- 04.09.2013, 11:15:27
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AUVA-Landesstelle Wien startet neue Pilotaktion "Sicher am Motorrad"
Die Hälfte aller tödlichen Arbeitsunfälle sind Verkehrsunfälle - motorisierte Einspurige haben bereits 11 Prozent der Wegunfälle
Utl.: Die Hälfte aller tödlichen Arbeitsunfälle sind Verkehrsunfälle
- motorisierte Einspurige haben bereits 11 Prozent der
Wegunfälle =
Wien (OTS) - Die jüngste Motorrad-Unfallbilanz ist Besorgnis
erregend: da immer mehr Verkehrsteilnehmerinnen und
Verkehrsteilnehmer beruflich und privat auf motorisierte Zweiräder
umsteigen, wächst die Anzahl der Unfälle. Rund 70 Prozent der
Motorradunfälle in Österreich sind bereits Kollisionen mit anderen
Verkehrsteilnehmern und zwar auf Landes- und Bundesstraßen. Vor
wenigen Jahren dominierten noch die Alleinunfälle. Waren es früher
hauptsächlich die jugendlichen Biker, so verlagert sich das
Unfallgeschehen verstärkt in die Altersgruppe 40+. Dazu kommt, dass
die Hälfte aller tödlichen Arbeitsunfälle auf der Straße passieren.
Die AUVA-Landesstelle Wien startet mit September eine neue
Pilotaktion "Sicher am Motorrad": Firmen, die ihre beruflichen
2-Radfahrer in spezielle Fahrtechnikkurse von geprüften
Fahrtechnikzentren schicken, ersparen sich die Hälfte der Kurskosten.
50 Prozent übernimmt die AUVA-Landesstelle Wien. Das Training
konzentriert sich darauf, Gefahren rechtzeitig zu erkennen und ihnen
ausweichen zu können.
10 Motorradfahrer verunglücken jeden Tag auf Österreichs Straßen -
rund 100 Biker sterben jedes Jahr. In jüngster Zeit gehen zwar die
Todesfälle im Verkehr und die Arbeitsunfälle zurück, dafür steigt der
Anteil der Motorradfahrerinnen und -fahrer deutlich an. Seit 2005 ist
der Bestand an Motorrädern (inklusive Leichtmotorrädern) um etwas
mehr als 100.000 Zweiräder auf rund 430.000 gewachsen.
"Der Verkehr nimmt zu, mit dem Motorrad kommt man schneller
vorwärts. Aber auch aus Kostengründen steigen viele auf motorisierte
Zweiräder um. Wir vom Unfallverhütungsdienst der AUVA-Landesstelle
Wien beobachten die Entwicklung mit Besorgnis: immer mehr Menschen
sind auch auf ihren Arbeitswegen einspurig unterwegs und in Unfälle
verwickelt, die meist schwere gesundheitliche Folgen haben. An den
Verkehrsunfällen während der Arbeit sind bereits zu 11 Prozent
motorisierte Einspurige beteiligt. Dazu kommt, dass die Hälfte aller
tödlichen Arbeitsunfälle Wegunfälle sind.
Während wir mit unserer Aktion Arbeitsplatz Straße bereits ein
umfassendes Programm für berufliche Pkw- und Lkw-Lenkerinnen und
-Lenker anbieten, haben wir nun die Lücke für Motorradfahrerinnen und
-fahrer geschlossen: Ab sofort startet unsere Pilotaktion "Sicher am
Motorrad" in Wien, Niederösterreich und Burgenland. Wir übernehmen
für Betriebe 50 Prozent der Kosten für spezielle Kurse, die derzeit
von geprüften Fahrtechnikzentren in Teesdorf, Melk, Pachfurth und
Gmünd angeboten werden. Die andere Hälfte der Kurskosten übernimmt
der Arbeitgeber für seine Mitarbeiter", sagt Dipl.-Ing. Wolfgang
Glaser, Leiter des Unfallverhütungsdienstes der AUVA-Landesstelle
Wien
Die Betriebe könne sich bei Ing. Manfred Albich unter der
E-Mail-Adresse [email protected] anmelden. Nähere Infos gibt es
auch auf der Website der AUVA unter www.auva.at/wien (unter den
Kapiteln Unfallverhütung, Angebote für Betriebe, Sicherheits- und
Gesundheitsaktionen) sowie bei den Fahrtechnikzentren.
Die Kosten für die Kurse variieren je nach Fahrtechnikzentrum und
Zeitpunkt von 140 bis 200 Euro pro Teilnehmer und Tag. Pro
Trainingskurs ist die Teilnahme von maximal zehn Personen aus einem
Betrieb vorgesehen. Trainiert wird mit den eigenen Fahrzeugen. Der
Kurs besteht aus einem Sicherheitstraining mit rund einer Stunde
Theorie und fünf Stunden Praxis. Die Schwerpunkte liegen dabei auf
Lenk-, Kurven-, Brems- und Blicktechnik, Gefahren erkennen im toten
Winkel, Ausweich- und Notmanöver.
Zielgruppe sind berufliche Lenkerinnen und Lenker mit Zweirädern
ab 125 ccm, auch mit Motorrollern. Das Training soll ihnen helfen,
sich selbst besser im Straßenverkehr zu schützen und besser
ausweichen zu können.
Im Visier die AUVA-Landesstelle Wien ist die Senkung der
Wegunfälle und Arbeitsunfälle im engeren Sinn. Motorradunfälle führen
zu schweren gesundheitlichen Schäden bei den Betroffenen und zu
langen Ausfallszeiten für den Betrieb. Die durchschnittlichen Kosten
bei Wegunfällen liegen mit mehr als 13.000 Euro um 20 Prozent über
den durchschnittlichen Kosten von Arbeitsunfällen.
Die Partner der AUVA-Landesstelle Wien bei dieser Pilotaktion sind
derzeit der ÖAMTC mit den Fahrtechnikzentren Teesdorf und Melk, das
Fahrtechnikzentrum Pachfurth und das FTZ Waldviertel in Gmünd. Der
Pilot läuft bis Ende 2014 und wird evaluiert, ehe er in das reguläre
Sicherheitstrainings-Angebot der AUVA aufgenommen werden soll.
Über die AUVA:
Bei der AUVA sind rund 4,7 Millionen Personen gesetzlich gegen
Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten versichert: 1,2 Millionen
Arbeiter, 1,6 Millionen Angestellte, 450.000 Selbständige
sowie 1,4 Millionen Schüler, Studenten und Kinder im verpflichtenden
Kindergartenjahr. Die Landesstelle Wien betreut in den Bundesländern
Wien, Niederösterreich und Burgenland 42 Prozent der
AUVA-Versicherten. Pro Jahr erhalten 120.000 Verletzte in den Wiener
AUVA-Unfallkrankenhäusern Meidling und Lorenz Böhler sowie 1.900
Patienten in den Rehabilitationszentren Wien-Meidling und Weißer Hof,
Klosterneuburg, die bestmögliche Behandlung. Die AUVA finanziert ihre
Aufgaben als soziale Unfallversicherung aus Pflichtbeiträgen der
Dienstgeber. Prävention ist dabei die vorrangige Kernaufgabe der AUVA
- die Verhütung von Unfällen und die Vorbeugung von Berufskrankheiten
senkt die Kosten für die drei weiteren Unternehmensbereiche
Heilbehandlung, Rehabilitation und finanzielle Entschädigung von
Unfallopfern am wirksamsten.
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