Elefantenbaby in Schönbrunn nächstes Opfer von Misshandlung?

Österreichischer Tierschutzverein erinnert an Misshandlung von Elefantin Mongu

Wien (OTS) - Während medial über die Geburt eines künstlich gezeugten Elefantenbabys im Tiergarten Schönbrunn gejubelt wird, mahnt der Österreichische Tierschutzverein zur Objektivität. Die generell sehr unkritische, weichgespülte Berichterstattung lässt leicht vergessen, wie es dem bisherigen Elefantennachwuchs im Tiergarten erging.
Im April 2001 kam der Elefantenbulle "ABU" in Schönbrunn zur Welt. Auch er wurde damals, wie alle Tierbabies, als "Publikumsliebling", "putzig" und "niedlich" vermarktet. Was nachts, abseits von Kameras und Publikum geschah, darüber lässt sich nur spekulieren.

Im Frühjahr 2003 folgte die nächste "tierische Sensation":
Elefantenbaby "MONGU" wurde geboren. Putzig, süß und knuddelig wurde sie von der PR-Maschinerie des Zoos präsentiert.

Anfang 2005 geschah das (vorhersehbare) Unglück: tötete "ABU" seinen Wärter bei der Morgendusche und wurde daraufhin 2006 mit seiner Mutter an einen anderen Zoo abgeschoben.

Damit mit "MONGU" nicht ähnliche "Pannen" passieren, ging man gleich ans Werk, ihren Willen noch als Baby zu brechen. Wie der Österreichische Tierschutzverein 2005 aufdeckte, wendete der Tiergarten Schönbrunn brutale Ausbildungsmethoden an. Ein Video zeigt, wie das Elefantenmädchen "Mongu" misshandelt wurde: Das gefesselte Tier wird von mehreren Männern mit einem Seil umgerissen, während es von einem weiteren "Pfleger" immer wieder mit dem spitzen Elefantenhaken traktiert wird. Zu sehen ist auch, wie der kleine Elefant, der aus Angst und Schrecken laut schreit, mit dem schweren Haken auf den Kopf geschlagen wird.

Zahlreiche Elefantenexperten sprachen angesichts der schockierenden Bilder von Brutalität und Folter. Die Schönbrunner Tiergartenführung bezeichnete diese Misshandlungen jedoch freimütig als "normale Trainingsmethoden". Mit diffamierenden Äußerungen und falschen Vorwürfen versuchten Verantwortliche des Tiergartens außerdem, den Österreichischen Tierschutzverein in Misskredit zu bringen. Vorrangig wurden fälschlicherweise Manipulationen am Bildmaterial behauptet.

Nur aufgrund der anhaltenden Kritik und des Protests des Österreichischen Tierschutzvereins wurde die Elefantenhaltung im Tiergarten schließlich auf "geschützten Kontakt" umgestellt. Dies bedeutet, dass Elefanten stets durch stabile Gitter vom Menschen getrennt sind, was die Gefahr einer Verletzung für Mensch und Tier erheblich verringert. Eine "Dressur" ist natürlich trotzdem nötig, damit die Tiere an das Gitter treten und sich untersuchen lassen. Für den noch namenlosen Babyelefanten hofft der Österreichische Tierschutzverein allerdings, dass diese Tortur sich nicht wiederholt und schlägt als Namen "Dolores" vor.

Das Video der brutalen Misshandlung ist auf www.tierschutzverein.at zu sehen.

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Österreichischer Tierschutzverein
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