• 09.09.2013, 12:08:28
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Massentötungen lösen das Streunerhunde-Problem nicht!

VIER PFOTEN unterbreitet rumänischer Regierung alternative Lösungsstrategie

Utl.: VIER PFOTEN unterbreitet rumänischer Regierung alternative
Lösungsstrategie =

Bukarest/Wien (OTS) - Heute morgen unterbreitete VIER PFOTEN der
rumänischen Regierung seine alternative Lösungsstrategie in der
Streunerhundefrage. Die internationale Tierschutzorganisation, die
sich gegen die Tötung von Hunden ausspricht, fordert seit Jahren
einen nationalen Aktionsplan.

Nach dem tragischen Vorfall vergangene Woche, bei dem ein kleiner
Bub von Streunerhunden tödlich verletzt wurde, forderte der
rumänische Präsident Traian Basescu das Parlament auf, die Tötung
zehntausender Streunerhunde umgehend zu legalisieren. Alsbald drängte
auch Premierminister Victor Ponta darauf, die Straßen möglichst
schnell von den Hunden zu befreien. Aufgrund des wachsenden Drucks
wird das Parlament bereits nächste Woche eine Notfallverordnung
diskutieren und das 2007 initiierte Streunerhunde-Gesetz
finalisieren.

"Wir sind bestürzt über die populistischen und radikalen Aussagen
von führenden politischen Entscheidungsträgern, die die rumänische
Bevölkerung gegen die Streunerhunde aufhetzen und zu Gewalttaten
anstacheln. Wir fordern einen konstruktiven Dialog und haben der
Regierung heute unsere Lösung vorgelegt, in der Hoffnung, dass sie
Gehör findet", so Gabriel Paun, Kampagnendirektor bei VIER PFOTEN.

Massentötungen bekämpfen das eigentliche Problem nicht an der
Wurzel: das rasante Wachstum der Streuner-Populationen. VIER PFOTEN
arbeitet daher mit der so genannten "Capture-Neuter-Release"-Methode:
Die Streuner werden eingefangen, kastriert, entwurmt und gegen
Tollwut geimpft. Danach werden sie wieder dort hingebracht, wo sie
eingefangen wurden. Das Töten von Streunertieren hat keinen
nachhaltigen Effekt, da bereits nach einer Generation eine neue
Population von Hunden und Katzen den Platz einnimmt. Die WHO, die OIE
(World Organisation for Animal Health) sowie andere Organisation
unterstützen daher die C-N-R-Methode als die einzige ethisch
unbedenkliche Strategie, Streunerpopulation langfristig und
nachhaltig in den Griff zu bekommen. Das rumänische
Verfassungsgericht kam zudem im Jänner 2012 zum Entschluss, dass
Teile des Euthanasie-Gesetzes für Streuner verfassungswidrig sind.

Die von VIER PFOTEN propagierte Lösungsstrategie nimmt sowohl
Ursache als auch die Auswirkungen in Angriff. Die Ursache der
Problematik ist auf das Aussetzen von Hunden zurückzuführen, das
Ergebnis ist, dass die Situation auf den Straßen nicht mehr
kontrollierbar ist. Die von Behörden veranlassten Tötungen in der
Vergangenheit sowie deren inkonsequente Sterilisationsprogramme haben
erhebliche Kosten verursacht, jedoch nicht den nötigen Erfolg
gebracht.

Um das Problem nachhaltig zu lösen, müsste das Aussetzen der Tiere
verhindert und die Kontrolle über die Straßen zurückgewonnen werden.
Dies verlangt umfassende gesetzliche Maßnahmen, die den
verantwortungsbewussten Umgang mit Hunden forcieren: die
verpflichtende Kennzeichnung von Hunden mittels Mikrochip, die
verpflichtende Kastration (ausgenommen Zuchthunde) und Strafanzeigen
für das Aussetzen von Hunden. Um die Situation auf den Straßen in den
Griff zu bekommen, müssten Kastrationsprojekte konsequenter, rascher
und vor allem auf nationaler Ebene durchgeführt werden. Um die Hunde
allmählich von den Straßen zu bekommen, können spezielle Zentren
geschaffen werden, die sie auf die Adoption vorbereiten. Medien und
Politiker sollten zumindest 10 Prozent ihrer Zeit aufwenden, die sie
der Problematik in der letzten Woche widmeten, um Tierliebhaber zur
Adoption eines Streuners zu bewegen.

"Unsere mobilen Streunerhilfe-Teams haben in den letzten Jahren
alleine in Bukarest 10.600 Streuner eingefangen, kastriert und wieder
freigelassen, in ganz Rumänien belaufen sich die Zahlen der von uns
behandelten Tiere auf rund 100.000. Unsere Bemühungen wurden jedoch
nicht genügend von den Behörden unterstützt. Die ganze Situation
lässt sich mit einem Wasserschaden vergleichen: Zuerst muss man den
Wasserzufluss stoppen, dann die defekten Rohre reparieren, und
zuletzt erst die Wohnung wieder auf Vordermann bringen", so Paun.

Angesichts der Ereignisse befürchtet VIER PFOTEN nun, dass der
Hass gegen Streunerhunde nun komplett außer Kontrolle gerät und
immer mehr Tiere brutal umgebracht oder vergiftet werden. Zudem
scheint die ansässige Polizei das barbarische Vorgehen gegen die
Streuner, wie es teilweise bereits traurige Realität ist, zu
ignorieren.

"Anscheinend wissen die Menschen nicht, dass die Tötung eines
Tieres strafrechtliche Konsequenzen hat. Mittlerweile ist sogar ein
Mann verstorben, der eine für einen Hund gedachte, vergiftete Wurst
gegessen hat. Die Polizei muss umgehend reagieren - ansonsten werden
wir Anzeige erstatten ", warnt Paun.

VIER PFOTEN fordert das rumänische Parlament zur Besonnenheit auf.
Es gilt, Emotionen beiseite zu schieben und ein lösungsorientiertes
Streunergesetz ohne Tötungen zu implementieren. Gleichzeitig muss
die Polizei das illegale Töten von Streuerhunden sofort stoppen und
Vergehen entsprechend ahnden.

Außerdem hat VIER PFOTEN einen Online-Protest gestartet, mit dem
Regierung und Parlament aufgefordert werden können, die Massetötungen
nicht zu legalisieren:
https://www.secureconnect.at/4pfoten.org/protest/130906/

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