- 28.08.2013, 14:15:31
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Erste "First Lady" Koreas war eine Wienerin
Wien (OTS) - Nur wenige wissen, dass eine Wienerin einst First Lady
in Korea war: Franziska Donner, im Juni 1900 in Inzersdorf geboren,
war die Tochter eines Sodawasserfabrikanten und einer gebürtigen
Italienerin. Sie studierte Sprachen und begab sich, finanziell durch
das Erbe ihres Vaters ausgestattet, auf Reisen. Während ihrer Arbeit
beim Völkerbund in Genf lernte sie 1933 den koreanischen
Exilpolitiker Rhee Syng-man kennen, der beim Völkerbund Unterstützung
für die koreanische Unabhängigkeitsbewegung suchte. Rhee Syng-man
lebte zu dieser Zeit in den USA, wohin ihm Franziska Donner folgte
und wo sie ihn auch heiratete. Das Paar lebte erst in New York und
Washington, danach vor allem auf Hawaii, wo eine große koreanische
Exilgemeinde politisch aktiv war. Rhee Syng-man war führender Kopf
einer koreanischen Exilregierung.
Aus Franziska wurde "Lady Francesca"
Nach der Kapitulation Japans kehrte Rhee Syng-man im Oktober 1946
mit Unterstützung der US-Regierung nach Korea zurück. Am 3. März 1948
wurde er zum ersten Präsidenten der Republik Korea gewählt, eine
Funktion, die er bis 1960 innehatte. Franziska - in Korea unter dem
Namen Rhee Francesca (oder: Rhee Franzeska) oder unter "Lady
Francesca" bekannt - war in dieser Zeit, 1948 bis 1960, "First Lady"
des Landes, gleichzeitig die erste First Lady der Republik Korea. Sie
war bei fast allen öffentlichen Auftritten ihres Mannes anwesend, als
Ausländerin in Korea damals eine Sensation.
Im Frühjahr 1960 wurde Rhee Syng-man nach Unruhen infolge des
Wahlergebnisses neuerlich ins Exil nach Hawaii gezwungen. Francesca
folgte ihm, pflegte ihn nach einem Schlaganfall und blieb bis zu
seinem Tod am 19. Juli 1965 an seiner Seite. Nach einem fünfjährigen
Aufenthalt in Österreich, das sie über 30 Jahre zuvor verlassen
hatte, kehrte Francesca als 70-Jährige wieder nach Korea zurück. Sie
lebte von 1970 bis zu ihrem Tod 1992 in Seoul.
Benennung eines Wiener Weges
Rhee Francesca, die als Präsidentenwitwe deutlich ihre
Verbundenheit mit der koreanischen Kultur zeigte, hat einen fast
durchwegs positiven Nachruf in der koreanischen Gesellschaft, auch
heute ist ihr Bekanntheitsgrad immer noch hoch. In Wien wurde zu
ihrem Gedenken im Jahr 2012 der Franziska-Donner-Rhee-Weg nach ihr
benannt. Der Weg im 22. Bezirk verläuft am Irissee im Donaupark, wo
2012 das Korea Kulturhaus eröffnet wurde.
(Schluss)
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