- 03.09.2013, 10:55:40
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Weiße Schafe in Jägerschaft die Ausnahme?
Österr. Tierschutzverein erneuert Forderung nach Alkoholverbot und psychologischem Gutachten für Jäger
Utl.: Österr. Tierschutzverein erneuert Forderung nach Alkoholverbot
und psychologischem Gutachten für Jäger =
Wien (OTS) - Nach dem kürzlich bekannt gewordenen Vorfall der grausam
zu Tode gequälten Gämse in Tirol und dem tätlichen Angriff von Jägern
auf einen Wanderer in Kärnten, lässt der nächste Skandal in der
Jägerschaft nicht lange auf sich warten.
Erst gestern erfuhr die Öffentlichkeit von einer weiteren,
erschreckenden Begebenheit: Anfang August hatte im Salzburger Pinzgau
ein Jäger nur zehn Meter vom nächsten Haus entfernt vom Wald aus in
eine Siedlung geschossen. Sein Ziel: ein 16-jähriger Hirsch mit
dementsprechend großem Geweih. Es ist zu befürchten, dass diese
lohnende Trophäe für den Jäger eine so große Verlockung darstellte,
dass er das ausdrückliche Schießverbot bei möglicher Gefährdung von
Menschen ignorierte.
Mag. Christian Hölzl, Jurist des Österreichischen
Tierschutzvereins ist empört: "Erst Anfang des Jahres war, anlässlich
des tragischen Todes eines jungen Treibers, eine heftige Debatte um
die Sicherheit bei der Jagd entbrannt. Doch anscheinend waren alle
Beteuerungen und Versprechungen zur Besserung seitens der Jägerschaft
nur Schall und Rauch. Dieser unbekannte Jäger besitzt offensichtlich
nicht die nötige psychologische Verlässlichkeit." Damit verweist
Hölzl auf eine krasse Diskrepanz im österreichischen Waffengesetz.
Grundsätzlich wird für den Besitz bzw. das Führen von Waffen eine
behördliche Genehmigung benötigt, in deren Rahmen auch eine
psychologische Verlässlichkeitsuntersuchung verpflichtend ist. Diese
soll sicherstellen, dass die Antragsteller (z.B. bei Stress) nicht
dazu neigen, mit Waffen unvorsichtig umzugehen oder diese
leichtfertig zu verwenden. Unglaublich: Das WaffG nimmt Jäger hiervon
aus. Jäger erlangen entweder den Waffenschein ohne Nachweis über ihre
psychologische Eignung oder jagen überhaupt - ganz legal - ohne
Waffenpass.
Typisch ist für Hölzl an dem Vorfall, dass der Name des Schützen
nicht preisgegeben wird und eine Mauer des Schweigens den Vorfall
wochenlang vertuschte.
"Solange die Jägerschaft sich selbst kontrolliert, wird es
weiterhin zu derartigen Vorfällen kommen. Der Österreichische
Tierschutzverein hat sich zur Anlaufstelle für verunsicherte Menschen
entwickelt, die ihre Sicherheit durch Jäger wiederholt bedroht sehen.
Rund tausend Menschen haben in den letzten Tagen unsere Forderung
nach Alkoholverbot und einem verpflichtenden psychologischen Test für
alle Waffenbesitzer, einschließlich der Jäger, bereits
unterzeichnet."
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