Frauenministerin Heinisch-Hosek und Sozialminister Hundstorfer präsentieren 7-Punkte-Programm für faire Teilzeit

Ausbau der Kinderbetreuung wichtigster Schritt zur Unterstützung von Teilzeitbeschäftigten

Wien (OTS/SK) - In einer Pressekonferenz präsentierten Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek und Sozialminister Rudolf Hundstorfer die Ergebnisse einer Studie der Statistik Austria zur Verdienststruktur in Österreich. Die Basis bilden die Angaben von 11.000 Unternehmen und 200.000 unselbstständigen Erwerbstätigen. "Es zeigt sich, dass der Bruttostundenlohn bei Teilzeitbeschäftigten oft erheblich unter dem von Vollzeitbeschäftigten liegt. Erfreuliche Ausnahmen bilden der öffentliche Sektor und der Gesundheitsbereich. Besonders eklatant ist die Divergenz bei HochschulabsolventInnen und in Führungspositionen", verdeutlicht Hundstorfer. Die Frauenministerin führt weiter aus: "Besonders Frauen sind von Teilzeitarbeit betroffen und das nicht immer freiwillig. Viele haben auf Grund mangelnder Kinderbetreuungsplätzen oder Schließtagen von Kinderbetreuungseinrichtungen keine andere Möglichkeit, als Teilzeit zu arbeiten, auch wenn sie gerne mehr arbeiten würden." ****

Der Sozialminister erklärt die Divergenzen so, dass Teilzeitbeschäftigte oft nur den Kollektivvertrag ausbezahlt bekommen, während Vollzeitbeschäftigte diverse Zulagen erhalten. "Wir wollen diese Unterschiede beseitigen, damit Frauen, die den größten Teil der Teilzeitbeschäftigen ausmachen, nicht noch mehr benachteiligt sind", macht Hundstorfer klar. Weitere Gründe seien, dass Teilzeitkräfte oft Hilfskräfte seien, die schlecht bezahlt werden würden. Teilzeitkräfte hätten oft auch weniger Aufstiegsmöglichkeiten und kaum Chancen auf Führungspositionen. Frauen würden zudem nach langen Karenzzeiten in Teilzeitbeschäftigung einsteigen. Während der Karenzzeit würden sie, außer es ist im Kollektivvertrag anders geregelt, Vorrückungen und Gehaltssprünge verpassen, was einen lebenslangen Unterschied im Einkommensniveau zur Folge hätte.

Heinisch-Hosek betonte im Zusammenhang mit unfreiwilliger Teilzeitbeschäftigung die Wichtigkeit des Ausbaus der Kinderbetreuungseinrichtungen. "Wir investieren in den nächsten Jahren vier Mal 100 Millionen Euro in den Ausbau von qualitätsvollen Kinderbetreuungsplätzen. Allein heuer sind noch 50 Millionen Euro abrufbar", führt die Frauenministerin aus. Wichtig sei die Schließtage zu verringern und durchgehende Öffnungszeiten zu garantieren. "Nur dann können sich Frauen wirklich aussuchen wie lang sie arbeiten wollen. Wir haben Respekt vor jedem Lebensentwurf, aber wir wollen Frauen die Wahlmöglichkeiten geben. Oft haben sie diese nämlich nicht", unterstreicht Heinisch-Hosek. Ab 2016 könne es einen Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz ab dem ersten Geburtstag für jedes Kind geben.

Das 7-Punkte-Programm beinhaltet neben dem Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz auch bessere Umstiegsmöglichkeiten von Teilzeitbeschäftigten in Vollzeit, wobei die in einem Betrieb beschäftigten Teilzeitkräfte einen freien Vollzeitplatz zuerst angeboten bekommen sollen. Außerdem sollen Mehrarbeitszuschläge ab der ersten Stunde ausbezahlt werden. Die gewerkschaftliche Forderung nach einem Mindestlohn von 1.500 Euro würde jenen Teilzeitbeschäftigten helfen, die unter einem Bruttostundenlohn von 8,70 Euro arbeiten. Hundstorfer und Heinisch-Hosek fordern zudem einen Wandel der Arbeitszeitstruktur und kritisieren, dass die österreichische Arbeitszeitstruktur sehr überstundenlastig sei, was neue Vollzeit-Arbeitsplätze verhindere. Eine verstärkte Väterbeteiligung wie z.B. ein bezahlter Papamonat in der Privatwirtschaft hätte höhere Karenzen bei Vätern zur Folge und eine Verringerung der Teilzeitquote bei Frauen. Der öffentliche Dienst diene zudem als Vorbild für die Privatwirtschaft in Sachen Entlohnung und Anrechnungsmöglichkeiten von Elternkarenzen.

Das Programm im Detail gibt es hier einzusehen:
http://spoe.at/file/faire-teilzeit (Schluss) sn/up

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