Starke Preisschwankungen auf dem Immobilienmarkt

Wohnungen in Toplagen steigen, Preise in ländlichen Gebieten fallen, Mieten stagnieren

Wien (OTS/IMMOBILIEN.NET) - Im ersten Halbjahr 2013 gab es in einigen Regionen starke Veränderungen bei den Immobilienpreisen in Österreich. Das zeigt der aktuelle Immobilienpreisindex ImmoDEX der Immobilienplattform IMMOBILIEN.NET. Bei Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern in den Ballungszentren und deren Einzugsgebieten gab es größtenteils starke Anstiege bei den Kaufpreisen. In ländlichen Gebieten mit schlechter Infrastruktur hingegen gab es teilweise große Wertrückgänge. Die Mietpreise waren überraschenderweise von den Preisveränderungen kaum betroffen. Für ganz Österreich lässt sich eine Stagnation bei der Miete feststellen, in den hochpreisigen Regionen gibt es laut ImmoDEX sowohl leichte Anstiege als auch Rückgänge. "Die Nachfrage nach Immobilieneigentum übertrifft in Österreich immer noch das Angebot, trotz leicht steigender Anzahl von Neubauten. Solange dieser Trend anhält, werden die Kaufpreise in guten Lagen weiter steigen. Diese Situation wird weiter durch Wanderungsbewegungen verschärft. In den Ballungsgebieten mit hohem Bevölkerungswachstum steigen die Preise weiter drastisch an, während in ländlichen Gebieten wie in Kärnten die Preise wegen Rückgang der Population fallen", erklärt Alexander Ertler, Immobilienexperte und Geschäftsführer von IMMOBILIEN.NET die aktuelle Marktentwicklung.

Wohnungen in Städten und ihrem Umland werden teurer, der Süden verliert

Bei gebrauchten Eigentumswohnungen gab es in den ersten sechs Monaten diesen Jahres in den Zuzugsgebieten in und um die großen Städte starke Preisanstiege. Geradezu dramatisch war die Entwicklung im Bezirk Innsbruck Land. Dort stieg der Wert gebrauchter Eigentumswohnungen um über 17 Prozent auf 2.659 Euro im Median. In Eisenstadt und Linz verteuerten sich die Quadratmeterpreise im Schnitt immer noch um knapp sieben Prozent auf 1.388 bzw. 2.434 Euro. In Hallein, einem Einzugsgebiet von Salzburg Stadt, stiegen die Preise um etwa 5 Prozent auf 2.031 Euro. In Niederösterreich gibt es vor allem in den Bezirken rund um Wien wie Baden, Korneuburg oder Wien Umgebung Wertzuwächse. Die Preise für eine gebrauchte Eigentumswohnung liegen dort nach Wertzuwächsen von 2,6 bis 4,5 Prozent im Schnitt zwischen 2.070 und 2.194 Euro pro Quadratmeter. Im Vorarlberger Rheintal gab es Anstiege von 3,3 bis 6,5 Prozent. Die Preise im Ländle liegen damit zwischen 2.320 und 2.562 Euro pro Quadratmeter. Gänzlich anders sieht die Situation im Süden Österreichs aus. Während in der Steiermark die Preise bei einem leichten Plus von 1,4 Prozent auf 1.850 Euro stagnieren, Graz plus 1,8 Prozent auf 2.135, sinken die Preise in Kärnten um 2,4 Prozent auf 1.822 Euro. Am stärksten trifft es dabei Klagenfurt Land mit einem Minus von 10,8 Prozent auf 1.800 und Villach Land mit einem Minus von 12,6 Prozent auf 2.248 Euro pro Quadratmeter im Durchschnitt. Ländliche Gebiete mit Abwanderungstendenzen sind aber auch in anderen Regionen vom Preisverfall betroffen. So fielen die durchschnittlichen Quadratmeterpreise im niederösterreichischen Melk etwa um 9,6 Prozent auf 870 Euro und im oberösterreichischen Gmunden um 5,3 Prozent auf 1.820 Euro.

Wien: Günstige Lagen in Zentrumsnähe gefragt

Die Bundeshaupstadt liegt bei gebrauchten Eigentumswohnungen mit einer durchschnittlichen Steigerung von knapp zwei Prozent eher im unteren Bereich der Skala. Jedoch gibt es hier starke Schwankungen bei den einzelnen Bezirken. Mit 16,5 Prozent Wertzuwachs auf 2.469 Euro liegt Ottakring an der Spitze, gefolgt von der Brigittenau und Mariahilf mit einem Plus von knapp 10 Prozent auf 2.800 bzw. 4.136 Euro. "Es sind vor allem aufstrebende Bezirke, die noch vergleichsweise günstig sind, in denen wir starke Preisanstiege feststellen. Dabei spielen vor allem Zentrumsnähe, gute Infrastruktur und leistbarer Wohnraum eine wichtige Rolle. Mariahilf ist ein Sonderfall. Hier sind qualitativ sehr hochwertige Objekte und Dachgeschosswohnungen die Preistreiber", erklärt Alexander Ertler die starken Wertzuwächse in einigen Wiener Bezirken.

Mietpreise zwischen Stagnation und leichtem Anstieg in den Städten

Österreichweit gab es bei den Mieten für Wohnungen im ersten Halbjahr 2013 kaum Veränderungen. In den meisten Bundesländern lagen die Preisschwankungen zwischen plus einem und minus einem Prozent. Lediglich in Kärnten gab es einen leichten Anstieg, von niedrigem Niveau aus, um 2,8 Prozent auf 7,3 Euro pro Quadratmeter im Durchschnitt, was vor allem durch den Anstieg in Klagenfurt um 4,3 Prozent auf 7,8 Euro bedingt ist. In Villach hingegen sinken die Mietpreise um 3,7 Prozent auf 6 Euro. In Salzburg und Linz stiegen die Mieten im selben Zeitraum um 2,5 Prozent auf 10,6 bzw. 8,4 Euro pro Quadratmeter. Graz und Innsbruck dagegen verlieren bei den Mieten leicht. In der Tiroler Hauptstadt liegt die Durchschnittsmiete pro Quadratmeter aktuell bei 11,9 Euro, in der steirischen Metropole bei 8 Euro. In Wien liegen Aufstieg und Rückgang knapp beieinander. Während auch im Großteil der Bundeshauptstadt kaum Mietpreisänderungen wahrzunehmen sind, stiegen die Mieten für gebrauchte Wohnungen in Wieden und Favoriten um 3,5 Prozent auf 10,6 bzw. 8,6 Euro pro Quadratmeter, in Währing sogar um 5,3 Prozent auf 10,1 Euro. Deutlich gefallen sind hingegen die Mieten in Mariahilf mit einem Minus von 4,2 Prozent auf 10 Euro und in der Brigittenau um minus 5,8 Prozent auf 8,6 Euro pro Quadratmeter bei der Neuvermietung.

Einfamilienhäuser bleiben wertbeständig - kaum Preisveränderungen

Für gesamt Österreich gibt es ein leichtes Plus von einem Prozent bei den Hauspreisen auf 1.940 Euro pro Quadratmeter. An der Spitze der Veränderung liegt das Burgenland mit einem Wertzuwachs von 4,4 Prozent auf 1.470 Euro. Dahinter folgt Wien mit einem Anstieg von 2,9 Prozent auf 3.643 Euro. In der Bundeshauptstadt sind vor allem die Bezirke Favoriten, Simmering und Liesing sehr gefragt. Dort liegen die Preise noch unter 3.500 Euro. Die extrem hochpreisigen Bezirke Währing mit über 7.000 und Döbling mit über 8.000 Euro pro Quadratmeter verlieren hingegen leicht. An dritter Stelle der Bundesländer steht Oberösterreich mit einem Anstieg von 2,1 Prozent auf 1.941 Euro bei Einfamilienhäusern. Eine Stagnation bei den Hauspreisen lässt sich im ersten Halbjahr 2013 in Kärnten, Niederösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg feststellen. Leichte Verluste gab es in der Steiermark. Hier fielen die durchschnittlichen Hauspreise um 2,1 Prozent auf 1.607 Euro pro Quadratmeter.

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ImmoDEX: Immobilienindex für ganz Österreich

Basis für die Bewertung der Entwicklungen auf dem heimischen Markt ist die systematische Erhebung aller Angebotsdaten auf www.immobilien.net. Das Ergebnis ist eine für ganz Österreich ausgewertete Preisübersicht für alle Wohnimmobilienarten. Der ImmoDEX unterscheidet sich von ähnlichen Publikationen dadurch, dass er auf realen Angebotspreisen beruht, nicht auf Schätzungen oder Befragungen. Eine Neuheit ist die Angabe von Preisbandbreiten pro Bezirk und Immobilienart in Form von Quartilspreisen zusätzlich zum Median. Dadurch wird eine weitaus genauere Einschätzung der realen Preise möglich.
Die umfassende Publikation ist auf www.immobilien.net/immodex bestellbar. Unterlagen für Journalisten sind kostenfrei unter www.immobilien.net/presse erhältlich.

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