- 26.08.2013, 11:43:45
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"kreuz und quer" am 27. August: "Verlorene Leben - Österreicherinnen im sowjetischen Gulag" und "Dreimal Todesstrafe"
Wien (OTS) - "kreuz und quer" - präsentiert von Doris Appel - zeigt
am Dienstag, dem 27. August 2013, um 22.30 Uhr in ORF 2 die
Dokumentation "Verlorene Leben - Österreicherinnen im sowjetischen
Gulag", für die sich Anita Lackenberger und Gerhard Mader auf
Spurensuche nach vergessenen österreichischen Frauenschicksalen
machten. Sie dokumentieren das Leben von Frauen, die unter extremen
Lebensbedingungen - von Kasachstan bis Sibirien - im Gulag gestrandet
waren. Bisher noch nie gezeigtes Filmmaterial über die
Lebensbedingungen in den sowjetischen Lagern konnte in einer
Kooperation mit den Gulag-Museen Alzhir und Dolinka (Kasachstan) für
die Dokumentation verwendet werden.
Um 23.10 Uhr folgt der vom französischen Soziologen Arnaud Gaillard
gemeinsam mit dem Filmemacher Florent Vassault realisierte
Dokumentarfilm "Dreimal Todesstrafe", der nicht nur die Realität im
heutigen Amerika zeigt, sondern auch Menschen, die sich in ihrem ganz
persönlichen Leben mit Todesstrafe und Hinrichtung auseinandersetzen
müssen.
"Verlorene Leben - Österreicherinnen im sowjetischen Gulag" - ein
Film von Anita Lackenberger und Gerhard Mader
Auf der Suche nach einem neuen, besseren und gerechten Leben
wanderten viele Österreicherinnen ab den 1920er Jahren in die
Sowjetunion aus. Ihr Ziel war der Aufbau einer neuen Gesellschaft,
die die Arbeitslosigkeit, das Wirtschaftschaos und nach 1934 den
Bürgerkrieg hinter sich lassen sollte.
Spätestens 1937 waren sie als Ausländerinnen von Repression,
Todesurteilen und Lagerhaft betroffen. Als Frauen von "Repressierten"
- ihre Ehemänner wurden meist sofort erschossen bzw. zu langjähriger
Lagerhaft verurteilt - füllten sie die Frauenlager. Von ihren Kindern
getrennt, mussten sie unter unmenschlichen Bedingungen die Lagerhaft
überstehen oder fanden den Tod. Nach dem Abschluss des
Hitler-Stalin-Pakts wurden manche der gefangenen österreichischen
Frauen direkt von Stalins Gulag in die nationalsozialistischen
Konzentrationslager geschickt. Aus den Lagern kamen die meisten
überlebenden Frauen großteils erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Etwa
250 Österreicherinnen wurden von den sowjetischen Behörden in der
Besatzungszeit nach dem Zweiten Weltkrieg verschleppt und landeten -
wie Margarethe Ottilinger als eine der Bekanntesten - für Jahre in
den Gulag-Straflagern.
Gedreht wurde sowohl in Russland als auch in Kasachstan. Mit wenigen
noch verbliebenen Zeitzeuginnen und -zeugen bzw. deren Nachkommen
konnten persönliche Lebenswege betroffener Frauen dokumentiert
werden. Der Film entstand als Koproduktion von ORF und Produktion
West mit Unterstützung des Landes Niederösterreich, Zukunftsfonds der
Republik Österreich, BMUKK, BMEIA und der Europäischen Union Bürger
für Bürger.
"Dreimal Todesstrafe" - Ein Dokumentarfilm von Arnaud Gaillard und
Florent Vassault
Es ist ein Juniabend im amerikanischen Bundesstaat Utah. Vier Frauen
sind im Auto unterwegs. Es sind Angehörige der Familie Kirk und das
Ziel ihrer Fahrt ist das Staatsgefängnis südlich von Salt Lake City.
Sie fahren zur Hinrichtung des wegen mehrfachen Mordes zum Tod
verurteilten Ronnie Lee Gardner. George (Nick) Kirk war eines der
Opfer Gardners und die Witwe hofft, endlich Frieden zu finden, indem
sie der Hinrichtung des Täters beiwohnt. So beginnt die erste von
drei Episoden des Dokumentarfilms von Arnaud Gaillard und Florent
Vassault.
Die zweite Episode erzählt von Curtis McCarty, der in Oklahoma wegen
Mordes zum Tod verurteilt wurde und neunzehn Jahre seines Lebens im
Todestrakt verbracht hat. Erst als sich die Zweifel an der
Beweisführung der Anklage verhärteten und nachträgliche DNA-Tests
McCarty als Täter ausschlossen, wurde das Urteil schließlich
aufgehoben und McCarty wieder freigelassen.
Und dann ist da noch Golda Medina. Auch ihr Sohn wurde zum Tod
verurteilt und sieht seit 1996 seiner Hinrichtung entgegen. Im Staat
Texas ist dafür die Giftinjektion vorgesehen. Noch steht kein Termin
fest und die Mutter besucht ihren Sohn jede Woche im Gefängnis. Sie
würde alles darum geben, ihn auch in die Arme nehmen zu dürfen, aber
das ist nicht vorgesehen. Und sie befürchtet, es nie mehr tun zu
können, denn ihre Hoffnung schwindet, dass sich die Hinrichtung ihres
Sohnes doch noch abwenden lässt.
Mehr als 60 Prozent befürworten in den USA die Todesstrafe: In 33 der
insgesamt 50 Bundesstaaten der USA ist die Todesstrafe für besonders
schwere Verbrechen im Gesetz vorgesehen. Im Jahr 2011 ist sie an 43
Menschen auch vollstreckt worden. Laut Meinungsumfragen wird sie von
61 Prozent der Bevölkerung gutgeheißen, obwohl sich ihre oft zitierte
abschreckende Wirkung nicht nachweisen lässt und andererseits
erwiesen ist, dass auch Unschuldige hingerichtet werden. Doch
scheinen die Bemühungen der Gegner/innen der Todesstrafe auch in
Amerika Früchte zu tragen: Fünf Bundesstaaten haben in den
vergangenen fünf Jahren die Todesstrafe abgeschafft, zuletzt
Connecticut im April 2012.
"kreuz und quer" ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der
Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand
abrufbar und steht als zeitnahe Servicewiederholung am Mittwoch im
Hauptabend auf dem Programm von ORF III Kultur und Information.
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