Fahrzeugindustrie: Fraunhofer-Studie bestätigt Branchenbild des Fachverbandes

Hausgemachte Standortnachteile müssen verhindert werden

Wien (OTS) - 04. September 2013. "Wir nehmen das vom Fraunhofer Institut gezeichnete Zukunftsbild der Branche sehr ernst", kommentiert Walter Linszbauer, Geschäftsführer des Fachverbandes der österreichischen Fahrzeugindustrie die heute präsentierte Studie "Chancen und Risiken der österreichischen Fahrzeugzulieferindustrie". "Die Ergebnisse bestätigen leider unsere Einschätzungen. Die Verlagerung der Absatz- und Wertschöpfungsmärkte in die BRIC Region, die hohe Abhängigkeit der österreichischen Unternehmen von ausländischen Konzernen und Veränderungen in den Wertschöpfungsketten erhöhen seit Jahren kontinuierlich den Druck auf den Automobilstandort Österreich. Von der Wirtschaftskrise im Jahr 2009 hat sich Branche bis heute nicht ganz erholt", ergänzt Linszbauer.

Fahrzeugindustrie kämpft mit sinkenden Erträgen

Die schwierigen Rahmenbedingungen führen seit geraumer Zeit zu geringeren Erträgen und beeinträchtigen die Innovationskraft der Unternehmen. Rund 5 % des Umsatzes wird von den Unternehmen durchschnittlich in die Forschung und Entwicklung investiert. Weniger Erträge bedeuten damit auch weniger Geld für Investitionen. "In den letzten Jahren haben wir hier gegenüber dem wichtigsten Handelspartner Deutschland aufgrund geringerer F&E-Aufwendungen, niedrigerer Produktivität und höheren Lohnkosten deutlich an Boden verloren. Um die Arbeitsplätze in der österreichischen Fahrzeugindustrie zu halten, müssen wir unbedingt verhindern, dass die Branche durch "hausgemachte" Standortnachteile beeinträchtigt wird", erklärt Linszbauer und ergänzt "Wir sind daher gemeinsam mit den Gewerkschaften gefordert, die Rahmenbedingungen für die Absicherung der Branche und der damit verbundenen Arbeitsplätze zu gestalten".

Flexible Rahmenbedingungen sichern bis zu 370.000 Arbeitsplätzen

75 % der Beschäftigten sind einem vom Ausland dominierten Unternehmen zugehörig und damit auch von dessen Entscheidungen abhängig. Der Wettbewerb um Aufträge und Standorte ist keine Sache zwischen Unternehmen sondern wird längst auch konzernintern ausgetragen. "Ziel muss es daher sein, dass die Unternehmen genügend Spielraum haben, um aus eigener Kraft in Forschung und Entwicklung zu investieren. Flexible Produktionsbedingungen ermöglichen eine kurzfristige, nachfrageorientierte Anpassung an die Kunden- und Markterfordernisse. Eine flexible und leistungsorientierte Gestaltung der Arbeitszeit und Lohnpolitik ist daher eine unbedingte Notwendigkeit, wenn wir unsere Industrie erhalten wollen. Das eröffnet den Unternehmen mehr Chancen im internationalen Wettbewerb und MitarbeiterInnen im Laufe ihrer Berufskarriere attraktive Alternativen", so Linszbauer abschließend.

Die heimische Fahrzeugindustrie zählt mit einem Produktionswert von rund 12 Mrd. Euro und mehr als 30.000 direkten Beschäftigten seit Jahrzehnten zu den Top-Industrien Österreichs, von der starke Impulse für Innovation, Wachstum und Beschäftigung ausgehen. Aufgrund der starken Vernetzung in vor- und nachgelagerte Bereiche ist ihre wirtschaftliche Bedeutung enorm. Von einem Crash der Branche wären 370.000 ArbeitnehmerInnen direkt oder indirekt betroffen - das ist jeder 9. Arbeitsplatz in Österreich.

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