ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz: "ORF ist Content-Leader"

Wien (OTS) - Im Rahmen der Plenarsitzung des ORF-Publikumsrats, der heute, am Mittwoch, dem 11. September 2013, unter dem Vorsitz von Mag. Hans Preinfalk tagte, informierte ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz das Gremium über die Strategie "ORF 2020", aktuelle Projekte und Herausforderungen sowie über die Erfolge des ORF in den vergangenen Monaten.

In seinem Bericht informierte Mag. Hans Preinfalk u. a. über den Befund des ehemaligen ZDF-Intendanten Markus Schächter, der in seiner Funktion als Gutachter im Rahmen des ORF-Qualitätsmonitorings berichtet hatte, dass sich nahezu alle europäischen öffentlich-rechtlichen Sender, sogar die BBC, an den Benchmarks des ORF-Qualitätssicherungssystems orientieren. Ein gutes Zeugnis stellte Schächter dem ORF im Bereich der Barrierefreiheit aus: In diesem Bereich sei der ORF internationales Vorbild und bringe mehr barrierefreies Programm als vorgeschrieben. Außerdem steige die Zustimmung zum ORF seit zwei Jahren wieder: Ein Vertrauenslevel von zwei Drittel sei für Schächter außergewöhnlich.

Strategie "ORF 2020"

ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz präsentierte dem Gremium die Eckpunkte der Strategie "ORF 2020": "Der ORF hat die Phase der vollen Marktliberalisierung und der Digitalisierung auch in der Wirtschaftskrise erfolgreich bewältigt, ist nach wie vor Marktführer in Österreich in Fernsehen, Radio und Online und liegt im Vergleich mit den öffentlich-rechtlichen Sendern in Europa im Spitzenfeld. Laut Boston Consulting sind wir sogar der erfolgreichste öffentlich-rechtliche Sender in Europa. Ziel muss es also bleiben, in der Mediennutzung unverzichtbar zu bleiben."

Die neuen Technologien - neue Transportwege, neue Speichermöglichkeiten und neue Endgeräte - verändern die Rahmenbedingungen für den ORF nachhaltig. Das Konsumverhalten entwickelt sich weiter, so Wrabetz, der Wettbewerb verändert sich. "Heute haben wir es zusätzlich zu unseren traditionellen Wettbewerbern mit Google, Apple, Amazon, Netflix etc. zu tun", sagte Wrabetz. "Der Kernauftrag des ORF kann also in Zukunft nur dann erfüllt werden, wenn wir den Versorgungsauftrag auch auf neuen Plattformen weiterentwickeln dürfen. Wir müssen auffindbar bleiben. Für das Produktportfolio heißt das: Die Flottenstrategie bleibt aufrecht, ist erfolgreich und zu ergänzen. Es ist und bleibt das Ziel, die Vielfalt der Interessen der Gesamtheit der Bevölkerung abzudecken."

"Auch im Jahr 2020 wird sich der ORF dual aus Gebühren und Werbung finanzieren. Neue Geschäftsfelder sind zu entwickeln, werden aber keine signifikante Bedeutung erlangen. Der ORF muss daher in der Werbung auch am Wachstum der Onlinewerbung teilhaben können. Im Bereich der Gebührenfinanzierung ist der technologischen Entwicklung Rechnung zu tragen und das klassische am Endgerät anknüpfende Gebührenmodell bis 2020 weiterzuentwickeln", so der ORF-Generaldirektor.

"Lineares Fernsehen wird zwar auch 2020 prägend bleiben, die Mediennutzung entwickelt sich jedoch weiter. Daher brauchen wir ergänzend zur bestehenden auch eine medienübergreifende Messungsmethode, um festzustellen, wie viele Berührungspunkte das Publikum mit ORF-Inhalten über den Tag hat", so Wrabetz weiter. "Dies sollen die Touchpoints ausweisen: Wie oft am Tag nutzt also eine Österreicherin / ein Österreicher eines unserer Produkte in Fernsehen, Radio, Online, Teletext? Ein Drittel aller Medienkontakte sollte auch 2020 auf den ORF entfallen."

Daraus folgt ein neues Zielsystem: "Wir müssen die Genres medienübergreifend betrachten. Wir wollen Content-Leader bei Information, Kultur, Sport und Service/Unterhaltung sein. Bei den Subgenres wenden wir eine Leader- oder Follower-Strategie an. Im neuen Zielsystem gelten natürlich auch die Werte der Qualitätssicherung, des Public Value, unseres Leitbilds und der Wertekanon der europäischen Öffentlich-Rechtlichen", schloss Wrabetz.

Erfolge für ORF bei Neuen Medien

In seinem Überblick freute sich ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz über den Bescheid der KommAustria zur TVthek und die Aufhebung des sogenannten "Facebook"-Verbots: "Wir können die TVthek nun inhaltlich erweitern und auch kern-öffentlich-rechtliche Kaufprogramme zeigen. Wir werden die Live-Streams ausbauen und im 4. Quartal 200 Sendungen anbieten. Auf Facebook können wir nun gesetzeskonform Österreichs größte Facebook-Seiten Ö3 und FM4 betreiben und ausbauen und demnächst auch mit einer 'kreuz und quer'-und einer Ö1-Seite online gehen."
Auch die App zur Nationalratswahl 2013 ist gesetzeskonform, so Wrabetz: "Mit 60.000 Downloads ist unsere Wahl-App die Nummer eins bei Nachrichten-Apps und die erste Verwirklichung eines trimedialen Newsrooms, weil alle Redaktionen auf ein einziges Produkt hinarbeiten."

ORF ist Content-Leader in Information, Kultur und Sport

Drei Bereiche beweisen laut Wrabetz die Content-Leaderschaft des ORF:
"Die Konfrontationen und die Berichterstattung zur Nationalratswahl erreichen ein sehr großes Publikum, Formate bei der privaten Konkurrenz nur einen Bruchteil. Das heißt: Die Österreicherinnen und Österreicher wissen: Der ORF ist hier Content-Leader. Und auch 3,2 Millionen Österreicherinnen und Österreicher beim Festspielsommer und bis zu 1,2 Millionen beim gestrigen Match Österreich - Irland zeigen:
Auch bei Kultur und Sport ist der ORF Content-Leader."

Trotz Sparprogramm wird der ORF in den Bereichen Information, Kultur und Sport weiter auf hohem Niveau investieren, kündigte der ORF-Generaldirektor an. "Bei 'Rat auf Draht' verhandeln wir zurzeit mit Hilfs- und Blaulichtorganisationen, um diese Servicestelle zukunftssicher zu erhalten."

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