- 09.09.2013, 18:15:31
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WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Abschied von der Generation Gold - von Thomas Pressberger
Wie die Gehälter in 40 Jahren sind, ist trotz Modellrechnungen
Utl.: Wie die Gehälter in 40 Jahren sind, ist trotz Modellrechnungen =
Wien (OTS) - Der Handel zittert um eine seiner besten Kundengruppen:
die Generation 50 plus. Auch wenn diese nicht homogen ist und nicht
jeder in dieser Altersgruppe die Taschen voller Geld hat, zählt sie
für den Handel zu den kaufkräftigsten und verlässlichsten
Zielgruppen. Doch damit könnte es in 20, 30 oder 40 Jahren vorbei
sein. Von den Verdiensten der Vorgeneration können heute viele nur
noch träumen.
Frei nach dem ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush, der in einem
Moment der Erleuchtung sinnierte, "Vielleicht sollte man den Leuten
doch ein bisschen von dem Geld lassen, das sie verdienen", zerbrechen
sich auch in heimischen Gefilden Menschen den Kopf, wie man die
Kaufkraft von nachkommenden Generationen aufrechterhalten kann. Für
viele Politiker geht die Marschrichtung bei den Gehältern hin zu
höheren Einstiegsgehältern für die Jungen bei einer gleichzeitigen
Abflachung der Einkommenskurve in den folgenden Jahren.
Die Krux dabei ist, weder die Jungen noch die Alten zu
benachteiligen. Wer mit einem niedrigen Gehalt eingestiegen ist, wird
wenig Freude mit einer Abflachung haben, Unternehmer werden Älteren
ungern höhere Gehälter als Jüngeren zahlen, wenn sie die Wahl haben.
Derzeit funktioniert das System so: Alle jene, die über höhere
Pensionen verfügen, legen einen Teil des Geldes für die Nachkommen
auf die Seite oder greifen ihnen finanziell unter die Arme. Die
Nachkommen erben eines Tages Erspartes oder Besitz und werden einen
Teil für den Konsum ausgeben, den anderen Teil wiederum für ihre
Nachkommen auf die Seite legen. Auf jeden Fall dürfte das
Familiensilber aber in den nächsten 20 bis 40 Jahren verbraucht sein.
Hier kommt nun die Modellrechnung, derer sich vor allem Politiker
nicht ungerne bedienen, ins Spiel, die jedoch einige Risiken birgt.
Laut Adam Riese sollten die Jungen laut diesen Modellen durch höhere
Einstiegsgehälter eines Tages in der Lage sein, ihre
Lebensaufbauphase selber finanzieren zu können und von den Alten
unabhängig sein. Doch die Umstellung braucht Zeit, viel Zeit. Und
während sich das Modell nicht ändert, ändert sich die Realität
Tausende Male. Wie hoch die Gehälter in 40 Jahren sind, ist völlig
offen. Vom Komfort einer kaufkräftigen Kundengruppe über 50 wird sich
der Handel jedenfalls über lang oder kurz verabschieden müssen.
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