AK Kaske: "Teilzeitbeschäftigte am häufigsten beim Wiedereinstieg von Verschlechterungen betroffen"

Datenlage über Teilzeitbeschäftigte muss verbessert werden

Wien (OTS) - Dass Teilzeitbeschäftigte auch beim Wiedereinstieg stark benachteiligt werden, zeigt die Erfahrung der Arbeitsrechtsberatung der AK Wien. "Am häufigsten bekommen Eltern Probleme, wenn sie in Teilzeit wieder einsteigen", sagt AK Präsident Rudi Kaske. "Von 183 Fällen von verschlechternden Versetzungen, die wir von April bis Juni 2013 gezählt haben, lagen Beschwerden beim Einstieg in Teilzeit mit 48 Nennungen auf Platz eins." Angesichts der steigenden Bedeutung von Teilzeitbeschäftigung müsse die Datenlage grundsätzlich verbessert werden. "Künftig soll nicht nur die Einkommenshöhe sondern auch der Arbeitszeitumfang bei den Beschäftigtendaten des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger erfasst werden", fordert Kaske.

"Vielfach ist noch immer die Haltung verbreitet, dass weniger Arbeitsstunden weniger wert seien", sagt Kaske. Grundsätzlich gilt aber für Teilzeit ein Diskriminierungsverbot, das Benachteiligung bei der Bezahlung, bei der Weiterbildung, den Arbeitsbedingungen oder beim beruflichen Aufstieg umfasst. "Unternehmen haben sich hier an das Gesetz zu halten", sagt Kaske. Die Auswertung aus der AK Arbeitsrechtsberatung von 183 Fällen von verschlechternden Versetzungen in Wien von April bis Juni zeigt jedoch: In 48 Fällen kam es zu Verschlechterungen beim Wiedereinstieg in Teilzeit. Erst danach kamen mit 42 Fällen Versetzungen in eine geringer qualifizierte Tätigkeit.

Aber auch der Umstieg von Teilzeit auf Vollzeit müsse im Betrieb erleichtert werden. "Zudem sind ganztägige Kinderbetreuung und ein Ausbau der Ganztagsschulen notwendig, damit Eltern mehr Spielraum bei der Gestaltung der Arbeitszeit bekommen", so Kaske.

"Es muss dringend die Datenlage bei Teilzeit verbessert werden, wie das eigentlich auch im Regierungsprogramm festgelegt war. Künftig soll nicht nur die Einkommenshöhe sondern auch der Arbeitszeitumfang bei den Beschäftigtendaten des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger erfasst werden", fordert Kaske. "Angesichts der rasanten Zuwächse von Teilzeitarbeit sind Arbeitszeitdaten für die Beurteilung von Arbeitsmarktentwicklungen, Einkommensverläufen etc. von großer Bedeutung. Hier muss endlich Transparenz her."

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