• 09.09.2013, 12:22:38
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Bundesministerin Heinisch-Hosek: "Wir brauchen faire Entlohnung für Teilzeitkräfte und bessere Kinderbetreuung"

Pressekonferenz zur Studie "Faire Teilzeit - gerechte Entlohnung"

Utl.: Pressekonferenz zur Studie "Faire Teilzeit - gerechte
Entlohnung" =

Wien (OTS) - "Ein Drittel aller teilzeitbeschäftigten Frauen
verzichtet unfreiwillig auf einen Vollzeitarbeitsplatz und nimmt
damit häufig geringere Stundenlöhne in Kauf, um Betreuungspflichten
in der Familie wahrzunehmen. Diese Situation wollen wir verbessern,
indem wir das Thema Vereinbarkeit weiterhin ganz oben auf die
Tagesordnung setzen", sagte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek
heute, Montag, in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit
Sozialminister Rudolf Hundstorfer. Präsentiert wurden die Ergebnisse
der Studie "Faire Teilzeit - gerechte Entlohnung". Die Einführung von
Einkommensberichten sei bereits ein richtiger Schritt gewesen: "Wir
müssen die Einkommensunterschiede sichtbar machen und in einem
nächsten Schritt daran gehen, Ungerechtigkeiten zu beseitigen", so
Heinisch-Hosek.

Sozialminister Hundstorfer erklärte die Hauptergebnisse der Studie,
die auf der alle vier Jahre durchgeführten Verdienststrukturerhebung
der Statistik Austria beruhen. Dabei gaben rund 11.000 Unternehmen
mit 10 oder mehr Beschäftigten Auskunft über die geleisteten
Arbeitszeiten und die tatsächlich bezahlten Bruttolöhne von insgesamt
rund 200.000 unselbständig Erwerbstätigen. Das für insgesamt 2,3
Millionen Beschäftigte repräsentative Ergebnis zeigt, dass
Teilzeitbeschäftigte in Österreich wesentlich geringere Stundenlöhne
erzielen als Vollzeitbeschäftigte. Im Mittel verdienen sie um 24,2
Prozent weniger pro Stunde, wobei es Unterschiede nach Branchen und
beruflicher Position gibt.

Dieser Lohnnachteil treffe vor allem Frauen, die mit 84 Prozent die
klare Mehrheit der Teilzeitbeschäftigten in Österreich ausmachen, so
Heinisch-Hosek. "Wir müssen bei einem Grundproblem der hohen
Teilzeitquote von Frauen ansetzen und ein starkes Netz an
Betreuungseinrichtungen für Kinder aufbauen", betonte die
Frauenministerin. Die Regierung habe dafür bereits jährlich 100
Millionen Euro in den nächsten vier Jahren zum Ausbau der
Kinderbetreuung vorgesehen. 50 Millionen Euro könnten bereits heuer
im Rahmen des Konjunkturpakets abgerufen werden.

"Unser Ziel ist es, bis zum Jahr 2016 einen Rechtsanspruch auf
Kinderbetreuung einzuführen. Zusätzlich wollen wir auch in bessere
Qualität, längere Öffnungszeiten und weniger Schließtage der
Einrichtungen investieren", so Heinisch-Hosek. Dieses Ausbauprogramm
bringe auch Vorteile für die Länder und Gemeinden, die laufende
Kosten geltend machen könnten und auch attraktiver für Jungfamilien
würden.

Gemeinsam mit dem Sozialminister sprach sich die Frauenministerin
abschließend für ein "7-Punkte-Programm für faire Teilzeit" aus:
Neben dem Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung müsse die Beteiligung
der Väter an der Kindererziehung forciert werden. "Ein bezahlter
Papamonat in der Privatwirtschaft wäre dazu ein wichtiger Schritt.
Als ein Vorbild kann der öffentliche Sektor dienen", so
Heinisch-Hosek. Weiters wären bessere Umstiegsmöglichkeiten auf
Vollzeitstellen nötig, ein Wandel in der Arbeitskultur im Hinblick
auf Überstunden, die Auszahlung von Mehrarbeitszuschlägen ab der
ersten geleisteten Stunde und die Einführung eines
kollektivvertraglichen Mindestbruttolohns von 1.500 Euro.

Bilder zu diesem Termin sind über das Fotoservice des
Bundespressedienstes, http://fotoservice.bundeskanzleramt.at,
kostenfrei abrufbar.

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