• 09.09.2013, 14:24:35
  • /
  • OTS0167 OTW0167

VCÖ-Mobilitätspreis Vorarlberg für die "Vision Rheintal"

Auszeichnung für Projekt zum Thema verkehrsvermeidende Raumplanung

Utl.: Auszeichnung für Projekt zum Thema verkehrsvermeidende
Raumplanung =

Bregenz (OTS/VLK) - Der VCÖ-Mobilitätspreis 2013 geht an die "Vision
Rheintal". Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser, VCÖ-Expertin Bettina
Urbanek und ÖBB-Postbus-Regionalmanager Gerhard Mayer überreichten
den Preis heute (Montag, 9. September) im Landhaus an Projektleiter
Martin Assmann. Gleichzeitig wurde eine aktuelle VCÖ-Untersuchung
präsentiert, die den Straßenverkehr vor dem größten Umbruch seit
Beginn der Massenmotorisierung sieht. Demnach werden auch in
Vorarlberg Bahn, Bus, Fahrrad, Carsharing und Elektro-Mobilität stark
an Bedeutung gewinnen.

Erfolgreiche Mobilitätspolitik setzt bei den Quellen des Verkehrs
an. Wo wohnen die Menschen? Wo sind die Arbeitsplätze? Wo gibt es
Einkaufsmöglichkeiten? Der Ort des Zieles und seine Erreichbarkeit
bestimmen in erster Linie, für welches Verkehrsmittel sich die
Menschen entscheiden. Wer nahe dem Bahnhof lebt, fährt auch viele
Strecken mit der Bahn. "In diesem Sinne geht der VCÖ-Mobilitätspreis
Vorarlberg heuer an ein Projekt, das die Grundlage für eine
verkehrsvermeidende Raumplanung liefert, nämlich an die 'Vision
Rheintal'", sagte VCÖ-Expertin Bettina Urbanek. Ein Schwerpunkt von
"Vision Rheintal" ist die qualitätsvolle Siedlungsverdichtung im
Umfeld von Bahnhöfen und Haltestellen. Die nun ausgezeichnete Studie
gibt eine Übersicht über die Bahnhöfe im Vorarlberger Rheintal, deren
Umfeld, nächstgelegene Siedlungen und ihrer Erreichbarkeit. Es werden
die Entwicklungsmöglichkeiten des Umfelds aufgezeigt. In der Studie
wurden Stärken/Schwächen-Profile sämtlicher Bahnhöfe und Haltestellen
des Rheintals erstellt. Besonders geachtet wurde auf die
Zugänglichkeit der Stationen mit öffentlichen Verkehrsmitteln, mit
dem Fahrrad oder zu Fuß. Die Studie ist eine unverzichtbare Grundlage
für weitere Siedlungsentwicklungen und damit auch die zukünftige
Verkehrsentwicklung.

Verkehrstrends: VCÖ-Untersuchung präsentiert

Der VCÖ hat untersucht, welche Verkehrstrends in Zukunft zu
erwarten sind - Ergebnis:
- Mobilität wird vielfältiger und intermodaler: Schon heute fahren
viele, die ein Auto benützen, auch mit anderen Verkehrsmitteln. Die
Wechselbereitschaft nimmt zu und in Zukunft werden häufiger auf einer
Strecke verschiedene Verkehrsmittel kombiniert werden, z.B. mit dem
E-Bike zum Bahnhof und dann die letzte Meile mit städtischen Öffis in
die Arbeit. Die Infrastrukturpolitik muss die dafür nötigen
intermodalen Schnittstellen ausbauen.

- Nutzen statt besitzen: Carsharing, das gemeinsame Nutzen eines
Autos, liegt international voll im Trend. Auch in Österreich nimmt es
langsam aber sicher zu. In Zukunft werden auch im ländlichen Raum
Autos verstärkt im Nachbar- und Freundeskreis geteilt werden. Damit
sinken die Mobilitätskosten für die Haushalte.

- Peak Auto wird erreicht: Für die Jugend ist das Auto kein
Statussymbol mehr. Der Sättigungsgrad beim Autobesitz ist in West-
und Mitteleuropa erreicht. Vor allem in den großen Städten sinkt die
Zahl der Autos im Verhältnis zur Einwohnerzahl.

- Elektro-Mobilität gewinnt an Bedeutung: Das Ziel, die
Erdölabhängigkeit des Verkehrs zu verringern, ist nur mit mehr
Elektro-Mobilität möglich. Die Bahnen fahren seit langem fast zur
Gänze mit Strom. Elektro-Fahrräder erfreuen sich steigender
Beliebtheit. Die Zahl der E-Autos ist noch gering - wie rasch sich
diese durchsetzen werden, hängt auch von den CO2-Grenzwerten für die
Auto-Industrie ab.

Maßnahmen des Landes Vorarlberg entsprechen künftigen Trends

Für Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser ist diese Entwicklung
ganz im Sinne der Mobilitätsstrategie des Landes Vorarlberg, deren
Ziel es ist, den Anteil von Öffis und Fahrrad am gesamten
Verkehrsaufkommen zu steigern. Der konsequente Ausbau des
Öffentlichen Verkehrs ist auch ein maßgeblicher Beitrag auf dem Weg
zur Energieautonomie Vorarlberg und dementsprechend ein wichtiger
Investitionsschwerpunkt im Budget des Landes. Im vergangenen Jahr
wurden 23,4 Millionen Euro investiert, für heuer sind knapp 28
Millionen Euro veranschlagt. Für den Ausbau des Radwegenetzes werden
jährlich zwei bis drei Millionen Euro ausgegeben. Vorarlberg gilt
schon seit Jahren als fahrradfreundlichstes Land in Österreich.

Jüngstes Beispiel für die laufenden Verbesserungen im Öffentlichen
Verkehr ist die erst kürzlich fixierte und präsentierte Änderung des
Tarifsystems im Verkehrsverbund Vorarlberg (VVV), die ab 1. Jänner
2014 umgesetzt wird. Herzstück dieser Neuerung ist die neue
VVV-maximo-Jahreskarte um 365 Euro. Ergänzend zu solchen Innovationen
wurden und werden über die Jahre umfangreiche Baumaßnahmen
verwirklicht. So werden Vorarlbergs Bahnhöfe kontinuierlich zu
modernen Verkehrsdrehscheiben ausgebaut, die für die Kombination von
Bahn, Bus und Fahrrad bestens eingerichtet sind. LSth. Rüdisser: "All
diese Maßnahmen decken sich mit den Verkehrstrends, die in der
VCÖ-Studie prognostiziert werden."

Auch die ÖBB-Postbus-Gesellschaft ist ein verlässlicher Partner
auf diesem Weg. Regionalmanager Gerhard Mayer: "Die Visionen der
Vorarlberger Verkehrspolitik werden in unseren Fahrzeugen in der
Realität sichtbar. Deutlich wird dies etwa durch die ständig größer
werdende Zahl an Gelenksbussen, die immer mehr 12-Meter-Busse
ablösen, und durch die steigende Zahl an Fahrgästen in der Bahn. Hier
haben wir im Vergleich April 2012 zu April 2013 einmal mehr eine
Steigerung von sechs Prozent."

Der VCÖ-Mobilitätspreis Vorarlberg wird vom VCÖ in Kooperation mit
dem Land Vorarlberg und dem ÖBB-Postbus durchgeführt und vom
Verkehrsverbund Vorarlberg und Rhomberg Bau unterstützt. www.vcoe.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NVL

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel