Das alte bankenfinanzierte Europa ist tot, was jetzt? -27. Alpbacher Finanzsymposium gibt Antworten

Dr. Hannes Enthofer, Veranstalter des Alpbacher Finanzsymposiums, zum Europäischen Mittelstandskapitalmarkt als Chance

Wien (OTS) - Basel 3-Eigenkapital, Kapitalerhaltungspuffer, antizyklische Kapitalpuffer, Systemrelevanz-Puffer (global und regional), Systemrisiko-Puffer, ICAAP-Risiko, Stresstests. Das sind alles neue Eigenkapitalbestandteile, die sich bis auf über 20 Prozent addieren können. Dazu in vielen Fällen noch das bevorstehende "Asset Screening", mit dem die EZB eine konservative Kreditbeurteilung für die neue Bankenunion vornehmen wird, welches zusätzlichen Eigenkapitalbedarf vermuten lässt.

In diesem Umfeld herrscht der unausgesprochene Konsens, dass Bankkredite auf absehbare Zeit kein Motor für die Wirtschaft in der EU sein können.

Damit ist es folgerichtig, dass die Politik die internationalen und nationalen Förderbanken mit zusätzlichen Mitteln und Flexibilitäten ausstattet, mit denen sie die fehlenden Eigenmittel der Banken ersetzen sollen.

Daher ist es heute auch für jedes Unternehmen wichtig, die aktuellen und neuen Finanzierungsquellen und den Zugang zu kennen -aus aktuellem Finanzierungsbedarf, als Sicherheit im Stressfall oder als Möglichkeit Auslandsprojekte zu realisieren. Das Alpbacher Finanzsymposium vom 2. - 4. Oktober gibt hier einen umfassenden und profunden Überblick.

Wie die Geschichte lehrt, ist es ganz sicher kein wünschenswerter Dauerzustand, dass immer größere Teile der Wirtschaft in staatliche Hände gelegt werden. Aber was tun, wenn der Bankkredit den europäischen Unternehmen nicht mehr die benötigten Finanzmittel bieten kann? Schließlich wird die europäische Wirtschaft vor allem von Unternehmen getragen, die zu klein für ein Kapitalmarktrating sind.

Wir sehen als einzige Alternative die Schaffung eines europäischen Mittelstands-Kapitalmarktes. Den politischen Willen vorausgesetzt, stehen die Chancen dafür gut:

  • Europa verfügt durch Basel 2 über EU-weit einheitliche, aufsichtsgeprüfte und backgetestete Kriterien für die Bonitätsbewertung von Unternehmen.
  • Eurozone verfügt durch die nationalen Zentralbanken über ein einheitliches System des Credit Assessments zur Beurteilung der Ausfallswahrscheinlichkeit von Unternehmen, auf dessen Basis die EZB Unternehmenskredite als Sicherheiten akzeptiert.
  • Die Eurozone verfügt mit dem European Data Warehouse (EDW) über eine Infrastruktur, mit der Unternehmensinformationen transparent dargestellt werden können.

Mit diesen drei Bausteinen lässt sich ein weltweit einmaliger, großer, transparenter, länderübergreifender Kapitalmarkt für unsere Unternehmen schaffen. Diese Einschätzung teilten die Experten aus Unternehmen und (privaten und öffentlichen) Banken, Kapitalmarktvertreter, die EU-Kommission und verschiedene Interessensvertretungen bei einem Workshop in der EIB Ende Juni. Es wurde eine Technical Working Group unter der Leitung des EDW eingesetzt, die die möglichen und relevanten Daten für einen europäischen Datenpool definiert.

Wenn die mittelständischen und kleinen Unternehmen das Rückgrat der europäischen Wirtschaft sind, dann werden sich sicher Investoren für den europäischen Mittelstands- und KMU-Kapitalmarkt finden und so Europa neue Wachstumsimpulse geben.

Nähere Information zur Veranstaltung und Anmeldung unter:
http://www.ots.at/redirect/finance

Rückfragen & Kontakt:

Finance Trainer International
Am Hundsturm 11
1050 Wien
Tel.: +43 1 545 52 77
E-Mail: alpbach@financetrainer.com

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