- 22.08.2013, 15:36:58
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Alpbach - Karlheinz Töchterle: Werte sind ebenso Ziel wie Voraussetzung von Wissenschaft und Forschung
Wissenschafts- und Forschungsminister bei Eröffnung der Alpbacher Technologiegespräche
Utl.: Wissenschafts- und Forschungsminister bei Eröffnung der
Alpbacher Technologiegespräche =
Alpbach (OTS) - Wissenschafts- und Forschungsminister Dr. Karlheinz
Töchterle ging bei der heutigen Eröffnung der Alpbacher
Technologiegespräche auf das Generalthema "Erfahrungen und Werte"
ein: "Wissenschaft kann nie in einem wertfreien Raum agieren. Wenn
sie das glaubte, würde es gefährlich. Werte sind sowohl Ziel von als
auch Voraussetzung für Wissenschaft und Forschung." Erfahrung,
griechisch "Empirie", war und ist eine bedeutende Methode
wissenschaftlicher Erkenntnis, "deren Grenzen man allerdings schon in
der Antike gesehen hat und heute wieder häufiger konstatiert,
weswegen andere wissenschaftliche Methoden, wie etwa die Hermeneutik,
an Wert zurück gewinnen", so der Minister.
Die vorherrschende Meinung einer besonders in Österreich ausgeprägten
Wissenschaftsskepsis wird aktuell durch eine Studie von Peter A.
Ulram zur "Bedeutung von Wissenschaft und Forschung für die
österreichische Bevölkerung" erfreulicherweise widerlegt. Darauf
lasse sich aufbauen, so Töchterle. Vorranging müsse es etwa sein,
früh damit zu beginnen, jene Heterogenität zu berücksichtigen, mit
der Kinder in die Schule eintreten. Es gehe dabei nicht um das
Erreichen von Homogenität, sondern die individuelle Förderung und das
Ermöglichen entsprechender Bildungswege. Vermehrt müsse auch noch der
Weg in die Technik aufgezeigt werden, wo steigende Studierendenzahlen
bereits erste Früchte der Bemühungen zeigen. Es gelte aber
jedenfalls, die Fülle an Fächern zu sehen. "Diese Breite ist mir
wichtig."
Abschließend widmete sich der Minister der Frage nach Grenzen in
Wissenschaft und Forschung. "Innovation kann und darf nie Selbstzweck
sein. Sie muss der Gesellschaft und dem Gemeinwohl dienen", betonte
Töchterle. "Innovation ist unabdingbar für die wirtschaftliche
Weiterentwicklung und muss daher entsprechend stark durch die
öffentliche Hand forciert werden - aber sie ist kein Wert an sich",
sagte Töchterle und verwies als Beispiel auf innovationsstarke Länder
mit hoher Jugendarbeitslosigkeit. Er sehe "Grenzen und Gefahren der
Innovation, die uns ermahnen, ethische Aspekte stets im Blick zu
haben. Wir brauchen Innovation - aber nicht um jeden Preis."
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