/MJ beziffert werden.
Dieser zusätzliche indirekte Emissionswert bei Rohöl wäre deutlich
höher, als der fragwürdige Pauschalwert von 83,8 g CO2/MJ für
fossilen Treibstoff und würde damit dessen Emissionswert mehr als
verdoppeln. Während die indirekten Belastungen bei fossilen
Energieträgern gezielt unterschlagen werden und nur untaugliche
Pauschalwerte bei Erdöl als Vergleichsbasis gelten, kennt die
Phantasie bei der Anlastung biogener Treibstoffe mit konstruierten
ILUC-Hausnummern offenbar keine Grenzen", kritisiert Wlodkowski.

ILUC: Faule Tricks statt Fakten

"Seit geraumer Zeit versuchen unterschiedlichste Akteure mit
gezielten Fehlinformationen biogene Treibstoffe schlechtzureden.
Dabei wird ganz tief in die Trickkiste gegriffen, um Bioethanol und
Biodiesel, die derzeit einzigen nennenswerten Alternativen zu
konventionellem Benzin und Diesel, möglichst negativ darzustellen.
Über einen dieser faulen Tricks mit der Kurzbezeichnung 'ILUC' wird
seit geraumer Zeit sehr kontrovers im Europäischen Parlament
gestritten. Dabei wird von Biotreibstoffgegnern versucht, mit einem
haarsträubend fehlerhaften Globalmodell willkürlich konstruierte
Schätzwerte für nicht messbare 'indirekte Landnutzungsänderungen
(ILUC)' den biogenen Treibstoffen anzulasten. Obwohl sogar die
Autoren des ILUC-Globalmodells selbst eingestehen, dass wegen der
vielen Fehlerquellen die so ermittelten 'ILUC-Faktoren' als
legistische Grundlage ungeeignet sind, versuchen unterschiedliche
Gruppen nach wie vor, dieses umstrittene Konzept zu propagieren und
in Richtlinien der EU zu verankern", so Wlodkowski zur gestrigen
Abstimmung im EU-Parlament.

ILUC-Werte: Hausnummern ohne Aussagekraft

"Einer der renommiertesten Ökobilanz-Experten, Prof. Matthias
Finkbeiner von der TU Berlin, bringt die Kritik an dem untauglichen
ILUC-Konzept ganz klar auf den Punkt: Die mangelnde wissenschaftliche
Belastbarkeit und Konsistenz der ILUC-Modelle und ihrer Daten machen
die Angabe einzelner, konkreter Werte für ILUC-Faktoren unseriös.
Solche Einzelwerte sind Hausnummern ohne Aussagekraft. Finkbeiner hat
in einer umfangreichen Studie gezeigt, dass ILUC-Faktoren nicht den
Qualitätsanspruch belastbarer wissenschaftlicher Erkenntnisse
erfüllen und es keinen Sinn ergibt, die in dieses Modell eingesetzten
Daten zu einem gemeinsamen Indikator zusammenzuzählen", stellte
Wlodkowski unmissverständlich fest.

Biotreibstoff bringt Jobs

"Mit Biotreibstoffen wird nicht nur die Versorgungssicherheit bei
flüssigen Energieträgern verbessert, die Nebenprodukte aus der
Produktion von Bioethanol und Biodiesel, wie Rapsschrot und DDGS
beziehungsweise Actiprot, spielen eine wichtige Rolle bei der
Bereitstellung von Eiweißfuttermitteln in der EU. Die Erzeugung von
Biokraftstoffen der 1. Generation ist ein effizienter Weg, um das
Defizit der EU an pflanzlichem Eiweiß auszugleichen, um die
Stabilität der Warenmärkte und der Preise für Verbraucher und
Landwirte zu verbessern, um die bestmögliche Nutzung der
EU-Produktionskapazitäten im ländlichen Raum zu sichern und um bis zu
200.000 Jobs in diesem Sektor sicherzustellen. Diese positiven
Effekte der Biokraftstoffbranche werden nun mit untauglichen
ILUC-Modellen gefährdet. Offensichtlich haben einige weltfremde
Akteure die kritische wirtschaftliche Situation, in der sich viele
Mitgliedstaaten der EU befinden, noch immer nicht verstanden", warnt
Wlodkowski.
(Schluss)

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AIM

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel