Hypo Alpe Adria: Halbjahr reflektiert bevorstehende Beihilfe-Entscheidung und Konjunkturlage

Ergebnis von Verlusten aus Risikovorsorgen und negativen Sondereffekten geprägt

Klagenfurt am Wörthersee (OTS) - Das Halbjahresergebnis der Hypo Alpe Adria reflektiert neben den zu erwartenden EU-Vorgaben die anhaltende Konjunkturschwäche in den Kernmärkten sowie operative Sondereffekte insbesondere der Tochtergesellschaften in Italien, was in Summe im ersten Halbjahr 2013 zu einem negativen Periodenergebnis nach Steuern von EUR -859,8 Mio. (Vergleichszeitraum 2012: EUR +3,4 Mio.) per 30. Juni führt.

Maßgeblich geprägt ist dieses Resultat durch die in Hinblick auf künftige Auflagen und Einschränkungen notwendigen Anpassungen in den Bewertungen von Krediten und anderen Vermögensgegenständen der Bank. Diese führten in allen Segmenten zu einem signifikanten Anstieg der Kreditrisikovorsorgen auf EUR -623,0 Mio. (Vergleichszeitraum 2012:
EUR -123,1 Mio.), wobei über 20 % auf das zu reprivatisierende SEE-Netzwerk entfallen und überwiegend die Steigerung der Verkaufsfähigkeit in der gebotenen Frist (Mitte 2015) fördern.

Das operative Ergebnis vor Risikovorsorgen iHv EUR -205,4 Mio. (Vergleichszeitraum 2012: EUR +155,4 Mio.) wird dabei von mehreren Sondereffekte iHv EUR -265,1 Mio. belastet. Diese sind im Zinsergebnis auf die Ende 2012 emittierte staatsgarantierte Nachranganleihe (EUR -26,4 Mio.) und im sonstigen Ergebnis u.a. auf Wertminderungen auf eingezogene bzw. zu verwertenden Vermögensgegenstände iHv EUR -101,5 Mio.(insbesondere Italien mit EUR -72,3 Mio.) sowie Rückstellungen aus potentiellen Kundenforderungen im Zusammenhang mit Zins- und Fremdwährungsansprüchen iHv EUR -105,5 Mio.(insbesondere Italien mit EUR -77,2 Mio.) zurückzuführen.

Bei stabilen Betriebsaufwendungen iHv EUR 237,4 Mio. nach EUR 227,1 Mio. im Vergleichszeitraum des Vorjahres stieg die Zahl der zum Stichtag beschäftigten Mitarbeiter von 6.576 (31. Dezember 2012) auf 6.700 (30. Juni 2013) durch Beteiligungszugänge im Rahmen von Sicherheitenverwertungen leicht an, während in den Banken die Mitarbeiterzahl um 203 auf 4.581 zurückging.

Bankengruppe seit 2010 um EUR 10 Mrd. (25 %) verkleinert

Der planmäßige Rückbau der Bankengruppe spiegelt sich in einer von EUR 33,8 Mrd. (31. Dezember 2012) auf EUR 31,27 Mrd. (30. Juni 2013) reduzierten Bilanzsumme wider. Die Haftungen der öffentlichen Hand sanken im 1. Halbjahr 2013 um EUR 0,9 Mrd. auf EUR 15,6 Mrd.

Nach der Reduktion der Bilanzsumme sowie weiteren vorbereitenden Maßnahmen auf den künftigen Rahmen des Restrukturierungsprozesses entfallen rund 70 % der Bilanzsumme auf abzubauende und zu verwertende Einheiten in insgesamt 12 Ländern, gut 30 % auf das fortzuführende und zu reprivatisierende SEE-Netzwerk. Die österreichische Tochterbank steht unmittelbar vor dem Abschluss der Privatisierung, der Abschluss des Verkaufs wird für das 4. Quartal 2013 erwartet.

"Im Rahmen der im Beihilfeverfahren geforderten verschärften Auflagen und Kompensationsmaßnahmen wurden vor allem unsere südosteuropäischen Töchter weiter auf einen Privatisierungsprozess unter anhaltend schwierigen Marktbedingungen vorbereitet. Die zusätzlich im ersten Halbjahr angestoßene Bereinigung der Portfolien trägt bei veräußerungsfähige Einheiten zu formen und zu erhalten", erklärt Hypo Alpe-Adria-Bank International AG Vorstandsvorsitzender, Gottwald Kranebitter, die Schritte im ersten Halbjahr. Dies sei aktuell zwar mit "erwarteten aber trotzdem bedauerlich hohen Wertverlusten" verbunden, das gleichzeitige Absinken der Haftungen der öffentlichen Hand auf EUR 15,6 Mrd. per 30. Juni zeige aber "die unverminderten Anstrengungen, die enormen Risiken aus der Vergangenheit kontrolliert abzubauen", so Kranebitter.

Die Haftungen des Bundeslandes Kärnten sanken mit EUR 14 Mrd. per 30. Juni erstmals unter die 15-Milliarden Grenze (31.12.2012: EUR 15 Mrd.).

Wesentliche Belastungen aus Italien

Neben den in Zusammenhang mit dem laufenden EU Beihilfeverfahren stehenden erwarteten Konsequenzen auf das Halbjahresergebnis belastet vor allem die Situation in Italien das Resultat zum 30. Juni. Die anhaltende wirtschaftliche Rezession im südlichen Nachbarland und die bilanziellen Auswirkungen der konsequenten Aufarbeitung grober Unregelmäßigkeiten bei der Zinsverrechnung an Kunden der italienischen Tochterbank führten zu einem deutlich negativen sonstigen betrieblichen Ergebnis von EUR -94,9 Mio. (Vergleichswert 2012: EUR -1,2 Mio.) und einem Anstieg der Risikovorsorgen auf EUR -121,4 Mio. (Vergleichswert 2012: EUR -16,6 Mio.).

SEE-Netzwerk in schwierigem Umfeld operativ stabil

Auch im Kernmarkt der Hypo Alpe Adria am Balkan (SEE-Netzwerk) spiegelt das vorgelegte Ergebnis die konjunkturelle Schwäche der Region in Form eines rückläufigen Nettozinsergebnisses von EUR +121,7 Mio. nach EUR +153,1 Mio. im Vergleichszeitraum 2012 wider, wobei trotz niedrigem Marktzinsniveau sowie EU-Auflagen zum Neugeschäft durch die Reduktion hochverzinster Kundeneinlagen und Fokus auf ein risikoadäquates Neugeschäft mit höheren Margen entgegengesteuert werden konnte. Auch die leichte Steigerung im Provisionsergebnis um EUR 1,2 Mio. auf EUR 30,2 Mio. zeigt die konsequente Ausrichtung des Geschäfts auf risikoarme Ertragsquellen.

Mit einem insgesamt positiven operativen Ergebnis vor Kreditrisikovorsorgen von EUR +30,4 Mio., welches durch negative Sondereffekte aus Rückstellungen potentieller Kundenforderungen aus Zins- und Fremdwährungsansprüchen iHv EUR -17,3 Mio. geschmälert wird, unterstreichen die sechs SEE-Töchter der Hypo Alpe Adria aber auch in diesem Umfeld ihre solide Marktposition und stabile Ertragskraft abseits der herausfordernden Marktsituation.

Kapitalmaßnahme iHv EUR 700 Mio. wird Fehlbetrag abdecken

Die Hypo Alpe Adria hat in ihrer Ad-hoc-Meldung vom 19. Juli 2013 mitgeteilt, dass die erwarteten Verluste im Halbjahresabschluss zu einer Nichterfüllung der Vorschriften betreffend Kapitalausstattung und Großveranlagungen per 30. Juni führen werden und dies durch eine Kapitalmaßnahme der Alleineigentümerin iHv EUR 700,0 Mio. behoben wird.

Die konsolidierten Eigenmittel der Gruppe zum 30. Juni 2013 erreichen zum 30. Juni 2013 7,8 %, der Kernkapital-Fehlbetrag auf das gesetzliche Minimum von 8,0 % beträgt EUR 30,7 Mio. Der Fehlbetrag an Kernkapital im Einzelinstitut Hypo Alpe-Adria-Bank International AG beträgt zur Erfüllung der gesetzlichen Mindesterfordernisse EUR 618,8 Mio. und ist im Wesentlichen bedingt durch Verluste aus Beteiligungen und Ausleihungen. Die nötige Kapitalerhöhung iHv EUR 700,0 Mio. wurde am 23. Juli 2013 durch die Hauptversammlung beschlossen und wird unmittelbar nach Ergehen einer positiven Beihilfeentscheidung im Herbst durch die EU-Kommission umgesetzt werden.

Finanzvorstand Johannes Proksch unterstreicht in seiner Stellungnahme zu den Halbjahreszahlen, "das um Sondereffekte bereinigte operative Halbjahresergebnis vor Risikovorsorgen verdeutlicht, dass der durch die herausfordernde Marktsituation beeinträchtigte, aber stabile Beitrag des SEE-Netzwerks die operativen Belastungen der abzubauenden und zu verwertenden Einheiten nicht zu kompensieren vermag. Der seit 2010 eingeschlagene Weg einer Steigerung der Verkaufsfähigkeit des SEE-Netzwerkes gemeinsam mit einem fokussierten Betreiben der Abwicklungsaktivitäten ist geeignet, den Mitteleinsatz des Eigentümers auf ein Mindestmaß zu beschränken."

Ausblick 2. Halbjahr 2013

Ausgehend davon, dass die finale Entscheidung der EU-Kommission im Frühherbst erfolgen wird, wird auch das 2. Halbjahr von der Umsetzung der erwarteten Kompensationsmaßnahmen geprägt sein.

Im Zusammenhang mit den geplanten Reprivatisierungsmaßnahmen erwartet sich das Management für die 2. Jahreshälfte zwei wesentliche Meilensteine. Diese sind zum Einen der Abschluss des Verkaufs der österreichischen Bankentochter "Hypo in Kärnten" sowie die weitere organisatorische Aufteilung und Fokussierung der Kompetenzen auf die zukünftigen zwei Hauptaufgabenfelder: Einerseits die Steuerung der zu reprivatisierenden SEE-Einheiten, wobei in Abhängigkeit der Rahmenbedingungen und der Nachfrage eine operative konzessionierte Steuerungsholding vorbereitet wird und andererseits der wertschonende Abbau der nicht strategischen Portfolien in einer ebenso operativen Abbauplattform.

Hypo Alpe Adria:

Die Hypo Alpe Adria (HAA) ist ein Bankennetzwerk, das sein Kerngeschäft im Wesentlichen in sieben Ländern der Alpen Adria Region betreibt. Neben Tochterbanken in Österreich (HBA) und Italien (HBI) bildet der südosteuropäische Markt traditionell das Rückgrat der HAA. Das eigenständige SEE-Netzwerk bestehend aus Instituten in Slowenien, Kroatien, Serbien, Bosnien-Herzegowina und Montenegro ist ebenso wie die HBA und die HBI unter dem Dach der gemeinsamen Holding HBInt. mit Sitz in Klagenfurt, Österreich.

Die rund 6.700 Mitarbeiter im Netzwerk betreuen 1,3 Millionen Kunden, unter ihnen zahlreiche Klein- und Mittelbetriebe, Privatkunden sowie Gemeinden und Kommunen. Die starke regionale Verankerung der Banken der HAA macht sie zu wichtigen und vor allem in Südosteuropa zentralen Trägern von Wirtschaft, Arbeitsmarkt und Gesellschaft, in der sie tätig sind.

Zur Bewältigung der aus den expansiven Jahren und insbesondere seit dem Ausbruch der Finanzkrise entstandenen hohen Belastung aus problembehafteten Finanzierungen wurde nach Notverstaatlichung mit der Heta Asset Resolution eine über die Region gespannte Organisationsstruktur installiert, die den fokussierten Abbau wertschonend vorantreibt.

Die HAA befindet sich zu 100 % im Besitz der Republik Österreich.

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Hypo Alpe-Adria-Bank International AG
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