- 25.08.2013, 10:35:24
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Italien: Große Feiern zu 35. Jahrestag der Papstwahl Lucianis
Am 26. August 1978 wurde Johannes Paul I./Albino Luciani, der "lächelnde Papst", zu Nachfolger Petri gewählt - Der Norditaliener starb nur 33 Tage später
Utl.: Am 26. August 1978 wurde Johannes Paul I./Albino Luciani, der
"lächelnde Papst", zu Nachfolger Petri gewählt - Der
Norditaliener
starb nur 33 Tage später =
Rom, 25.08.13 (KAP) Vor 35 Jahren - am 26. August 1978 - wurde
Johannes Paul I. (Albino Luciani), der "lächelnde Papst" ("Papa del
sorriso"), von den im Konklave versammelten Kardinälen zum
Nachfolger Petri gewählt. Der Norditaliener starb nur 33 Tage
später, in der Nacht von 28. auf 29. September 1978, vermutlich an
einem Herzinfarkt. In seinem Geburtsort Canale d'Agordo in den
Dolomiten finden aktuell am 25./26. August, aus Anlass des
Wahltags-Jubiläums, große Gedenkfeiern mit einem Konzert, einer
Buchpräsentation und einem Pontifikalamt statt. Den Gottesdienst am
Wahltag, 26. August, auf der zentralen Piazza leitet der
Diözesanbischof von Vicenza, Beniamino Pizziol.
Albino Luciani wurde 1912 in einer armen Familie in Forno di Canale
(heute Canale d'Agordo) in der Provinz Belluno geboren; sein Vater
war ein überzeugter Sozialist. Von Kindheit an war Albino kränklich.
Im Alter von elf Jahren trat er 1923 in das Knabenseminar in Feltre
ein.
Schon 1935 wurde Albino Luciani zum Priester geweiht. Er promovierte
1947 mit einer Arbeit über den Philosophen und Ordensgründer Antonio
Rosmini (1797-1855), der inzwischen selig gesprochen worden ist.
Obwohl er keine Ämter anstrebte, wurde er bald mit
verantwortungsvollen Funktionen betraut. U.a. war er in seiner
Heimatdiözese stellvertretender Regens des Priesterseminars,
Direktor des Katechetischen Büros und Generalvikar.
Am 27. Dezember 1958 wurde Luciani von Johannes XXIII. zum Bischof
von Vittorio Veneto ernannt. Paul VI. ernannte ihn 1969 zum
Patriarchen von Venedig und nahm ihn 1973 in das Kardinalskollegium
auf. 1971 machte der Patriarch Schlagzeilen, als er den reichen
Kirchen des "Westens" vorschlug, ein Prozent ihrer Einkünfte an die
mittellosen Kirchen im "Süden" abzuführen.
Italienweit bekannt wurde Luciani durch seine humorvollen und
tiefgehenden fiktiven Briefe an historische Gestalten, die in der
Zeitschrift "Messaggero di Sant'Antonio" erschienen. 1976 kamen sie
unter dem Titel "Illustrissimi" in Buchform heraus, (auf Deutsch
1978 unter dem Titel "Ihr ergebener...Albino Luciani").
Nach dem Tod von Paul VI. wurde Albino Luciani am 26. August 1978
nach einem nur eintägigen Konklave, an dem 111 Kardinäle teilnahmen,
zum Papst gewählt. Dieses Konklave war das erste, an dem die
Kardinäle über 80 nicht mehr teilnehmen durften.
Die Wahl Lucianis stellte für die Weltöffentlichkeit und vermutlich
auch für ihn selbst eine Überraschung dar. Joseph Ratzinger, der
spätere Papst, sage in einem "Trenta giorni"-Interview in den
1980er-Jahren, der Name Lucianis sei bei einer Begegnung von
brasilianischen und deutschsprachigen Kardinälen - unter ihnen auch
Kardinal König - beim Konklave "ins Gespräch" gekommen.
Am 3. September 1978 wurde der neue Papst feierlich in sein Amt
eingeführt. Auf die traditionelle prunkvolle Krönung mit der Tiara
verzichtete er, stattdessen fand seine Amtseinführung bei einer
Messfeier auf dem Petersplatz statt.
Johannes Paul I. fand wegen seines freundlichen Auftretens ("Der
lächelnde Papst") auch bei Nichtkatholiken sofort Sympathie. Als
erster Papst verwendete er in offiziellen Schreiben und Ansprachen
nicht mehr den "Majestätsplural", sondern schrieb schlicht "ich".
Auch war er der erste Papst, der selbst ein Telefon bediente und auf
den Kniefall der Schweizer Gardisten bei seinem Vorübergehen im
Vatikan verzichtete.
Nach einem Pontifikat von nur 33 Tagen starb Johannes Paul I. in der
Nacht vom 28. zum 29. September 1978.
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