- 11.09.2013, 15:13:49
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ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz: "ORF ist Content-Leader"
Wien (OTS) - Im Rahmen der Plenarsitzung des ORF-Publikumsrats, der
heute, am Mittwoch, dem 11. September 2013, unter dem Vorsitz von
Mag. Hans Preinfalk tagte, informierte ORF-Generaldirektor Dr.
Alexander Wrabetz das Gremium über die Strategie "ORF 2020", aktuelle
Projekte und Herausforderungen sowie über die Erfolge des ORF in den
vergangenen Monaten.
In seinem Bericht informierte Mag. Hans Preinfalk u. a. über den
Befund des ehemaligen ZDF-Intendanten Markus Schächter, der in seiner
Funktion als Gutachter im Rahmen des ORF-Qualitätsmonitorings
berichtet hatte, dass sich nahezu alle europäischen
öffentlich-rechtlichen Sender, sogar die BBC, an den Benchmarks des
ORF-Qualitätssicherungssystems orientieren. Ein gutes Zeugnis stellte
Schächter dem ORF im Bereich der Barrierefreiheit aus: In diesem
Bereich sei der ORF internationales Vorbild und bringe mehr
barrierefreies Programm als vorgeschrieben. Außerdem steige die
Zustimmung zum ORF seit zwei Jahren wieder: Ein Vertrauenslevel von
zwei Drittel sei für Schächter außergewöhnlich.
Strategie "ORF 2020"
ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz präsentierte dem Gremium
die Eckpunkte der Strategie "ORF 2020": "Der ORF hat die Phase der
vollen Marktliberalisierung und der Digitalisierung auch in der
Wirtschaftskrise erfolgreich bewältigt, ist nach wie vor Marktführer
in Österreich in Fernsehen, Radio und Online und liegt im Vergleich
mit den öffentlich-rechtlichen Sendern in Europa im Spitzenfeld. Laut
Boston Consulting sind wir sogar der erfolgreichste
öffentlich-rechtliche Sender in Europa. Ziel muss es also bleiben, in
der Mediennutzung unverzichtbar zu bleiben."
Die neuen Technologien - neue Transportwege, neue
Speichermöglichkeiten und neue Endgeräte - verändern die
Rahmenbedingungen für den ORF nachhaltig. Das Konsumverhalten
entwickelt sich weiter, so Wrabetz, der Wettbewerb verändert sich.
"Heute haben wir es zusätzlich zu unseren traditionellen
Wettbewerbern mit Google, Apple, Amazon, Netflix etc. zu tun", sagte
Wrabetz. "Der Kernauftrag des ORF kann also in Zukunft nur dann
erfüllt werden, wenn wir den Versorgungsauftrag auch auf neuen
Plattformen weiterentwickeln dürfen. Wir müssen auffindbar bleiben.
Für das Produktportfolio heißt das: Die Flottenstrategie bleibt
aufrecht, ist erfolgreich und zu ergänzen. Es ist und bleibt das
Ziel, die Vielfalt der Interessen der Gesamtheit der Bevölkerung
abzudecken."
"Auch im Jahr 2020 wird sich der ORF dual aus Gebühren und Werbung
finanzieren. Neue Geschäftsfelder sind zu entwickeln, werden aber
keine signifikante Bedeutung erlangen. Der ORF muss daher in der
Werbung auch am Wachstum der Onlinewerbung teilhaben können. Im
Bereich der Gebührenfinanzierung ist der technologischen Entwicklung
Rechnung zu tragen und das klassische am Endgerät anknüpfende
Gebührenmodell bis 2020 weiterzuentwickeln", so der
ORF-Generaldirektor.
"Lineares Fernsehen wird zwar auch 2020 prägend bleiben, die
Mediennutzung entwickelt sich jedoch weiter. Daher brauchen wir
ergänzend zur bestehenden auch eine medienübergreifende
Messungsmethode, um festzustellen, wie viele Berührungspunkte das
Publikum mit ORF-Inhalten über den Tag hat", so Wrabetz weiter. "Dies
sollen die Touchpoints ausweisen: Wie oft am Tag nutzt also eine
Österreicherin / ein Österreicher eines unserer Produkte in
Fernsehen, Radio, Online, Teletext? Ein Drittel aller Medienkontakte
sollte auch 2020 auf den ORF entfallen."
Daraus folgt ein neues Zielsystem: "Wir müssen die Genres
medienübergreifend betrachten. Wir wollen Content-Leader bei
Information, Kultur, Sport und Service/Unterhaltung sein. Bei den
Subgenres wenden wir eine Leader- oder Follower-Strategie an. Im
neuen Zielsystem gelten natürlich auch die Werte der
Qualitätssicherung, des Public Value, unseres Leitbilds und der
Wertekanon der europäischen Öffentlich-Rechtlichen", schloss Wrabetz.
Erfolge für ORF bei Neuen Medien
In seinem Überblick freute sich ORF-Generaldirektor Dr. Alexander
Wrabetz über den Bescheid der KommAustria zur TVthek und die
Aufhebung des sogenannten "Facebook"-Verbots: "Wir können die TVthek
nun inhaltlich erweitern und auch kern-öffentlich-rechtliche
Kaufprogramme zeigen. Wir werden die Live-Streams ausbauen und im 4.
Quartal 200 Sendungen anbieten. Auf Facebook können wir nun
gesetzeskonform Österreichs größte Facebook-Seiten Ö3 und FM4
betreiben und ausbauen und demnächst auch mit einer 'kreuz und quer'-
und einer Ö1-Seite online gehen."
Auch die App zur Nationalratswahl 2013 ist gesetzeskonform, so
Wrabetz: "Mit 60.000 Downloads ist unsere Wahl-App die Nummer eins
bei Nachrichten-Apps und die erste Verwirklichung eines trimedialen
Newsrooms, weil alle Redaktionen auf ein einziges Produkt
hinarbeiten."
ORF ist Content-Leader in Information, Kultur und Sport
Drei Bereiche beweisen laut Wrabetz die Content-Leaderschaft des ORF:
"Die Konfrontationen und die Berichterstattung zur Nationalratswahl
erreichen ein sehr großes Publikum, Formate bei der privaten
Konkurrenz nur einen Bruchteil. Das heißt: Die Österreicherinnen und
Österreicher wissen: Der ORF ist hier Content-Leader. Und auch 3,2
Millionen Österreicherinnen und Österreicher beim Festspielsommer und
bis zu 1,2 Millionen beim gestrigen Match Österreich - Irland zeigen:
Auch bei Kultur und Sport ist der ORF Content-Leader."
Trotz Sparprogramm wird der ORF in den Bereichen Information, Kultur
und Sport weiter auf hohem Niveau investieren, kündigte der
ORF-Generaldirektor an. "Bei 'Rat auf Draht' verhandeln wir zurzeit
mit Hilfs- und Blaulichtorganisationen, um diese Servicestelle
zukunftssicher zu erhalten."
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