• 28.08.2013, 10:30:33
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Spätfolgen von Hochwasser - Ein Ort steigt auf Erdgas um

Kössen - ein Ort steigt nach dem Hochwasser auf
Erdgas um

Kössen (OTS) - Beim Jahrhunderthochwasser im Juni standen rund 350
Häuser im Tiroler Kössen bis zum Erdgeschoss unter Wasser. Die
Schäden waren enorm. Besondere Probleme bereiteten aufschwimmende
Heizöltanks und Pellets-Lager. Konsequenz für viele Einwohner: Sie
steigen auf Gas um und sind damit Vorbild für viele andere
Hochwassergeschädigte in Österreich.

In der vom Hochwasser heimgesuchten Tiroler Gemeinde Kössen
standen bei der Jahrhundert-Flut Anfang Juni rund 350 Häuser bis zum
Erdgeschoß im Wasser. Die Schäden waren enorm. Besondere Probleme
bereiteten Heizöltanks und Pelletslager.

Da Öl leichter als Wasser ist, können bei Hochwasser Öltanks auf
dem Wasser aufschwimmen. Etliche Heizöl-Tanks in Kössen wurden durch
die Auftriebskräfte aus ihrer Verankerung gerissen. "Heizöl konnte
ausfließen. Viele Wohnhäuser waren mit Heizöl kontaminiert",
berichtet der Kössener Vizebürgermeister Herbert Exenberger.

Auch Holzpellets haben es bei Hochwasser in sich: Die in
zylindrische Stäbchenform gepressten Holzreste sind zwar ein recht
unkomplizierter Brennstoff, der neben dem Brennwert eine gute CO2
Bilanz aufweist. Sie lassen sich sehr gut in der Vorratshaltung
einsetzen - "bis zu dem Moment, in dem Hochwasser in einen
Pellet-Lagerraum eintritt. Dann haben sie die Eigenschaft, auf 1:6
aufzuquellen", sagt Dipl.-Ing. Marc H. Hall, Obmann Fachverband der
Gas- und Wasserversorgungsunternehmungen. "Dabei wird chemische
Energie in potenzielle Energie umgewandelt", sagt der Physiker und
Autor populärwissenschaftlicher Literatur Werner Gruber: Aufquellende
Pellets können Lagerwände wegsprengen.

Erste 100 steigen auf Gas um

Als Konsequenz aus dem Hochwasser sorgt der regionale
Erdgas-Versorger TIGAS in Rekordzeit für eine Erschließung der
Gemeinde Kössen mit Erdgas. In etwa zwei Monaten bekommen mehr als
100 Privathäuser und Gewerbebetriebe Erdgasanschlüsse und steigen auf
den umweltschonenden und vor allem bei Hochwasser sicheren
Energieträger Erdgas um. "In Summe verlegen wir von Anfang August bis
Oktober rund fünf Kilometer Erdgasleitungen", sagt Dr. Philipp
Hiltpolt, kaufmännischer Geschäftsführer von TIGAS.

Die Erschließungsleitung soll bis Herbst 2014 fertiggestellt
werden. Bis dahin wird das Erdgasnetz in Kössen aus einer Tankanlage
mit Erdgas (LNG) versorgt. Für den Transport in Tankfahrzeugen wird
das Erdgas verflüssigt (LNG) und zur Einspeisung in das Erdgasnetz
wieder in einen gasförmigen Aggregatzustand gebracht. Für den
einzelnen Kunden bleibt diese zeitlich erforderliche Zwischenlösung
ohne Auswirkungen oder Einschränkungen.

Hiltpolt weiter: "Vorrangig beginnen wir mit dem vom Hochwasser
besonders betroffenen Ortsteil Erlau und dem Ortskern. Bereits mit
der kommenden Heizperiode können die bereits angeschlossenen
Haushalte und Gewerbebetriebe mit Erdgas versorgt werden."

Auswahl des optimalen Heizungssystems

Die Hochwasserkatastrophe in Kössen hat deutlich gezeigt, dass die
Entscheidung für das jeweils bestgeeignete Heizungssystem von
grundlegender Bedeutung ist.

"Bereits bei der Hochwasserkatastrophe im August 2005 in Wörgl
haben sich Erdgas-heizungen bewährt", erinnert sich Hiltpolt an die
dramatischen Ereignisse vor acht Jahren im Tiroler Unterinntal:
"Nahezu alle betroffenen nicht mit Erdgasheizungen ausgestatteten
Objekte sind auch damals auf den hochwasserresistenten Energieträger
Erdgas umgestellt worden."
Hall ergänzt: "Unternehmer und Haushalte, die sich in
hochwassergefährdeten Gebieten niederlassen möchten, sollten bei der
Auswahl des Heizungssystems die potentiellen Gefahren prüfen und
mitberücksichtigen. Sofern in diesen Gebieten die Möglichkeit einer
Gasheizung oder ein Anschluss an die Fernwärme besteht, sollten die
Menschen jedenfalls umsteigen. Denn mit diesen Heizsystemen sind im
Falle eines Hochwassers kaum Probleme verbunden."

Über Gas:

Gas nimmt in der umweltbewussten Energieversorgung eine
Schlüsselrolle ein: Die Energie der Zukunft lässt sich effizient und
komfortabel fürs Heizen, die Warmwasserbereitung, Kälte- und
Stromerzeugung und als Kraftstoff für Automobile einsetzen. Gas ist
auch eine erneuerbare Energiequelle, die ohne Feinstaub und Partikel
verbrennt und damit ein emissionsarmer Energieträger. Gas eignet sich
hervorragend als Ersatz für Energieträger wie Holz, Holzabfälle,
Erdöl oder Kohle, die höhere Umweltbelastungen verursachen.

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