• 10.09.2013, 09:06:11
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Falter: Meischberger belastet Grasser in überwachtem Telefonat

Grasser soll hinter Scheinrechungen des Lobbyisten Peter Hochegger stecken. Meischberger: "Übertragungsfehler der Polizei"

Utl.: Grasser soll hinter Scheinrechungen des Lobbyisten Peter
Hochegger stecken. Meischberger: "Übertragungsfehler der
Polizei" =

Wien (OTS) - Die Wiener Wochenzeitung Falter veröffentlicht auf ihrer
Website und in der heute Abend erscheinenden Ausgabe neue
polizeiliche Telefonprotokolle im Fall Karl-Heinz Grasser. Die
Dokumente legen den Verdacht nahe, dass der Ex-Finanzminister hinter
horrenden Scheinrechnungen des Lobbyisten Peter Hochegger steht.

Meischberger und Grasser unterhielten sich am 29. 1. 2010, einen
Tag nachdem die Polizei den Baukonzern Porr durchsuchte, über
mögliche Konsequenzen der polizeilichen Ermittlungen.

Meischberger hatte von der Porr bekanntlich über eine
Scheinrechnung Peter Hocheggers 200.000 Euro "schwarz" erhalten,
nachdem Grasser den Umzug von Finanzbeamten in ein Hochhaus des Porr/
Raiffeisen-Konsortiums ("Terminal-Tower") genehmigte.

Am Telefon versichern einander Grasser und Meischberger zwar
gegenseitig, unschuldig zu sein, sie erörtern aber auch, wer in der
Causa auspacken könnte.

So halten die beiden den Ex-Porr-Chef und heutigen
ÖBB-Aufsichtsratspräsidenten Horst Pöchhacker für verschwiegen. Den
ehemaligen Porr-Manager und ÖBB-Vorstandsvorsitzenden Martin Huber
verdächtigen sie hingegen, ein Belastungszeuge in der
Korruptionsaffäre zu sein.

Dann kommt das Gespräch auf den Lobbyisten Peter Hochegger, an
dessen Briefkastenfirmen die "Provision" ausbezahlt wurde, nachdem
Grasser den Deal namens der Republik genehmigte.

Meischberger über Hochegger: "Er kann aber sagen, dass die
Rechnung eine Geschichte von dir war und er nur als Rechnungslink
gedient hat... sozusagen"
Grasser: "Na ja, das kann er ja sagen, oder?"
Meischberger: "Mhm, was auch logisch ist, durch die 90 zu 10
Aufteilung"
Grasser: "Genau"

Die grüne Abgeordnete Gabriela Moser fordert nun eine Anklage im
Fall Grasser. Wie der Falter aus Justizkreisen in Erfahrung bringen
konnte, ist die Indizienkette im Fall Porr/Grasser tatsächlich so
dicht, dass die Korruptionsstaatsanwaltschaft eine Anklage für
"vertretbar" hält. Derzeit wird aber noch ein Rechtshilfeansuchen an
die Schweiz abgewartet. Ein Ermittler: "Auch wenn wir dort nichts
finden, werden wir dem Justizministerium im Fall Porr den Gang in den
Gerichtssaal vorschlagen". Meischberger dementiert die Vorwürfe. Bei
dem amtlichen Protokoll handle es sich um einen "Übertragungsfehler".
Grassers Anwalt Manfred Ainedter hält das Protokoll sogar für
"entlastend".

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