- 23.08.2013, 11:37:28
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Alpbach - Töchterle: "Der Reichtum der Alpen und seine nachhaltige Nutzung" - Multilaterale Forschungskooperation unterzeichnet
Vereinbarung zur Intensivierung der Forschungszusammenarbeit zwischen Minister Töchterle und Amtskollegen aus Slowenien und der Schweiz sowie Südtirols Landeshauptmann Durnwalder

Utl.: Vereinbarung zur Intensivierung der Forschungszusammenarbeit
zwischen Minister Töchterle und Amtskollegen aus Slowenien und
der Schweiz sowie Südtirols Landeshauptmann Durnwalder =
Alpbach (OTS) - "Der Reichtum der Alpen und seine nachhaltige
Nutzung" stehen im Zentrum einer multilateralen Kooperation
Österreichs mit Südtirol, Slowenien und der Schweiz, die heute in
Alpbach unterzeichnet wurde. Minister Töchterle und seine
Amtskollegen aus Slowenien, Dr. Jernej Pikalo, und der Schweiz, Dr.
Mauro Dell` Ambrogio, sowie Südtirols Landeshauptmann Dr. Luis
Durnwalder haben damit die Intensivierung der multilateralen
Forschungszusammenarbeit der vier Länder im Bereich der nachhaltigen
Ressourcennutzung in europäischen Gebirgsräumen vereinbart. "In den
Alpen liegt ein hohes Potenzial für nachhaltige Ressourcennutzung,
das es durch Wissenschaft und Forschung noch stärker zu heben gilt.
Dafür ist die länderübergreifende Zusammenarbeit essenziell", so
Wissenschafts- und Forschungsminister Dr. Karlheinz Töchterle.
"Ich sehe den Alpenraum dann zukunftsfähig, wenn er ein
eigenständiger, multifunktionaler Lebens- und Wirtschaftsraum bleibt
bzw. sich mehr dahin entwickelt. Der nachhaltige Umgang mit den
eigenen natürlichen Ressourcen ist ein Schlüsselfaktor für
wirtschaftliche Entwicklung und Lebensqualität", betonte
Landeshauptmann Dr. Luis Durnwalder. "Für sämtliche Herausforderungen
brauchen wir von der Wissenschaft Informationen als
Entscheidungsgrundlagen sowie Vorschläge für innovative,
lösungsorientierte Handlungsmuster", so Durnwalder weiter. "Der sehr
wahrscheinliche Synergismus durch die grenzüberschreitende
Zusammenarbeit der wissenschaftlichen Institutionen ist dabei
unerlässlich, zumal für eine wirklich nachhaltige Ressourcennutzung
riesiges Know-how im globalen Wettbewerb benötigt wird."
Erfreut zeigte sich auch Dr. Jernej Pikalo, Minister für Bildung,
Wissenschaft und Sport. "Mit der Vereinbarung sollen sowohl die
Verflechtung gemeinsamer Aktivitäten auf dem Gebiet der alpinen
Forschung als auch die Weiterentwicklung thematischer Netzwerke
zwischen Universitäten und anderen Forschungsinstitutionen gesichert
werden." Die Koordination thematischer Forschungsaktivitäten umfasse
natürliche und soziokulturelle Grundlagen zur nachhaltigen Nutzung
von Ressourcen mit dem Fokus auf Klimawandel, Wasser, biotische
Diversität, die nachhaltige Nutzung von "Holz" als natürlicher
Rohstoff und nachhaltige Förderung und Nutzung von Bodenschätzen.
"Durch die Unterzeichnung wollen wir auch das Bewusstsein der
Gesellschaft hinsichtlich der außerordentlichen Bedeutung der
effizienten Nutzung von natürlichen Ressourcen stärken, die ein
zunehmend wichtiger Faktor für nachhaltige Wirtschaftsentwicklung und
Lebensqualität sein wird", betonte Pikalo. "Diese Vereinbarung zeigt
auch unser Engagement, die Kooperation auf den Sektoren Wissenschaft,
Ökonomie und Technik zu verbessern und unsere Verpflichtung zu einer
gemeinsamen Politik auf dem Gebiet der Forschung und der Verfolgung
einer nachhaltigen Nutzung der Ressourcen in der Alpenregion.
"Die Absichtserklärung trägt der Realität Rechnung: Forschung über
den Alpenraum findet bereits zwischen Forscherinnen und Forschern der
Alpenländer statt. Die Absichtserklärung soll deren Vernetzung
erleichtern, damit sie gemeinsam Antworten auf globale
Herausforderungen wie den Klimawandel suchen können", so
Staatssekretär Mauro Dell'Ambrogio.
Die Vereinbarung mit der Schweiz, Slowenien und Südtirol zielt auf
die Intensivierung der multilateralen Forschungszusammenarbeit im
Bereich nachhaltiger Ressourcennutzung in europäischen Gebirgsräumen
ab. Damit soll das seit 2011 bestehende Memorandum mit der Schweiz
einerseits auf zwei weitere Alpenländer ausgeweitet und anderseits
inhaltlich ausgebaut werden. Dabei stehen folgende drei Themenfelder
im Fokus:
- natürliche und sozio-kulturelle Grundlagen nachhaltiger
Ressourcennutzung
- nachhaltige Nutzung der Ressource Holz
- nachhaltige Bereitstellung und Nutzung mineralischer Rohstoffe
Die heute unterzeichnete Kooperation gibt dabei den Rahmen für
- die Entwicklung multilateraler themenbezogener Netzwerke
(Universitäten und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen)
- die Koordination themenbezogener Forschungsaktivitäten
- die gemeinsame Nutzung von europäischen, internationalen und
regionalen Initiativen und Programmen, die Forschung für nachhaltige
Ressourcennutzung in Gebirgsräumen ermöglichen
- die Kooperation von Forschung und Praxis
Mit der im September beginnenden Ausschreibung "Earth System
Sciences" (ESS) wird bspw. seitens Österreichs gezielt ein neuer
Akzent gesetzt. Die von der Österreichischen Akademie der
Wissenschaften (ÖAW) initiierte und vom Wissenschaftsministerium mit
4,7 Millionen Euro finanzierte Initiative zielt auf die Erforschung
des "Systems Erde" ab und umfasst ergänzend zum existierenden
Förderungsportfolio interdisziplinäre Projekte, Projekte zur
Langzeitforschung und Projekte zu derzeit wenig untersuchten Themen,
so dass auch wissenschaftliche Pionierarbeit geleistet werden kann.
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