AUVA-Landesstelle Wien startet neue Pilotaktion "Sicher am Motorrad"

Die Hälfte aller tödlichen Arbeitsunfälle sind Verkehrsunfälle - motorisierte Einspurige haben bereits 11 Prozent der Wegunfälle

Wien (OTS) - Die jüngste Motorrad-Unfallbilanz ist Besorgnis erregend: da immer mehr Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer beruflich und privat auf motorisierte Zweiräder umsteigen, wächst die Anzahl der Unfälle. Rund 70 Prozent der Motorradunfälle in Österreich sind bereits Kollisionen mit anderen Verkehrsteilnehmern und zwar auf Landes- und Bundesstraßen. Vor wenigen Jahren dominierten noch die Alleinunfälle. Waren es früher hauptsächlich die jugendlichen Biker, so verlagert sich das Unfallgeschehen verstärkt in die Altersgruppe 40+. Dazu kommt, dass die Hälfte aller tödlichen Arbeitsunfälle auf der Straße passieren. Die AUVA-Landesstelle Wien startet mit September eine neue Pilotaktion "Sicher am Motorrad": Firmen, die ihre beruflichen 2-Radfahrer in spezielle Fahrtechnikkurse von geprüften Fahrtechnikzentren schicken, ersparen sich die Hälfte der Kurskosten. 50 Prozent übernimmt die AUVA-Landesstelle Wien. Das Training konzentriert sich darauf, Gefahren rechtzeitig zu erkennen und ihnen ausweichen zu können.

10 Motorradfahrer verunglücken jeden Tag auf Österreichs Straßen -rund 100 Biker sterben jedes Jahr. In jüngster Zeit gehen zwar die Todesfälle im Verkehr und die Arbeitsunfälle zurück, dafür steigt der Anteil der Motorradfahrerinnen und -fahrer deutlich an. Seit 2005 ist der Bestand an Motorrädern (inklusive Leichtmotorrädern) um etwas mehr als 100.000 Zweiräder auf rund 430.000 gewachsen.

"Der Verkehr nimmt zu, mit dem Motorrad kommt man schneller vorwärts. Aber auch aus Kostengründen steigen viele auf motorisierte Zweiräder um. Wir vom Unfallverhütungsdienst der AUVA-Landesstelle Wien beobachten die Entwicklung mit Besorgnis: immer mehr Menschen sind auch auf ihren Arbeitswegen einspurig unterwegs und in Unfälle verwickelt, die meist schwere gesundheitliche Folgen haben. An den Verkehrsunfällen während der Arbeit sind bereits zu 11 Prozent motorisierte Einspurige beteiligt. Dazu kommt, dass die Hälfte aller tödlichen Arbeitsunfälle Wegunfälle sind.

Während wir mit unserer Aktion Arbeitsplatz Straße bereits ein umfassendes Programm für berufliche Pkw- und Lkw-Lenkerinnen und -Lenker anbieten, haben wir nun die Lücke für Motorradfahrerinnen und -fahrer geschlossen: Ab sofort startet unsere Pilotaktion "Sicher am Motorrad" in Wien, Niederösterreich und Burgenland. Wir übernehmen für Betriebe 50 Prozent der Kosten für spezielle Kurse, die derzeit von geprüften Fahrtechnikzentren in Teesdorf, Melk, Pachfurth und Gmünd angeboten werden. Die andere Hälfte der Kurskosten übernimmt der Arbeitgeber für seine Mitarbeiter", sagt Dipl.-Ing. Wolfgang Glaser, Leiter des Unfallverhütungsdienstes der AUVA-Landesstelle Wien

Die Betriebe könne sich bei Ing. Manfred Albich unter der E-Mail-Adresse manfred.albich@auva.at anmelden. Nähere Infos gibt es auch auf der Website der AUVA unter www.auva.at/wien (unter den Kapiteln Unfallverhütung, Angebote für Betriebe, Sicherheits- und Gesundheitsaktionen) sowie bei den Fahrtechnikzentren.

Die Kosten für die Kurse variieren je nach Fahrtechnikzentrum und Zeitpunkt von 140 bis 200 Euro pro Teilnehmer und Tag. Pro Trainingskurs ist die Teilnahme von maximal zehn Personen aus einem Betrieb vorgesehen. Trainiert wird mit den eigenen Fahrzeugen. Der Kurs besteht aus einem Sicherheitstraining mit rund einer Stunde Theorie und fünf Stunden Praxis. Die Schwerpunkte liegen dabei auf Lenk-, Kurven-, Brems- und Blicktechnik, Gefahren erkennen im toten Winkel, Ausweich- und Notmanöver.

Zielgruppe sind berufliche Lenkerinnen und Lenker mit Zweirädern ab 125 ccm, auch mit Motorrollern. Das Training soll ihnen helfen, sich selbst besser im Straßenverkehr zu schützen und besser ausweichen zu können.

Im Visier die AUVA-Landesstelle Wien ist die Senkung der Wegunfälle und Arbeitsunfälle im engeren Sinn. Motorradunfälle führen zu schweren gesundheitlichen Schäden bei den Betroffenen und zu langen Ausfallszeiten für den Betrieb. Die durchschnittlichen Kosten bei Wegunfällen liegen mit mehr als 13.000 Euro um 20 Prozent über den durchschnittlichen Kosten von Arbeitsunfällen.

Die Partner der AUVA-Landesstelle Wien bei dieser Pilotaktion sind derzeit der ÖAMTC mit den Fahrtechnikzentren Teesdorf und Melk, das Fahrtechnikzentrum Pachfurth und das FTZ Waldviertel in Gmünd. Der Pilot läuft bis Ende 2014 und wird evaluiert, ehe er in das reguläre Sicherheitstrainings-Angebot der AUVA aufgenommen werden soll.

Über die AUVA:

Bei der AUVA sind rund 4,7 Millionen Personen gesetzlich gegen Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten versichert: 1,2 Millionen Arbeiter, 1,6 Millionen Angestellte, 450.000 Selbständige
sowie 1,4 Millionen Schüler, Studenten und Kinder im verpflichtenden Kindergartenjahr. Die Landesstelle Wien betreut in den Bundesländern Wien, Niederösterreich und Burgenland 42 Prozent der AUVA-Versicherten. Pro Jahr erhalten 120.000 Verletzte in den Wiener AUVA-Unfallkrankenhäusern Meidling und Lorenz Böhler sowie 1.900 Patienten in den Rehabilitationszentren Wien-Meidling und Weißer Hof, Klosterneuburg, die bestmögliche Behandlung. Die AUVA finanziert ihre Aufgaben als soziale Unfallversicherung aus Pflichtbeiträgen der Dienstgeber. Prävention ist dabei die vorrangige Kernaufgabe der AUVA - die Verhütung von Unfällen und die Vorbeugung von Berufskrankheiten senkt die Kosten für die drei weiteren Unternehmensbereiche Heilbehandlung, Rehabilitation und finanzielle Entschädigung von Unfallopfern am wirksamsten.

Rückfragen & Kontakt:

Gabriela Würth
Öffentlichkeitsarbeit der AUVA-Landesstelle Wien
Telefon mobil: 0676-33 24 879
E-Mail: gabriela.wuerth@auva.at
Im Internet: www.auva.at/wien

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